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Großer Ärger in Bisingen

Stellenstreit im Rathaus

Die Frau des Bürgermeisters beansprucht in Bisingen eine Amtsleiterstelle. Der Gemeinderat ist strikt dagegen. Jetzt zieht die Fachkraft gegen die Kommune vor Gericht.

25.01.2013
  • von RAIMUND WEIBLE

Bisingen Im Gemeinderat ist es wie sonst im Leben. Man kann es sich nicht aussuchen: Mal hat man sich mit Angenehmem, mal mit Unangenehmem zu beschäftigen. Eine der schönen Aufgaben des Gemeinderats von Bisingen, der 9000-Einwohner-Gemeinde unterm Hohenzollern, in den vergangenen Monaten war, den früheren Sparkassenpräsidenten Heinrich Haasis zum Ehrenbürger zu ernennen. Haasis hat seine imposante Karriere 1971 als Bürgermeister von Bisingen begonnen.

Unangenehm für die Räte ist jedoch eine andere personale Angelegenheit, die ihn seit Monaten beschäftigt. Die Sache ist reichlich delikat. Es geht um die Frau von Bürgermeister Joachim Krüger (Freie Wähler). Die Verwaltungsfachkraft möchte nach einer Familienpause wieder ins Rathaus zurückkehren.

Nicht auf irgendeine Position: Die Angestellte erhebt Anspruch auf eine Amtsleiterstelle, in Teilzeit. Sie beruft sich darauf, dass sie darauf ein Anrecht habe. Sie sei vor der Familienphase Leiterin des Amts für Eltern, Kinder und Familie gewesen. Erst wollte sie Leiterin des Hauptamts werden, was der Gemeinderat ablehnte. Jetzt strebt sie eine andere Amtsleiterstelle an - und auch dagegen wehrt sich der Gemeinderat vehement. Allenfalls möchte er ihr eine Tätigkeit als Sachgebietsleiterin einräumen. Das ist eine Stufe niedriger.

Die Räte glauben, dass die Einstellung der Bürgermeister-Frau als Amtsleiterin zu bösem Blut innerhalb des Rathauspersonals führen und Missbehagen unter den Bürgern auslösen könnte. Denn als Amtsleiterin wäre die Fachkraft ihrem Ehemann direkt unterstellt. Durch das unmittelbare Dienstverhältnis werde Dienstliches und Privates wohl zu sehr verquickt.

Auch das Landratsamt in Balingen hielte eine solche Konstellation für unglücklich. In der Behörde ist nicht bekannt, dass die Bürgermeistersgattin vor ihrer Vakanz eine Amtsleiterstelle innehatte. Die Kommunalaufsicht hat aber laut Landrat Günther-Martin Pauli (CDU) keine Möglichkeit, in den Konflikt einzugreifen.

Gegen den ablehnenden Beschluss des Gemeinderats zieht die Bürgermeister-Frau vor Gericht. Sie hat Klage vor dem Arbeitsgericht Reutlingen erhoben. Dieser Schritt wird im Gemeinderat als Affront gewertet. "Ein insgesamt unglaublicher Vorgang", empört sich Klaus Ertl, Sprecher der Freien Wähler im Rat. Das Gericht hat einen Gütetermin auf 4. Februar anberaumt. Kommt es zu keiner gütlichen Einigung, muss die Kammer entscheiden, ob die Bürgermeister-Frau Anspruch auf die Amtsleiterstelle hat.

Bürgermeister Joachim Krüger lehnte es auf Anfrage ab, Stellung zu dem Vorgang zu nehmen. Es wird ihm sicher bewusst sein, dass er durch den Rechtsstreit in eine unangenehme Situation geraten könnte. Krüger stellt sich nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit im Herbst wieder zur Wahl. Der Streit um den Posten für seine Frau ist bei der Kandidatur sicher nicht hilfreich.

Stellenstreit im Rathaus
Dicke Luft im Rathaus: Der Gemeinderat lehnt die Frau des Bürgermeisters als Amtsleiterin ab. Foto: Jörg Wahl

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25.01.2013, 12:00 Uhr
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