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Rechnung ging bisher nicht auf

Sozialwohnungen: Kreisbau verweist auf Defizite im Förderprogramm

Hat die kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft „Kreisbau“ Nachholbedarf beim Bau von Sozialwohnungen? Die SPD-Kreistagsfraktion hat ein umfangreiches Fragepaket an Landrat Joachim Walter geschnürt.

04.03.2013
  • von Christiane Hoyer

Kreis Tübingen. Anlass zur kritischen Nachfrage war ein TAGBLATT-Bericht über die neuen Sozialwohnungen der GWG im Tübinger Stadtgebiet. In den vergangenen Jahren war der Bau von öffentlich geförderten Wohnungen über das Landesprogramm so unattraktiv geworden, dass die Zahl der Sozialwohnungen rapide abnahm. In Tübingen gibt es zur Zeit 985 geförderte Wohnungen. Vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele, erklärte GWG-Geschäftsführer Gerhard Breuninger.

Warum, fragt Fraktionssprecher Gerd Weimer, baut und plant die Kreisbau nicht mehr Sozialwohnungen? Schließlich biete die L-Bank null Prozent Zinsen an. Tatsächlich haben sich die Förderrichtlinien seit diesem Jahr „deutlich verbessert“, bestätigt Berthold Hartmann. Bislang aber habe sich der soziale Wohnungsbau unterm Strich nicht gerechnet.

Das Landes-Förderprogramm sei 2012 noch davon ausgegangen, dass sich der Kapitalmarktzins um 3,8 Prozent verbilligt, das entspräche einer 3 Euro billigeren (gebundenen) Miete pro Quadratmeter. Tatsächlich hätte die Kreisbau aber für den sozialen Wohnungsbau einen Ausgangszins von 4,3 Prozent gebraucht – bei einem tatsächlichen Zinssatz von 2,5 Prozent. Im Klartext: Die Kreisbau bekam 2012 für den sozialen Wohnungsbau einen Euro pro Quadratmeter aus dem Landesprogramm, musste dafür aber die Wohnungsmiete um 3 Euro pro Quadratmeter reduzieren. Unter solchen Voraussetzungen „verzichte ich lieber auf die Landesmittel“, so Hartmann.

Dennoch sei die Kreisbau keineswegs untätig geblieben. In den vergangenen zwei Jahren habe sie 35 neue Sozialwohnungen aus Mitteln des Landesförderprogramms gebaut, die GWG 31 Wohnungen. In Lustnau baut die Kreisbau derzeit acht Sozialwohnungen im Gebiet Alte Weberei. Auch im Merz-Areal in Mössingen ist sie zugange. Seit 2013 bekomme man Kredite ohne Zins. Natürlich, so Hartmann sei man „mit den Kommunen im Gespräch“. Konkretere Planungen gebe es bereits bei der Stadt Rottenburg. Doch sozialer Wohnraum werde nicht überall gefördert. Das Land fördere Hochschulstandorte sowie „Gemeinden in bestimmten Gebietsregionen“. Zu ihnen zählt Dettenhausen und Kirchentellinsfurt. Förderungsfähig sind außerdem die Hochschulstandorte Rottenburg (Forsthochschule) und Tübingen.

Die Beantwortung der Frage, wie viele Wohnberechtigungsscheine in den letzten drei Jahren im Kreis Tübingen ausgestellt wurden, verweist Hartmann an die Gemeinden und an die Kreisbehörde. Auf die SPD-Anfrage vom 11. Februar hat jetzt auch Landrat Joachim Walter reagiert. Das Thema Sozialer Wohnungsbau im Landkreis Tübingen wird in der Kreistagssitzung am 15. Mai diskutiert – mit der Kreisbau, die dann auch ihren Geschäftsbericht vorlegt.

Sozialwohnungen: Kreisbau verweist auf Defizite im Förderprogramm
In der Alten Weberei baut die Kreisbaugesellschaft acht Sozialwohnungen.

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04.03.2013, 12:00 Uhr
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