Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
*/-->

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Spektakulärer Abflug in neue Dimensionen

Skicross feiert gelungene Premiere

Heidi Zacher holte sich bei der deutschen Weltcup-Premiere der Skicrosser eine blutige Nase und den zweiten Platz. Etwa 4000 Zuschauer sahen in Grasgehren starke Gastgeber, auch wenn es nicht zum Sieg reichte.

31.01.2011
  • UTE GALLBRONNER

Grasgehren "Das ist Skicross" - immer wieder fiel dieser Satz im sonnigen Zielraum in Grasgehren. Meist verbunden mit einem Achselzucken und einem schmerzverzerrten Lächeln des Athleten. In dieser Sportart darf man nicht zimperlich sein. Fehler werden von der Konkurrenz gnadenlos ausgenutzt.

Das bekam auch Daniel Bohnacker zu spüren. Die Qualifikation hatte der 20-Jährige von der Schwäbischen Alb gewonnen, im Achtel- und Viertelfinale war er der Konkurrenz davon gefahren. Ähnlich souverän agierte nur Österreichs Weltmeister Andreas Matt. Doch dann kam das Halbfinale. "Ich hab den Start verschlafen, links und rechts haben sie zugezogen, dann hats mir die Ski weggerissen", schildert Bohnacker seinen spektakulären Abflug am Triple Roller.

Überrascht war er gewesen, dass es keinen Ort an der Strecke gab, an dem keine Fans in neuen, grünen "Bohne-Fans"-Leibchen standen. Fast 300 hatten den Weg ins Allgäu in Angriff genommen. "So nah bekommen wir ihn nie wieder", lautete das einhellige Fazit. Klar waren sie enttäuscht nach dem Abflug, zumal Simon Stickl im anderen Lauf ein ähnliches Schicksal ereilte. Richtig still wurde es beim Aus für die beiden Hoffnungsträger.

Im "kleinen Finale" setzte sich der Bad Wiesseer knapp vor Bohnacker durch. Anschließend folgte ein atemberaubendes Finale, das Matt vor seinem Teamkollegen Patrick Koller gewann.

So war es an den Frauen, die deutsche Fahne hochzuhalten. Während Heidi Zacher souverän alle Läufe absolvierte, schien Anna Wörner im Halbfinale hoffnungslos im Hintertreffen. Aber am letzten Sprung schob sie sich auf Platz zwei und zeigte damit, was den besonderen Reiz dieses Sports ausmacht.

Als "jung" wird Skicross gern beschrieben, dabei ist es eigentlich eine Rückkehr zu den Wurzeln. Man denke nur an die Luis-Trenker-Filme. Als Toni und Michael sich in den sportlichen Wettkampf um die Gunst der Ziegenhirtin Gita stürzten, gings auch Mann gegen Mann zur Sache - nur dass damals noch kein Martin Fiala mit akribischer Perfektion künstliche Steilkurven, Wellen und Sprünge in die bestens präparierte Piste zauberte. Da ging es durch Tiefschnee, junge Bäume und über Felshänge. Frauen, die mit blutverschmiertem Gesicht jubelnd ins Ziel fahren, die gabs vor 90 Jahren aber sicher nicht. Kaum war das Finale gestartet, schien es für die beiden Deutschen schon vorbei zu sein. Sie kamen sich ins Gehege, stürzten, rappelten sich wieder hoch.

Die Schwedin Anna Holmlund war auf und davon. "Als ich angefangen habe mit Skicross, hat mein Trainer gesagt: Schau dich nie um", schildert die Schwedin, warum sie so erstaunt war, als sie sich allein im Zielraum wiederfand. Eigentlich hätte Kathrin Müller folgen sollen, aber die Schweizerin strauchelte ebenfalls, und so wurde Heidi Zacher Zweite. Anna Holmlund bemühte sich, ihrer Konkurrentin die blutende Nase zu kühlen.

Heute fliegt das deutsche Team zur WM nach Deep Valley. Noch vor einem Jahr hatte von Medaillen niemand gesprochen. Inzwischen liegt dies durchaus im Bereich des Möglichen. "Ein bisschen unheimlich ist es schon", gibt Daniel Bohnacker zu: "Wir merken, dass immer mehr Leute auf uns aufmerksam werden, und der Verband fördert uns ja mehr. Deshalb sind wir froh, dass wir mit Ergebnissen was zurückgeben können." Locker wollen sie bleiben, wohlwissend, dass sie in der Weltspitze angekommen sind. "So kann man auch Weltmeister werden", meint Stickl: "Im Skicross ist alles möglich."

Skicross feiert gelungene Premiere
Auch im kleinen Finale gings zur Sache: Patrick Gasser (Schweiz), Daniel Bohnacker, Simon Stickl und der Schwede Michael Forslund (von links). Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

31.01.2011, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular