Casting-Show mit Manne & Mohli

Singende Sanitäter beim „Supertalent“

Von Ines Kunze

Der Walddorfhäslacher Manuel Ott erobert mit seinem Kollegen Heinz Mohl das Internet und fliegt auf Einladung von RTL nach Berlin.

Singende Sanitäter beim „Supertalent“

Der Rettungsdienst macht Stimmung: Manuel „Manne“ Ott (links) und Heinz „Mohli“ Mohl präsentieren sich im RTL-Studio in Berlin. Bild: RTL/Assmann

Keine Angst: Wenn „Manne“ und „Mohli“ als Sanitäter im Einsatz sind, haben die Show-Menschen in ihnen gerade Auszeit. „Das letzte, was so eine verletzte Person gebrauchen kann, wäre, wenn sich da jemand erstmal hinstellt und singt“, sagt der hauptberufliche Rettungssanitäter Manuel Ott aus Walddorfhäslach und lacht. Aber wenn gerade niemand gerettet werden muss, wird schnell klar, warum er mit seinem 29-jährigen Kollegen Heinz Mohl zur kleinen Internetberühmtheit geworden ist: Begleitet von Gitarre undCajón-Trommel spielt das Gesangs-Duo „Manne & Mohli“ Countrymusik, Schwäbisches – und alles, was gefällt.

Die beiden machen schon lange Musik: Seit 1993 spielt der inzwischen 38-jährige Ott auch noch in einer Partyband, bei der seit einigen Jahren bei Bedarf Kollege Mohl aus Kohlberg im Kreis Esslingen mitmacht. Immer mal wieder haben die beiden dann als Duo eigene Videos aufgenommen. Finanziell sei ihnen die Musik als hauptberufliche Tätigkeit aber zu unsicher: „Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, dann wird in der Unterhaltung als allererstes gespart“, sagt Ott. „Im Gegensatz dazu wird der Rettungsdienst immer gebraucht werden.“

Musik machen die beiden eigentlich nur in den Pausen vom Dienst. So wäre das Duo vermutlich auch im Verborgenen geblieben, hätte nicht Manuel Ott eines Tages ohne das Wissen seines Kollegen die Videoaufnahme eines Songs auf Facebook gestellt. Innerhalb kurzer Zeit schossen die Klickzahlen in die Höhe – und dann ging alles ganz schnell. Eine Fangemeinde bildete sich, die Presse berichtete, und dann kam sogar eine Anfrage von der RTL-Casting-Show „Das Supertalent“: Ob die beiden singenden Sanitäter denn nicht in die Show kommen wollten.

„Eigentlich hatten wir das gar nicht vor“, erzählt Ott. Schließlich hatte er in einem Beitrag von Regio TV Stuttgart seine Befürchtung kundgetan, beim Auftritt in Berlin wahrscheinlich nur verspottet zu werden. „Aber dann bekamen wir aus unserer ganzen Umgebung so viel Zuspruch. Sogar unser Chef hat gesagt, wenn das Angebot schon da ist, dann sollten wir das auch machen.“

Also flogen „Manne & Mohli“ Ende Juli für die Aufzeichnung der Show nach Berlin. Am meisten Angst hätten sie eigentlich vor dem Flug gehabt, berichtet Ott. In einem Facebook-Video des Duos am Flughafen kommentiert Mohl: „Zwei Baura im Flugzeig – jawoll! `s nägschte Mal wird g’fahre.“ Dort angekommen seien sie aber sehr herzlich aufgenommen worden, berichtet Sanitäter Ott weiter. Klar hätten er und sein Kollege Respekt gehabt vor dem, was da auf sie zukomme – aber die Nervosität sei spätestens in dem Moment weg gewesen, als sie die Bühne betraten: „Ab da war das dann wie ein ganz normaler Auftritt.“

Wie der gelaufen ist und wie sie abgeschnitten haben, das ist selbstverständlich noch ein Geheimnis. Aber so viel dürfen sie vor der Ausstrahlung am morgigen Samstag schon verraten: „Es ist nicht ganz so schlimm gewesen, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagt der Sänger aus Walddorfhäslach. Das Bühnenoutfit ist selbstverständlich die Arbeitskleidung vom Roten Kreuz, dazu hat das Duo Cowboyhüte auf.

Auch wenn die Musik den beiden riesig Spaß macht, ist sie doch nur ein schöner Pausenfüller im Dienst, der bis zu zwölf Stunden dauern kann. Sobald „Manne & Mohli“ aber als Sanitäter gebraucht werden, hat die Arbeit für Ott und Mohl absoluten Vorrang. Und da wird dann garantiert nicht gesungen.


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21.09.2017 - 22:08 Uhr