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24.11.2015

Auf engerem Raum hat selten ein Film gespielt. Drei abgetakelte Herren, die sich (buchstäblich) nicht riechen können, kommen eines Nachts mitten im Wald mit ihrem Auto von der Straße ab. Eingekeilt zwischen Bäumen gibt es kein Entrinnen aus dem Wrack. Anfangs nehmen die drei die Gefangenschaft noch mit Galgenhumor und vertreiben sich die Zeit mit intimen Geständnissen aus ihrem jeweils ziemlich versauten Leben. Doch als die Stunden und Tage rettungslos verstreichen, brechen sich Aggressionen, barbarische Urinstinkte und nackte Verzweiflung Bahn.

Worauf der Film hinaus will, wird frühzeitig klar. Schon zum Vorspann sieht man Ratten im Laufrad hecheln. Etwas später stößt ein kleiner Junge zur Unfallstelle. Doch statt für Erlösung zu sorgen, spannt der Bengel das hilflose Trio in sein nachwuchswissenschaftliches Projekt zur Verhaltensforschung ein. Fragestellung: Wie reagieren Lebewesen gleich welcher Spezies auf extremen Stress, um nicht zu sagen Folter?

Eine bierernste Sache also? Das auch wieder nicht. Schließlich werden die Hauptrollen von den beiden in Österreich sehr populären Anarcho-Komikern Christoph Grissemann und Dirk Stermann gespielt, ergänzt um den Hamburger Entertainer und Bestseller-Autor („Fleisch ist mein Gemüse“) Heinz Strunk. Da liegt nahe, dass es bei den Schlagabtäuschen im Blechkäfig mehr auf gut sitzende Pointen, von denen es reichlich gibt, als auf lebensnahe Interaktion ankommt. Ernsthaft Sorgen muss man sich um die drei jedenfalls nicht machen.

So schlingert der Film (Regie: Antonin Svoboda) auf ansprechendem Unterhaltungsniveau, aber ohne klare Linie zwischen Kabarett über Männermalaisen und grimmig-depressivem Psychokammerspiel dem Ende entgegen. Weil es unterwegs zuweilen recht absurd zugeht, meinten manche Rezensenten, den Beckett oder den Thomas Bernhard trappsen zu hören. Mit solchen hochtrabende Vergleichen tut man diesem netten Kino-Zeitvertreib keinen Gefallen.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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...  Der verschlungene Weg der suggestiven Ideen musste irgendwann auch bei der Angstvorstellung ankommen, dass sich schon ein Gedanke, eine Idee, einmal „eingepflanzt“, als leibhaftiges Monster manifestiert und innen und außen verschwinden. "The Bye Bye Man" geht diesen letzten Schritt mit erschreckender Konsequenz und überaus geschickter Dramaturgie: Während wir noch in der ersten Hälfte drei Jungakademiker beim Einrichten in ihrem neuen alten Haus beobachten dürfen (superbe Weitwinkelaufnahmen von immer irgendwie „falschen“ Räumen), geht es im zweiten Teil per Express ins Unterbewusste, wo der Bye Bye Man sich eingenistet hat. Und nun verändert sich auch die Wirklichkeit in einem Maße, dass ein Aufenthalt auf einem unbeschrankten Bahnübergang noch eine Erholung darstellt. "The Bye Bye Man" steht in einer kleinen, aber feinen ehrwürdigen Tradition von Horrorfilmen, die mit dem bloßen Erwähnen eines Namens und dem damit verbunden Schrecken spielen. ...
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