Freibad bleibt nach Unfall geschlossen

Sechs Verletzte durch Chlorgas-Austritt in Dettenhausen

Von Hans-Jörg Schweizer

Im Dettenhauser Freibad sind am Mittwochmorgen sechs Menschen durch ausgetretenes Chlorgas verletzt worden. Das Bad wurde evakuiert und blieb vorerst geschlossen.

Sechs Verletzte durch Chlorgas-Austritt in Dettenhausen

Im technischen Bereich des Dettenhauser Freibades kam es am Mittwoch zum Austritt von Chlorgas. Bild: Franke

Bei den Verletzten handelt es sich um vier Frühschwimmerinnen, den Schwimmmeister sowie einen Techniker. Sie erlitten durch das ausgetretene Chlorgas Atemwegsreizungen.

Der diensthabende Schwimmmeister hatte gegen 8 Uhr stechenden Gasgeruch bei einem Technikraum bemerkt und zunächst den Techniker gerufen, der die Wasseraufbereitungsanlage betreut. Um 9.40 Uhr wurde auch die Feuerwehr alarmiert: Mehr als 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz, knapp die Hälfte davon aus Dettenhausen, die restlichen von der Feuerwehr Tübingen, die mit einigen Spezialisten für solche Fälle anrückte.

Auch Einsatzkräfte des Rettungsdienstes kümmerten sich um die beiden Männer sowie um die vier Schwimmerinnen im Alter von 64 bis 70 Jahren, die zum Frühsport im Freibad waren. Die Verletzten klagten über Kopfschmerzen und Unwohlsein. Vier von ihnen begaben sich zur Überwachung in eine Klinik.

Ursache des Gasaustritts war laut Polizei der abgebrochene Anschluss einer Dosierpumpe. Dadurch spritzte literweise zwölfprozentige Natriumhypochloridlösung in den Raum, aus der das Chlorgas verdampfen konnte, erklärt der Tübinger Feuerwehrkommandant Michael Oser: In dem Raum sei alles nass gewesen.

Als die Feuerwehr eintraf, hatte der Techniker bereits den Anschluss gewechselt, so dass keine weitere Flüssigkeit mehr austrat. Das Gelände am Dettenhauser Mühlweg wurde dennoch komplett evakuiert. Die Anwohner wurden vorsorglich aufgefordert, ihre Fenster geschlossen zu halten. Der Feuerwehreinsatz, während dem auch die umliegenden Straßen gesperrt wurden, war nach einer Stunde beendet.

Das Freibad bleibt nun laut Polizei zumindest am heutigen Mittwoch geschlossen. Am morgigen Donnerstag soll eine Spezialfirma aus Reutlingen den Technikraum reinigen. Der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Reutlingen hat die Ermittlungen zur genauen Ursache aufgenommen.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


23.08.2017 - 11:44 Uhr