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Erfolg für Initiative gegen Abzocker

Schweizer wollen üppige Manager-Vergütungen begrenzen

In der Scheiz wird es künftig ein strengeres Aktienrecht geben. Das soll hohe Sondervergütungen an Manager verhindern. Mit großer Mehrheit stimmten die Schweizer einer entsprechenden Initiative zu.

04.03.2013
  • DPA

Bern In den Top-Etagen der Schweizer Konzerne war Thomas Minder lange belächelt worden. Als versponnenen "Mundwasser-Fabrikanten" stellte man den Chef der familieneigenen Kosmetikfirma Trybol in Neuhausen dar. Doch gestern konnte sich Minder freuen. Mit großer Mehrheit votierten die Schweizer bei einem Volksentscheid dafür, Gehaltsexzessen der Bosse einen Riegel vorzuschieben.

Damit muss sich nun ausgerechnet die Schweiz eines der härtesten Aktienrechte der Welt geben. Jahrzehntelang war das Wirtschaftsmodell der Alpenrepublik als besonders liberal und deshalb besonders erfolgreich gepriesen worden. Dass der Staat - zumal mit Mitteln der Strafjustiz - in die Chefetagen hineinregieren könnte, erschien absurd. Bis die Finanzkrise ausbrach. "Die Schweizer hatten es satt", erklärte der Genfer Wirtschaftsprofessor Edouard Dommen. "Die Leute wissen, dass Abzockerei auf ihre Kosten geschieht", sagte er unter Hinweis auf das Beispiel der Großbank UBS. Diese musste 2008 mit dem Geld der Steuerzahler vor der Pleite gerettet werden. 2012 überwies die Bank dem Ex-Bundesbanker Axel Weber bei dessen Antritt als UBS-Präsident ein "Begrüßungsgeld" von umgerechnet 3,3 Mio. EUR.

Unter anderem solche Zahlungen müssen nun gesetzlich verboten werden. Und bei schweren Zuwiderhandlungen muss das Gesetz laut Initiativtext sogar Haftstrafen bis zu drei Jahren androhen. Für die Schweizer Wirtschaft kommt das einem Kulturschock gleich.

Immerhin sind in der Alpenrepublik - zum Beispiel mit Joe Jimenez beim Pharmariesen Novartis und Paul Bulcke beim Nahrungsmittelkonzern Nestlé - einige der weltweit am höchsten bezahlten internationalen Manager im Einsatz.

Müssen solche Manager nach dem Erfolg des "Robin Hood der Moderne", wie Minder von Medien bezeichnet wurde, nun auf einen Teil ihrer Millionen-Bezüge verzichten? Werden in der Schweiz ansässige Multis künftig noch in der Lage sein, ihre Chefetagen mit den mutmaßlich weltweit besten Leute zu besetzen oder werden solche Spitzenkräfte nun nicht mehr bezahlbar sein?

Das letzte Wort haben künftig die Aktionäre. Doch die können durchaus spendabel sein, wenn sie es denn für angebracht halten. Bei der Generalversammlung des Pharmakonzerns Novartis kritisierten zwar die Aktionäre die Millionen-Abgangsentschädigung für den scheidenden Präsidenten Daniel Vasella, dennoch stimmten nur gut 20 Prozent der Aktionäre gegen ein neues millionenschweres Vergütungssystem. Dass Vasella 72 Mio. Franken (58,5 Mio. EUR) bekommen sollte, nur damit er sechs Jahre lang nicht zur Konkurrenz geht, löste eine Welle der Empörung aus Bekannt wurde das ausgerechnet, und das wenige Tage vor der Abstimmung über die "Abzocker-Initiative". Vasella verzichtete schließlich. Minder kommentierte das so:. "Man kann nicht auf etwas verzichten, was einem gar nicht zusteht." Damit erntete er Beifall in fast allen politischen Lagern - und nun auch an der Wahlurne.

Schweizer wollen üppige Manager-Vergütungen begrenzen
Thomas Minder, der Vater der Abzockerinitiative, freute sich gestern über seinen Wahlerfolg. Foto: dpa

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04.03.2013, 12:00 Uhr
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