Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Schoßgebete

Schoßgebete

Im konventioneller inszenierten Nachfolgefilm der „Feuchtgebiete“ kämpft eine junge Frau abermals mit Sex gegen ihre Ängste.

Jetzt im Kino: Gegen das Trauma mit hemmungslosem Sex - "Schoßgebete"

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Jetzt im Kino: Gegen das Trauma mit hemmungslosem Sex - "Schoßgebete" --

02:01 min

Deutschland

Regie: Sönke Wortmann
Mit: Lavinia Wilson, Jürgen Vogel, Juliane Köhler

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
08.09.2014
  • BRITTA SCHULTEJANS, dpa

Als Charlotte Roche vor drei Jahren ihr zweites Buch „Schoßgebete“ veröffentlichte, war das eine große Überraschung. Zwar ging es auch in diesem Roman wieder um viel Sex, im Mittelpunkt aber stand ihre ganz persönliche Geschichte: der Tod ihrer drei Brüder, die 2001 bei einem fürchterlichen Autounfall auf dem Weg zu Roches geplanter Hochzeit ums Leben kamen.

Dieser Unfall bestimmt auch die Filmversion der Geschichte, die „Sommermärchen“-Regisseur Sönke Wortmann jetzt ins Kino bringt. Es ist die Geschichte über eine neurotische und schwer traumatisierte Frau. Elizabeths (Lavinia Wilson) Leben gerät aus den Fugen, als ihre Geschwister bei einem Autounfall auf dem Weg zu ihrer Hochzeit ums Leben kommen und ihre Mutter schwer verletzt wird. Seitdem rechnet sie immer mit dem Schlimmsten und ist in erster Linie damit beschäftigt, über ihr Testament nachzudenken.

Es ist auch die Geschichte über die Beziehung zwischen Elizabeth und ihrem Mann Georg (Jürgen Vogel) und das, was die beiden in ihrem eigenen Bett und dem von Prostituierten so treiben. Im Gegensatz zum Buch geht der Film dabei aber nicht ins Detail und überschreitet nie die Grenzen zur Pornografie. Darum ist er auch ab 12 Jahren freigegeben.

Schließlich ist das allzu Körperliche – ganz im Gegensatz zu Roches Skandal-Erstling „Feuchtgebiete“ – auch nicht der Kern der Geschichte. Während die Hauptfigur der „Feuchtgebiete“, in erster Linie ihren Hintern inspizierte, untersucht Elizabeth in den „Schoßgebeten“ vor allem ihre Seele. Darum wandert sie Woche um Woche zu ihrer Therapeutin, um immer wieder durchzuarbeiten, was ihr auf der Seele brennt: die Trauer um die zerstörte Familie, die Angst, in der neuen Familie irgendetwas falsch zu machen und den abgrundtiefen Hass auf die „Druck“-Zeitung, die den fürchterlichen Unfall einst ausschlachtete.

Dass in Elizabeth viel von ihr selbst steckt, daraus hat Autorin Roche keinen Hehl gemacht. Im Film, an dem sie selbst gar nicht mitgearbeitet hat, bekommt diese persönliche Ebene aber noch einmal eine neue Dimension: Hauptdarstellerin Wilson nämlich lehnt ihre Figur der Elizabeth sehr nah an Roche an. Der charakteristische Singsang der hohen, manchmal fast kindlich klingenden Stimme, die Frisur – vieles erinnert an Roche.

Und so sind die Film-Szenen, in denen sie über die Tragödie, die ihre Familie zerstörte und beinahe ihre Seele zerriss, spricht, die stärksten in der Leinwand-Version des Stoffes, die ansonsten in Rückblenden vor allem den Unfall ins Zentrum stellt. Die Gespräche mit ihrer Therapeutin (Juliane Köhler) sind ebenso anrührend wie amüsant. „Die Gedankenwelt dieser Frau ist rührend und lustig zugleich“, meint auch Schauspieler Jürgen Vogel. „Wir sind so geprägt von Männerfiguren im Film, da ist es schön, mal was anderes zu sehen.“

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

08.09.2014, 12:00 Uhr | geändert: 01.10.2014, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Auf Burg Hohenzollern gedrehter Hollywoodfilm im Kino A Cure for Wellness: Aale, Aale, überall Aale
Autorin im Arsenal, Regisseur im Waldhorn Buch und Film über die Gabe zu heilen
Hollywood-Horror auf Hohenzollern Der Fürstensitz diente als Gruselkulisse
Dokumentarfilm mit Gästen Reisen wie die drei Affen
Zuletzt kommentiert
Ein eigenwilliger Film mit der herausragend spielenden Isabelle Huppert. Die Rolle scheint ihr auf den Leib geschrieben. Der Film bricht so ziemlich jedes Tabu, das man zum Thema "Vergewaltigung" hat. Schade finde ich allerdings, dass in der Kritik von Frau Steuernagel praktisch der ganze Film nacherzählt wird (ich habe ihn Gott sei Dank vor dem Lesen gesehen). So wird viel Spannung für die Zuschauer genommen. Trotzdem ist der Film mehr als sehenswert.
Elli Emann über Elle
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Neue Trailer
Neueste

Kino Suche im Bereich
nach Begriff