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Schönstes Land am Weltrand
„Zauberer von Oz“, fulminant inszeniert. Foto: Conny Mirbach.
Schauspiel

Schönstes Land am Weltrand

Wolfgang Michalek bringt in Stuttgart „Der Zauberer von Oz“ auf die Bühne – charmant inszeniert als Familienstück mit griffiger Musik.

28.11.2017
  • DER ZAUBERER VON OZ

Stuttgart. Mit den Weihnachtsmärchen ist das so eine Sache. Scheinheilige Süßholzraspelei? Geht gar nicht. Nur Weltanklage ohne Magie? Auch keine Lösung. Mit „Der Zauberer von Oz“ geht das Schauspiel Stuttgart einen anderen, dritten Weg. Und gleich vorweg: Die Inszenierung von Wolfgang Michalek – am Sonntag war Premiere – hat das Zeug zum Publikumsbringer.

Alles beginnt mit einer Straße, die ins Nirgendwo führt. Eine wehe Slide-Gitarre (Ry Cooder lässt grüßen) kündet von Kansas, von endlosen Horizonten und den Weiten der Prärie. Wenn das Haus erwähnt wird, in dem die junge Dorothy lebt, wächst dieses flugs als Papp-Attrappe aus dem Boden. Und bald tummelt sich mit Hund Toto ein echter Kurzhaardackel auf der Bühne. Bis das Haus vom Sturm ins Land der Munchkins geschleudert wird – fulminant in Szene gesetzt mit Trickvideo und Theaterdonner. Und erst die Smaragdstadt: Da lässt die Regie gefühlte tausend Lämpchen an der Saaldecke aufleuchten – als grün funkelnden Sternenhimmel. Kurzum, dieser „Zauberer“ ist ein Glücksfall. Charmant, bilderreich und augenzwinkernd inszeniert.

Gut, wir sehen den Roman von Frank L. Baum nur in einer gerafften Bühnenfassung von Michalek und Lea Ruckpaul. So wird Toto, der Hund, Dorothys Abenteuer nicht begleiten, und auf manches „Oz“-Inventar wird ganz verzichtet. Dafür konzentriert sich die Regie auf die Essenz: Wie sich Dorothy mit drei liebenswürdigen Streunern durch die Welt schlägt und scheinbar unüberwindbaren Mächten erfolgreich trotzt.

Die Darsteller, allen voran Nina Siewert als putzmuntere, zuweilen rebellische Dorothy, bewältigen ihren Doppel-Job als Schauspieler und Sänger griffiger Melodien von Max Braun samt Live-Band mit Schwung, Ironie und Chuzpe. Der Zauberer (Boris Burgstaller) verbirgt sich hinter einer Riesen-Brille, die gute Hexe (Lucie Emons) fährt Motorroller, und die böse Hexe (Viktoria Miknevich) keift vom Bühnenhimmel. Sebastian Wendelin taumelt als dauerverwirrte Vogelscheuche durch die Gegend, Felix Mühlens Blechmann sehnt sich nach Gefühl, und Sebastian Röhrle outet seinen Brüll-Löwen als angstgeplagten Kuschel-Kater, der bei Selbstmitleid-Attacken mit „Laientheater!“ abgemahnt wird.

Die Regie zeigt, wie der Chaoten-Trupp auf rührende Weise zusammenhält und das erlernt, was er braucht – Hirn, Herz und Mut. Das beste Familienstück am Staatstheater seit langem.

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28.11.2017, 06:00 Uhr
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