Volleyball-Bundesliga

Schnell vorbei

Von Tobias Zug

Annahmefehler sorgen für klares 0:3 (19:25, 18:25, 19:25) des TV Rottenburg beim Meister in Berlin. TVR-Trainer lobt Abwehrspiel seines Teams,

Schnell vorbei

Nichts zu holen: Der TV Rottenburg (vorne Idner Martins) ging in Berlin leer aus. Archivbild: Ulmer

Es gab Phasen, da durfte sich der TV Rottenburg realistische Hoffnungen machen, beim Deutschen Meister zumindest einen Satz zu gewinnen. Den zweiten beispielsweise: Da führte der TVR mit 5:3, und viele der 4100 Zuschauern schienen irritiert zu sein; selbst einer der Wischerjunge, denn den hagelte es hin, als er ins Feld rennen wollte. Die Volleys aus Berlin glichen zwar zum 5:5 aus, doch Rottenburg machte munter weiter und ging mit 8:5 in Führung.

Draußen klatschte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger enthusiastisch, sein Team hatte das Spiel unter Kontrolle, „wir spielten ein richtiges geiles Volleyball in dem Moment“, sagte der Trainer später – doch dann gingen sie wieder los: die Annahmefehler. Libero Johannes Elsäßer patzte da beim 7:8, nach dem 8:8 nahm Müller-Angstenberger die erste Auszeit. Doch den Lauf von Berlins Servicegeber Sebastian Kühner stoppte die nicht: Kühner setzte ein Ass zum 9:8, ein vermeintlicher Netzübergriff von ihm wurde nicht geahndet, Berlin punktet zum 11:8, Rottenburgs Idner Martins schlug den Ball ins Aus, ein sichtlich entnervter Müller-Angstenberger nahm die zweite Auszeit.

Fast alles gewechselt

Kühner schlägt danach wieder ein Ass. Und Müller-Angstenberger wechselt jetzt fast alles, was er wechseln kann: Dirk Mehlberg ersetzte Elsäßer auf der Liberoposition, Federico Cipollone den Zuspieler Philipp Jankowski, auch Johannes Schief kam rein. Dadurch kam der TVR wieder besser ins Spiel, da die Annahmen jetzt auch glückten. Doch den Rückstand holten die Rottenburger nicht mehr auf. „Schade, dass wir uns um den Lohn brachten“, sagte Müller-Angstenberger, der gar nicht mal so unzufrieden war: „Eigentlich waren wir sehr gut in der Block-Feld-Verteidigung, wie begannen strategisch gut – die Annahmefehler mal ausgenommen.“

Im ersten Satz war die Partie bis zur ersten Technischen Auszeit mit 6:8 recht ausgeglichen. Doch die Probleme bei der Annahme machten es den TVR-Zuspielern schwer, ein ordentliches Angriffsspiel aufzuziehen. Ob die Aufschläge von Paul Carroll kamen (Müller-Angstenberger: „Der spielt die so pervers mit der linken Hand“) oder von Kühner oder von Georg Klein – fast alle bereiteten den Rottenburgern Schwierigkeiten. So dass nach nicht einmal anderthalb Stunden das Spiel vorbei war.

Im anschließenden Spielerkreis lobte Müller-Angstenberger sein Team, „dass es ein deutlich besseres Spiel in der Block-Abwehr-Strategie gezeigt hat als gegen Friedrichshafen“. Verloren hat es aber beide Partien mit 0:3.


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02.11.2017 - 01:00 Uhr