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Tübingen

Sagen Sie mal, Herr Baumann…

22.08.2017
  • Dieter Baumann, Mitorganisator des Tübinger Erbe-Laufs

… was tun, wenn es zwickt?

Wenn ich durch Tübingen gehe und meine Wade zwickt, so dass ich halb hinkend durch die Gassen schleiche, dann schauen mir die Menschen mitleidig hinterher und denken, der Baumann ist auch schon mal besser daher gekommen. Mit meiner zwickenden Wade ist es aber so, dass ich zwar nicht gehen kann, aber laufen. So schön haben es nicht alle Menschen.

Denn es ist ja nicht nur die Wade, die zwicken kann, sondern das Knie, die Hüfte oder schlimmer, beispielsweise das Herz. Und oft wird aus dem Zwicken ein stechender Schmerz und oft lang anhaltend. Deshalb mein Ratschlag: bei Verletzungen und gesundheitlichen Problemen das Training zumindest reduzieren, besser pausieren und immer zum Arzt gehen – dieser Tipp kommt übrigens nicht von mir, sondern von meinem Anwalt. Bin ja kein Mediziner, und deshalb kann ich Sie bei gesundheitlichen Problemen nur zum Arzt schicken oder von meiner Wade berichten. Meine Wade ist meine Schwachstelle. Heißt, die zwickt schon immer. Also seit ich denken kann. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele solche Schwachstellen haben: Knie, Achillessehne, Hüfte, Schulter. Und keine Angst, wer noch keine Schwachstelle hat, bekommt irgendwann eine! Alles ein Frage der Zeit. Und eine Frage der Behandlung. Im Laufe der Jahre weiß ich, welche Übungen für mich beziehungsweise für meine Wade gut sind. Ich weiß auch, welche Übungen nichts bringen. Dies muss aber bei anderen Menschen nicht auch so sein. Manche schwören auf heiße Bäder, manche auf Eiswasser.

Treiben Sie anderen Sport!

Was ich sagen will: Wir können auf unseren Körper achten, ihn pflegen und vor allem können wir, bevor es zwickt, etwas tun. Dies beginnt bei einer ganz normalen Gymnastik, wir können uns auch spezielle Übungen für unsere Schwachstellen von einem Physiotherapeuten zeigen lassen. Es gibt Yoga, Kräftigung, betreiben Sie andere Sportarten, um den Muskelapparat im Ausgleich zu halten! Wir können die relaxroll einsetzen, um die Faszien, die noch vor drei Jahren völlig unbekannt waren, „neu zu sortieren“. Oder, ganz „old school“, einfach nur Kneippbäder durchführen. Es gibt einen Nachteil: Sie müssen es tun. Doch sie wirken! Bei mir zumindest. Denn dadurch gelingt es mir immer, meine Schwachstelle, die Wade, so zu pflegen, dass ich zwar hinkend und Mitleid erregend durch die Stadt gehe, aber jeden Tag über den Spitzberg laufen kann.

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22.08.2017, 01:00 Uhr
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