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Monarchie

Royals auf Reisen

Europas Hochadel war auch dieses Jahr ausgiebig in der Welt unterwegs. Die meisten Flug-Kilometer dürften im britischen Königshaus zusammengekommen sein.

01.12.2017
  • GUDRUN SOKOL

London. Zwar lässt sich Prinz Charles gerne als Bio-Prinz titulieren. Doch die Ökobilanz des britischen Thronfolgers dürfte – was seine Flug-Kilometer angeht – vergleichsweise schlecht ausfallen. Natürlich ist Repräsentieren Hauptaufgabe eines werdenden Königs und das ehemalige Britische Empire nun einmal das größte Kolonialreich der Geschichte. Doch Charles (69) und Camilla (70) reisten in ihrem zwölften Ehejahr durch die Welt, als gälte es, Versäumtes nachzuholen.

Nach einem Besuch in Rumänien, den Charles Ende März allein absolviert hatte, reiste er mit Camilla Anfang April sechs Tage durch Italien inklusive Audienz beim Papst. Im Anschluss ging es nach Wien, wo das pferdenärrische Paar neben Hofburg und Heurigem die spanische Hofreitschule besuchte. Ende Juni jetteten Charles und Camilla drei Tage durch Kanada; Anlass waren die Feierlichkeiten zur Gründung des Landes vor 150 Jahren. Zu einer elftägigen Asienreise brach das Paar im November auf, wo es laut „Gala“ in Singapur, Malaysia, Brunei und Indien fast 50 Termine abarbeitete. Im Gespräch mit der Königin von Brunei soll Camilla auf die Frage, ob ihr Terminplan nicht hart sei, geantwortet haben: „Sehr ermüdend, jeden Tag, ohne Pause. Es wird ermüdender, wenn man älter wird.“

Camillas Schwächeln dürfte Grund dafür gewesen sein, dass Charles danach allein in die Karibik weiterflog, um die von Hurrikans zerstörten Jungferninseln sowie Dominica, Barbuda und Antigua zu besuchen. Der niederländische König Willem-Alexander (50) hatte die Karibik bereits im September besucht, nachdem „Irma“ auf Sint Maarten und Curacao gewütet hatte.

Belgier auf Indientour

In Indien indes hätten Charles und Camilla auf Königin Mathilde (44) und König Philippe (57) von Belgien treffen können, die den Subkontinent fünf Tage mit einer 150-köpfigen Delegation bereisten. Ansonsten machte das Paar 2017 kaum mit Auslandstouren von sich reden, war es doch zuletzt wegen seiner Flugkosten in die Kritik geraten: Allein 2015 summierten sich diese auf knapp 143 000 Euro, wie die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ anprangerte. Was aber vergleichsweise wenig ist, wenn man bedenkt, dass Mathilde und Philippe – allein oder zu zweit – in dieser Zeit siebenmal in die Schweiz, fünfmal nach Frankreich, je zweimal nach Spanien, Italien und Österreich sowie nach Saudi-Arabien, China, Dänemark, Großbritannien, Polen, Schweden und Deutschland flogen. Hierher reiste Mathilde abermals Anfang Oktober zur Frankfurter Buchmesse.

Deutschland als Reiseziel

Überhaupt hatte Deutschland 2017 häufig royale Gäste: Highlight waren Prinz William (35) und Kate (36), die mit George (4) und Charlotte (2) im Juli nach Berlin, Hamburg und Heidelberg kamen. Königin Silvias Geburtsstadt ist adeligen Besuch ohnehin gewohnt; die schwedische Monarchin kommt oft hierher. Dieses Jahr aber war im Juli München Reiseziel des Königspaars; 1972 hatten sich Carl Gustaf (71) und Silvia (73) dort bei den Olympischen Spielen kennengelernt. Die Königin kam ein weiteres Mal Ende September nach Berlin, wo sie einen Preis für ihr soziales Engagement entgegennahm.

Eine größere Reise stand für das schwedische Königspaar im Mai an, als Indonesien Ziel eines Staatsbesuchs war. Im April hatte die Kronprinzessin Japan einen Besuch abgestattet, wo Victoria (40) von Kaiser Akihito (83) empfangen wurde. Vergangene Woche stattete Schwedens Thronfolgerin Sachsen einen Kurzbesuch ab; Anlass war die Verleihung eines Unternehmenspreises.

Máxima krönt Frauengipfel

Der Osten Deutschlands mit den Stationen Eisenach, Weimar und Erfurt stand Anfang Februar auch bei König Willem-Alexander (50) und Königin Máxima (46) auf dem Programm. Im April reiste die Monarchin abermals zum Frauengipfel in Berlin an. Italien stattete das niederländische Königspaar Mitte Juni einen Staatsbesuch ab; Anfang Oktober dann Portugal.

Dänen in der Kritik

Die Reisen des Hofes waren auch in Dänemark großes Thema. Wie viel sie kosten, hat die Zeitung „Ekstra Bladet“ für zehn offizielle Auslandsreisen von Königin Margrethe (77), Kronprinz Frederik (49) und Co. 2016 aufgelistet: darunter ein Besuch des Thronfolgerpaars in Saudi-Arabien und Katar. Das Blatt rechnete mit Dokumenten des Außenministeriums nach und kam für alle Auslandsreisen auf 210 000 Euro. 2015 allerdings war mit 350 000 Euro teurer: auch wegen einer Reise des Kronprinzen nach Boston und Washington.

Dass es sich nicht um Vergnügungsreisen handelt, versteht sich; schließlich sind Blaublütige Botschafter, knüpfen wirtschaftliche Kontakte und unterstützen karitative Projekte. So wie Spaniens Königin Letizia (45), die im November Mexikos Rotem Kreuz einen Besuch abstattete oder Norwegens Kronprinzenpaar Haakon und Mette-Marit (beide 44), die Anfang des Monats Äthiopien besuchten.

Prinz Harrys Liebe zu Afrika

Afrika ist Harrys zweite Heimat: Der Prinz (33) dürfte schon Jahre seines Lebens in den ehemaligen britischen Kolonien zugebracht haben. Fester Termin für ihn sind im September auch die Invictus Games für kriegsversehrte Soldaten im kanadischen Toronto, wo praktischerweise Freundin Meghan Markle (36) lebte. Im Juni zog Harry sein Engagement für Veteranen ins australische Sydney. Zuvor feierte er mit Meghan die Hochzeit eines Freundes auf Jamaika; im Sommer urlaubte das Paar in Südafrika. Nachdem die beiden am Montag ihre Verlobung bekannt gegeben haben, kam prompt eine Einladung aus Australien für Junggesellen-Abschied und/oder Flitterwochen.

Wo und wie auch immer im Mai gefeiert/geflittert wird – für Harrys Braut steht bereits fest: An der Seite des Royals wird sie noch viele Flug-Kilometer zurücklegen – Ökobilanz hin oder her.

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01.12.2017, 06:00 Uhr
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