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Reutlinger Stadtverwaltung und die Grünen erproben die Mobilität der Zukunft
Die erste Regionalstadtbahn im Reutlinger Bahnhof – gefahren von Jochen Zefferer von der Karlsruher Albtal-Verkehrsgesellschaft AVG. Bild: Haas
Stadtbahn zum Schnuppern

Reutlinger Stadtverwaltung und die Grünen erproben die Mobilität der Zukunft

Die Grünen sind am Sonntag die künftige Trasse der Regionalstadtbahn die Alb hinauf bis nach Engstingen abgewandert. Und die Reutlinger Stadtverwaltung ließ am Samstag schon mal einen Karlsruher Vorzeige-Zug nach Tübingen fahren.

19.09.2016
  • Matthias Reichert

Reutlingen.Jungfernfahrt der Regionalstadtbahn – wenn auch ein paar Jahre zu früh: Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche hat die Reutlinger Stadtverwaltung am Samstag eine Stadtbahn aus Karlsruhe aufgefahren und lud zum Schnuppern ins „Fahrgefühl der Zukunft“. Zahlreiche Gemeinderätinnen und Gemeinderäte testeten auf einer Fahrt nach Tübingen und zurück die Bombardier-Waggons, fünf weitere Schnupperfahrten mit Halten am Westbahnhof und in Betzingen folgten im Laufe des Tages.

Jochen Gewecke vom Verein Pro Regio-Stadtbahn beantwortete vor der ersten Fahrt bereitwillig Fragen eines Rundfunkreporters: „In den nächsten zwei, drei Jahren wird schon etwas passieren“, sagte er. Bekanntlich geht es derzeit um das erste Modul, die Elektrifizierung von Ammertal- und Ermstalbahn sowie vier zusätzliche Haltepunkte in Tübingen und Reutlingen.

Die 60-prozentige Finanzierung durch den Bund hängt, wie berichtet, an der Verlängerung des Gemeinde-Verkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG), das 2019 ausläuft. Es soll zwar verlängert werden – aber dafür muss der Bundestag zunächst einmal das Grundgesetz ändern. Das ist laut Gewecke „eher eine Formalie – es scheint mir nicht hochumstritten zu sein“.

Die Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz warb in einer Rede für die Stadtbahn: „Wir wollen hier in Reutlingen die Signale auf Fahrt stellen.“ Die Stadtverwaltung plant schon weit über das erste Modul hinaus. Ob die Innenstadt-Strecke aber einmal über die Gartenstraße oder über die Lederstraße verlaufen wird, ist derzeit noch offen. Die Stadt plant auch die „Gomaringer Spange“, ein weiterer Stadtbahnzweig soll künftig über Pfullingen und Lichtenstein nach Engstingen auf die Alb hinauf führen und den Anschluss an die Schwäbische Albbahn herstellen.

Auf diese Strecke sind am Sonntag die Grünen zu einer Staffel-Wanderung aufgebrochen. Als um 9 Uhr die letzten Nachtschwärmer von der Reutlinger Live-Nacht nach Hause torkelten, trafen sich 30 Wandersleute am Hauptbahnhof. Die Grünen hatten ein Stadtbahn-Modell mitgebracht, das sie auf einem Wägelchen die Alb hinaufzogen. Damit lagen sie ganz auf Linie von Landrat Thomas Reumann. Der forderte beim Aufbruch: „Wir müssen die Geschichte der Regionalstadtbahn erzählen. Sie muss erlebbar sein.“

Es regnete leicht, aber „das wird uns nicht abschrecken“, sagte Hans Gampe, der Sprecher der Grünen im Kreistag. Die Reutlinger Wandergruppe ist bis Pfullingen marschiert. Den nächsten Abschnitt organisierte dann die Grün-Alternative Liste aus Pfullingen und den letzten Teilabschnitt nach Engstingen hinauf die Offene Grüne Liste aus Lichtenstein.

Auf der Wanderung ging es auch um Planungs-Unsicherheiten. So ist noch längst nicht geklärt, welchen Verlauf die Stadtbahntrasse durch Pfullingen nehmen soll. Und für den Albaufstieg, der ja irgendwann auch eine neue Bundesstraße bekommen soll, ist ebenfalls noch fraglich, wie dort die Stadtbahn verlaufen soll. Im Gespräch ist eine Streckenführung die neue Bundesstraße entlang, ebenso aber eine Alternative auf einem „Deckel“ obendrauf. Die Trassen dürften sich nicht überschneiden – „wir brauchen dort beides, Stadtbahn und Bundesstraße“, so die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke vor Beginn der Wanderung.

Die Regionalstadtbahn biete eine echte Chance auf eine mobile und nachhaltige Zukunft, sagte Gampe – freilich brauche das einen langen Atem. Bei der Verlängerung des GVFG gehe es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie, machte der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Poreski Mut. Laut Landrat Reumann ist die Planfeststellung für das erste Modul im Zeitplan. „Wir werden uns im Herbst im Kreistag mit der Frage beschäftigen, ob wir weitere Planungen in Auftrag geben und ob wir den Finanzierungs-Antrag stellen“, sagte der Landrat. Erforderlich für die Realisierung sind laut Hotz sowohl die bereits zugesagten 20 Prozent vom Land als auch die 60 Prozent Bundesförderung. Hotz: „Wenn wir keine Sicherheit haben, können wir das Projekt nicht schultern.“

Baustelle kann Stadtbahn nicht stoppen

Drei Jahre alt sind die Bombardier-Waggons, die am Samstag die vorgezogene Jungfernfahrt der Regionalstadtbahn von Reutlingen nach Tübingen zurückgelegt haben. Für gewöhnlich sind sie im Karlsruher Stadtbahnnetz im Einsatz. Gelenkt wurde der Zug von Jochen Zefferer. Er ist bei der Karlsruher Albtal-Verkehrsgesellschaft AVG unter anderem für die Infrastruktur zuständig. Zefferer ist mit dem Zug über Heilbronn und Stuttgart nach Reutlingen gefahren. Auch die Gleis-Baustelle hinter Metzingen war für ihn kein Hindernis: „Da sind wir gerade so durchgelassen worden.“ Bahnpassagiere hingegen müssen zwischen Metzingen und Reutlingen derzeit auf den Bus umsteigen.

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19.09.2016, 01:00 Uhr
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