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Reutlinger Stadtverwaltung informiert Bürger über künftige Stadtbahn-Pläne
Spitzkehre am Bahnhof

Reutlinger Stadtverwaltung informiert Bürger über künftige Stadtbahn-Pläne

Für Modul eins der Regionalstadtbahn ist die Planfeststellung in Arbeit. Die Stadt Reutlingen plant aber viel weiter: Für den Hauptbahnhof zeichnet sich eine Spitzkehre als Ausschleifungslösung ab. Der Trassenverlauf durch die Gartenstraße hakt indes noch an einem Finanzierungs-Detail.

13.01.2016
  • Matthias Reichert

Reutlingen. Rund 100 Bürger/innen haben sich am Montagabend bei einer städtischen Informationsveranstaltung im Spitalhofsaal über die künftigen Reutlinger Pläne für die Regionalstadtbahn informiert. Während das Regierungspräsidium die Planfeststellung für Modul eins, Ausbau und Elektrifizierung der Ammertal- und Ermstalbahn, eingeleitet hat, plant die Stadt schon viel weiter.

Im ersten Schritt soll der neue Reutlinger Halt Bösmannsäcker 5600 Bosch-Arbeitsplätze anbinden (wir haben berichtet). Ob ein weiterer zusätzlicher Halt, der etwas missverständlich „Storlach“ benannt ist, tatsächlich kommt, ist noch ungewiss (siehe Kasten).

Nach Modul eins möchte die Stadt Reutlingen die „Gomaringer Spange“ erschließen. Auch hier sind die Pläne weit gediehen. Die Trasse der einstigen Gönninger Bahn ist noch in Besitz der Stadt und unbebaut geblieben. „Wir bräuchten keinen Grunderwerb“, so Stefan Dvorak, der Leiter des städtischen Planungsamtes.

Die Stadtbahn könnte einspurig auf dem jetzigen Fuß- und Radweg verlaufen, an den Haltestellen würden Ausweich-Gleise eingerichtet. Von Ohmenhausen aus würde die Stadtbahn dereinst jeweils im Halbstunden-Takt nach Gomaringen bis Mössingen sowie nach Pfullingen weiterfahren. Dadurch werde die Hauptstraße in Ohmenhausen entlastet, zudem könnten die Immobilien an Wert gewinnen. Dvorak: „Da wird ein sehr attraktiver Stadtraum entstehen.“

Er warf noch einen Blick in die Zukunft. Für die Trassenführung durch die Reutlinger Innenstadt bevorzugt die Stadt die Gartenstraße (Bild). Die Züge könnten an einem Mittelbahnsteig halten, die Stadtbusse davor und dahinter. Auch Autos könnten auf den Gleisen fahren, nur einige Parkplätze würden wegfallen.

Die Planung hängt indes daran, dass für eine Förderung durch den Bund nach bisheriger Gesetzeslage ein „separater Bahnkörper“ erforderlich ist. Diese Bedingung erfüllen Gleise auf der Gartenstraße nicht. Deshalb plant Reutlingen alternativ eine Trassenführung die Lederstraße entlang – dort sei genug Platz für parallel verlaufende Gleise, ohne dass dafür eine Spur der Bundesstraße wegfallen müsste, sagte der Stadtplaner.

Auch für die problematische „Ausschleifung“ der Stadtbahn am Reutlinger Hauptbahnhof ist eine Lösung in Sicht: Hier zeichnet sich ab, dass die Züge in einer parallel verlaufenden Spitzkehre von den bestehenden Gleisen abgezweigt werden. Technisch sei das leicht machbar, so Dvorak. Auch der Stadtraum um den Bahnhof werde aufgewertet.

Fällt ein zusätzlicher Stadtbahn-Halt in Tübingen oder Reutlingen weg?

Im ersten Modul der Regionalstadtbahn sind vier zusätzliche Halte geplant: Neckaraue und Güterbahnhof in Tübingen, Bösmannsäcker und Storlach in Reutlingen. Ein fünfter neuer Halt, Metzingen-Süd, ist weggefallen, weil der dortige Gemeinderat nach Anwohner-Protesten diese Station vorläufig nicht mehr planen will. Doch aufgrund knapper Kapazitäten auf der Strecke ist noch gar nicht klar, ob die übrigen vier Halte auch alle realisiert werden können. Bösmannsäcker und Güterbahnhof seien gesetzt, sagt Elke Weiss, die Projektleiterin für die Stadtbahn beim Reutlinger Landratsamt. Doch ob alle vier neuen Halte – oder nur drei – machbar seien, entscheide sich erst. Die Ergebnisse der Untersuchung durch die Bahn (DB Netz) würden in den nächsten Wochen erwartet. Falls nur drei Halte möglich seien, müssten die Projektpartner neu entscheiden, welche. Für den späteren Endausbau der Stadtbahn seien diese und weitere Zusatz-Halte kein Problem, so Bernd Strobel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins Pro-Regio-Stadtbahn. Bis dahin würden die Strecken-Kapazitäten erweitert, „dann können alle Haltepunkte realisiert werden“, sagt Strobel.

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13.01.2016, 21:00 Uhr
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