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Geldanlage

Rendite mit Spaßfaktor

Oldtimer sind ganz schön wertvoll. Die Preise vieler Modelle sind rasant gestiegen und werden es weiter tun, sagen Experten. Für wahre Liebhaber steht der emotionale Mehrwert im Vordergrund.

17.07.2017
  • ALEXANDER BÖGELEIN

Sage und schreibe 641 Prozent hat die BMW-Modellreihe 503/507/3200 CS seit dem Jahr 2005 an Wert zugelegt. Im Oldtimer-Index der Südwestbank belegt sie damit in Sachen Performance Platz eins, dicht gefolgt von der Porsche 911er-Reihe (630 Prozent).

In ihrem Index namens OTX berücksichtigt die Südwestbank 20 Modelle von Autoherstellern aus Baden-Württemberg, Bayern und dem südlichen Hessen. Der Index kommt seit 2005 auf ein Plus von 421 Prozent. Oldtimer sind damit als Geldanlage deutlich lukrativer als beispielsweise der Deutsche Aktienindex.

Alf Cremers sieht die Preisentwicklung mit Skepsis. Der geschäftsführender Redakteur der Motor Klassik-Redaktion des Motor-Presse-Magazins, verfolgt beruflich und aus privater Leidenschaft den Markt. Die Übertreibungen begründet er mit der Nullzinspolitik und damit, dass manche Menschen, alte Autos aus Kalkül kaufen. Gerade in Schwellenländern verdienten einige ihr Geld schnell „und geben es genauso schnell aus, auch für Oldtimer.“ Das treibt die Preise. Maseratis und Alfa-Romeo-Modelle der 1946er bis 50er Jahre beispielsweise kosten 300 000 bis 500 000 EUR. Das teuerste auf einer Auktion gehandelte Serienauto ist mit 3,5 Mio. EUR. der California Spider Ferrari. Auch Klassiker der zweiten Reihe sind gefragt. Ein Käfer aus den 70ern kostete vor fünf Jahren 5000 EUR, heute 8000 EUR. Cremers freut sich über diese „warme“ Art der Oldtimerbegeisterung.

Leidenschaft für Chrom

Auch für Manfred Hommel, Vorsitzender der Oldtimer-Clubs Stuttgart-Stauferland (Schwäbisch Gmünd) und Donau Masters (Neu-Ulm) gehört zum Fahren mit historischen Fahrzeugen vor allem eines dazu: Leidenschaft. „In Oldtimern hast du eine Hand voll Schalter. Das ist Fahren pur. Jegliche Hektik geht an einem vorüber“, betont er mit Blick auf moderne Autos, in denen alles elektronisch gesteuert ist. Die Mischung aus Optik, Geruch und Langsamkeit mache das Hobby Oldtimer zu einer einmaligen Sache, sagt Hommel, der im Hauptberuf Chef der Mercedes-Benz-Vertriebsdirektion Württemberg ist. Er geht von einer stabilen Wertentwicklung von Oldtimern aus, mahnt aber auch: Sobald die Zinsen am Kapitalmarkt wieder steigen, würden all jene Käufer verschwinden, die sich nur aus Kalkül mit alten Fahrzeugen beschäftigen.

Südwestbank-Direktor Manfred Mühlheim erwartet, dass vor allem originale Fahrzeuge in sehr gutem Zustand begehrt bleiben. „Die erzielen oftmals höhere Preise als toprestaurierte Exemplare“, sagt Mühlheim. Großes Wertsteigerungspotenzial sieht er beim Mercedes 190 SL.

Dass es auch Rückschläge gibt, zeigt das Beispiel des Mercedes 300 SL Flügeltürer (1954-1957). Er büßte im vergangenen Jahr ein Viertel seines Wertes ein, war aber mit 813 000 EUR immer noch das teuerste Serienfahrzeug aus Süddeutschland. „Viele vermögende Kaufinteressenten sind nicht mehr bereit, solch horrende Preise zu bezahlen“, sagt Mühlheim. Der Einbruch drückt auch den Oldtimer-Index im vergangenen Jahr um 4 Prozent ins Minus.

Aus Renditegesichtspunkten empfiehlt Mühlheim einen Oldtimer erst ab einem Kaufpreis von 100 000 Euro. „Für Liebhaber rentieren sich auch günstigere Modelle, aber oftmals fallen die Nebenkosten zu stark ins Gewicht.“ Für Anleger, die auf der Suche nach alternativen Investments sind, eignen sich Autoklassiker nur als Beimischung zum Gesamtvermögen. Dieser Anteil sollte laut Mühlheim nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Vermögens ausmachen. Außerdem empfiehlt er Interessenten zwingend den Gang zu einem Gutachter. Das Risiko, Fälschungen aufzusitzen, sei sehr groß.

Im Straßenverkehr sind Oldtimer auch an ihrem H-Kennzeichen zu erkennen. Das beantragt aber nicht jeder Fahrzeughalter. Der Grund: die Kosten für ein Gutachten, das das Auto als erhaltenswertes „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ einstuft. Für die Besitzer hat das die Vorteile, dass der Steuerbetrag pauschal bei 191 Euro liegt, die Kfz-Versicherung günstiger wird und obendrein von Fahrverboten nicht betroffen ist.

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17.07.2017, 06:00 Uhr
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