Thriller

Religion kontra Wissenschaft

Von DPA

Dan Browns neuer Roman „Origin“ widmet sich auf 699 spannenden Seiten der Frage: Woher kommen wir?

Berlin. Robert Langdon bekam es auf seinen Abenteuern bislang hauptsächlich mit den dunklen Geheimnissen der Vergangenheit zu tun. Seien es alte Geheimbruderschaften oder versteckte Codes in Leonardo da Vincis Meisterwerken: Immer kam der Harvard-Professor mit der Micky-Maus-Uhr in atemloser Geschwindigkeit alten Rätseln und Verschwörungen auf die Spur. Nun lässt US-Bestsellerautor Dan Brown (53) den Symbologen in seinem fünften Langdon-Fall im Zeitalter von Uber, Darknet und Fake News ankommen – und das ausgerechnet, indem er ihn auf die Suche nach den vielleicht ältesten Fragen der Menschheit schickt: Woher kommen wir? Wohin gehen wir?

Auf genau diese Fragen nach dem Ursprung – englisch „Origin“ – und der Zukunft der Menschheit will der Milliardär und Visionär Edmond Kirsch eindeutige Antworten gefunden haben. Enthüllen will er sie während einer Präsentation im Guggenheim-Museum in Bilbao sowie vor einem Weltpublikum im Internet. Bei den Weltreligionen schrillen die Alarmglocken. Ein reicher Atheist, der sich mit Supermodels und der fortschrittlichsten Technik des Planeten umgibt, auf gespenstische Weise Dinge wie die Finanzkrise in der EU vorhersagt und Religion für „eine Form von Massenwahn“ hält, will offenbar die Grundmauern der Glaubensgemeinschaften erschüttern. Die Enthüllung geht jedoch auf spektakuläre Weise schief – und stürzt Langdon in sein neues, mittlerweile fünftes Abenteuer.

Künstliche Intelligenz im Ohr

Unterstützung bekommt Langdon dabei zunächst von einer futuristischen Stimme in seinem Ohr: Winston ist Kirschs selbstentwickelter persönlicher Assistent, eine künstliche Intelligenz. Der manchmal etwas altbackene Harvard-Professor beäugt ihn mit Misstrauen, kommt aber nicht umhin, sich von ihm helfen zu lassen.

Langdon wäre nicht Langdon, wenn er nicht auch diesmal Symbole finden und deuten müsste, die alte Meister für ihn in ihren Werken versteckt haben. Aber Brown wäre auch nicht Brown, wenn er seinen Romanhelden das nicht einmal mehr am Zahn der Zeit und in atemberaubendem Tempo tun ließe. Langdon folgt so einem Pfad, den er in „Inferno“ bereits eingeschlagen hat – einem Pfad in die Zukunft, der verängstigen, aber auch zuversichtlich stimmen kann. Steffen Trumpf, dpa


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05.10.2017 - 06:00 Uhr