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Arbeit an der Leistungsgrenze

Rathaus-Personal soll nach 22 Jahren aufgestockt werden

In Neustetten wird 2013 eine neue Verwaltungsstelle geschaffen. Dafür sprach sich der Gemeinderat aus. Damit soll das vorhandene Personal entlastet und eine neue Organisationsstruktur geschaffen werden.

27.09.2012
  • von Frank Rumpel

Neustetten. Seit 22 Jahren arbeitet die Verwaltung der Gemeinde Neustetten mit demselben Personalstand. Zuletzt wurde 1990 eine Stelle geschaffen. „Aber wir sind an einer Grenze angelangt, wo das nicht mehr leistbar ist“, sagte Bürgermeister Gunter Schmid in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. „Wir haben hier in den vergangenen Jahren nach dem Feuerwehrprinzip gearbeitet.“ Denn längst habe die Verwaltung deutlich mehr und zudem komplexere Aufgaben als damals zu erledigen. Neue Aufgaben entstanden beispielsweise durch strengere gesetzliche Anforderungen, aber auch durch den Ausbau der Kinderbetreuung oder die Schaffung neuer Einrichtungen, wie etwa der Bücherei. „Das muss auch alles verwaltet werden“, sagte Schmid und da werde es längst eng, vor allem, wenn eine/r der Mitarbeiter/innen in Urlaub oder krank sei.

Deshalb hatte der Gemeinderat für den diesjährigen Haushalt Mittel für ein Gutachten eingestellt, das die Organisationsstruktur der Verwaltung unter die Lupe nehmen sollte. Dieses Gutachten fiel eindeutig aus. Norbert Kranz, einer der Geschäftsführer vom Büro Heyder und Partner, empfahl die Schaffung eines Hauptamtes und einer Kämmerei mit klarer Aufgabenverteilung. „Momentan gibt es da noch viele Vermischungen“, sagte Kranz.

Im Vergleich mit Gemeinden ähnlicher Größe, fehlten in der Verwaltung Neustettens 2,5 Stellen. „Sie haben in den vergangenen Jahren sehr wirtschaftlich gearbeitet“, bescheinigte Kranz. „Allerdings ist die Frage, wie lange Sie das beibehalten können.“ Schließlich würden die Aufgaben für die Kommunen künftig nicht weniger, sagte er etwa mit Blick auf ein neues, gesetzlich vorgeschriebenes Buchführungssystem. Die Umstellung vom alten System auf das Neue, in dem das gesamte kommunale Vermögen erfasst werden soll, nehme Jahre in Anspruch. Schmid: „Eine Herkulesaufgabe.“

Nach einigen skeptischen Nachfragen aus dem Gremium wurde Kranz noch eine Spur deutlicher: „Die Verwaltung arbeitet hier ohne Netz und doppelten Boden mit sehr engem Personalgerüst. Das geht eine Weile gut, bis mal einer ausfällt.“ Dringend riet er zu einer zusätzlichen Stelle im gehobenen Dienst (was mit jährlich etwa 60 000 Euro zu Buche schlägt), „um die Aufgaben zu entflechten und sachlich starke Ämter zu schaffen“. Momentan kümmere sich in Neustetten der Bürgermeister um alles. Das konnte Schmid bestätigen. „Überspitzt gesagt bin ich den Tag über Sachbearbeiter bei der Gemeinde und Bürgermeister in meiner Freizeit.“ Deshalb, so Kranz, brauche es jemanden, der „das tägliche Klein-Klein-Geschäft“ übernimmt. „Der Bürgermeister braucht auch Freiräume, um gestalten zu können.“

Gemeinderat Simon Steiff sprach sich, unterstützt von mehreren Ratskolleg/innen dafür aus, nicht nur über diese eine, sondern auch gleich über eine weitere, zumindest mittelfristig ebenfalls von den Gutachtern empfohlene, halbe Stelle im mittleren Dienst mit abzustimmen, die für das Thema Steuern zuständig wäre. Diese halbe Stelle könne dann besetzt werden, wenn es nötig sei, meinte Steiff. Verstanden wissen wollte er seinen Antrag „als klares Zeichen. Was wir jetzt machen, ist ein wegweisender Umbau der gesamten Verwaltung.“

Der Antrag wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Schmid will die Vollzeitstelle Anfang 2013 besetzen. Sie soll, wie er sagt, „Entlastung für das ganze Rathaus sein“. Denn für ihn, räumte er freimütig ein, sei es im Rückblick schlicht verwunderlich, „dass die Verwaltung so viele Jahre auf so hohem Niveau funktioniert hat“.

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27.09.2012, 12:00 Uhr
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