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Minister Hauk kündigt Besuch im Institut an

Protestdemo gegen Tübinger Tierversuche

Die Affenversuche am Max-Planck-Institut in Tübingen sollen eingestellt werden. Tierschützer zweifeln daran – und gehen auf die Straße.

30.05.2016
  • DPA

Tübingen. Rund 500 Tierschützer haben in Tübingen gegen Versuche an Affen demonstriert. Mit Transparenten und der Forderung „Stoppt Tierversuche“ zogen sie am Samstag durch die Innenstadt vors Rathaus. Die Forschung an Primaten am Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik ist seit langem umstritten.

Der Verein „Soko Tierschutz“ organisierte die Protestaktionen. Nach Angaben des Vereins beteiligten sich am Demonstrationszug am Samstag 500 bis 600 Menschen, die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 400 bis 500. Außerdem bauten die Tierversuchgegner ein Zeltlager vor dem Forschungsinstitut auf. „Wir fordern, dass die Geheimhaltung um Tierversuche aufhört und dass die Affen freikommen“, sagte Vereinsgründer Friedrich Mülln. Generell lehnen die Aktivisten Tierversuche ab, denn ihre Wirksamkeit sei nicht erwiesen.

Nach monatelangen Anfeindungen von Tierschutzaktivisten hatte Institutsleiter Nikos Logothetis im vergangenen Jahr erklärt, die Versuche an Primaten in Tübingen auslaufen zu lassen und dann nur noch mit Ratten arbeiten zu wollen. Das habe sich nicht geändert, sagte die Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, Christina Beck. Dennoch halte die Einrichtung die Forschung an Primaten für unerlässlich, „will man Krankheiten wie Demenz, Schizophrenie oder Parkinson verstehen.“ Es habe sich um Studien an Primaten gehandelt, die zur Entwicklung eines Hirnschrittmachers und damit zu einer wirkungsvollen Parkinson-Therapie für mehr als 100 000 Patienten weltweit geführt habe.

Landwirtschaftsminister Peter Hauk, der auch für den Tierschutz zuständig ist, will sich dafür einsetzen, Tierversuche zu reduzieren. Er kündigte einen Besuch des Max-Planck-Instituts in Tübingen an. „Leider kann man auf Tierversuche nicht gänzlich verzichten, deshalb müssen stetig Verfahren entwickelt werden, um Tierversuche weiter zu minimieren. Das ist die Zielsetzung.“ Er wolle Modellvorhaben auszeichnen, die sich besonders tierschutzgerecht in der Medikamenten-Entwicklung und in der Krankheitsforschung bewähren., sagte der CDU-Politiker.

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30.05.2016, 06:00 Uhr
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