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Die wilden Vollmond-Bäcker

Pro 7 bei den „Wild Bakers“ in Gomaringen

Erstaunlich, was aus 13 Stunden Filmmaterial wird, sagt Jörg Schmid. So lang hat eine Galileo-Reporterin den jungen Bäcker und dessen Kollegen Johannes Hirth begleitet, als sie in einer Vollmondnacht das „edelste Brot Deutschlands“ buken. Daraus wurde nun ein Beitrag von wenigen Minuten auf Pro 7, bejubelt von Gästen der „Viewing“-Party im Gomaringer Café Kult.

17.06.2011
  • Gabi Schweizer

28 Tage hat ein Mondzyklus. 28 Zutaten enthält das teuerste Brot Deutschlands. Nicht nur innendrin stecken wertvolle Lebensmittel wie Macadamia- und Pekanüsse, Pinienkerne, Pistazien, Safran und alte Getreidearten (Waldstaudenroggen, Emmer, Einkorn- und Maronenmehl). Auch die Kruste ist erlesen, um nicht zu sagen dekadent. Das Trüffelöl gehört noch in die Rubrik „Geschmacksverfeinerung“, der zum Vollmond geformte Goldstaub (24 Karat) hat rein ästhetische und ideelle Gründe.

Pro 7 bei den „Wild Bakers“ in Gomaringen
Die Wild Bakers mit ihrem goldbestäubten Vollmondbrot: Jochen Lude, Jörg Schmid und Bekir Fazliu (von links); es fehlt Johannes Hirth – er machte in seinem Heimatort Bad Friedrichshall eine eigene Viewing-Party, als der Galileo-Beitrag über das teuerste Brot Deutschlands auf Pro 7 kam. Übrigens: Gold im Essen ist zwar dekadent, nach Aussage eines Chemikers aber nicht gesundheitsschädlich, weil sich Edelmetalle nur sehr schwer in etwas lösen. Bild: Franke

„Wir wollen die Wertigkeit der Brots demonstrieren“, sagt der 26-jährige Jörg Schmid von der gleichnamigen Gomaringer Bäckerei. Nun gehört Gold oftmals nicht zu den fair gehandelten Waren. Aber „wir reden nicht von Goldbarren“, verteidigt der junge Mann sein Konzept, sondern von 0,2 Gramm für 28 Brote, so viele eben, wie in einer normalen Vollmondnacht gebacken werden. Wer einen solchen Laib haben möchte, zahlt 28 Euro für zwei Kilo. Und das dürfte sich durchaus als „teuerstes Brot Deutschlands“ qualifizieren, wie die Galileo-Reporter/innen behaupteten.

Für die Sendung, die am frühen Mittwochabend ausgestrahlt wurde, hatten sie sich auf die Suche nach den „teuersten Delikatessen Deutschlands“ gemacht und dabei bayrisches Bier, Austern und eben das Vollmondbrot entdeckt. Nicht direkt, freilich. Das Fernsehteam hatte sich an den Direktor der Akademie des deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim gewandt, bei dem Jörg Schmid seinen Meisterbrief machte: „Der hat uns empfohlen.“

„Uns“, das sind Jörg Schmid, Jochen Lude, Bekir Fazliu und Johannes Hirth – allesamt junge Bäcker aus ganz Baden-Württemberg. Zusammen sind sie die „Wild Bakers“ oder „Devils Bakers“, wie sie sich auch schon nannten. Was darauf hinweist, dass sie ein bisschen mehr machen wollen als Nusshörnchen und Brezeln – nämlich ein „in den Augen der Gesellschaft angestaubtes“ Handwerk als innovativ und modern darstellen. Sie bezeichnen sich selbst als „Deutschlands erstes Eventbäckerteam“, liebäugeln mit einem Weltrekordversuch und geben einstweilen Erlebnis-Backkurse. Gewissermaßen sind diese auch schuld daran, dass es nun das Vollmondbrot gibt: „Die Hausfrauen haben uns mehrfach darauf angesprochen, ob sich der Vollmond aufs Backen auswirkt“, erzählt Jörg Schmid. „Wir haben dann ein bisschen experimentiert damit. Was man merkt ist, dass der Teig das Wasser anders aufnimmt.“

Wasser übrigens, das nicht einfach Wasser ist, sondern ausschließlich in Vollmondnächten direkt aus der Quelle gezapftes Nass aus Sankt Leonhard. Und so entstehen jeden Monat in der Gomaringer Bäckerei Schmid und der Bad Friedrichshaller Bäckerei Hirth große Laibe mit goldenem Kreis. Nun hat die Sache mit dem Vollmond freilich einen Haken: „Man muss fairnesshalber sagen, dass wir das Rezept nur in Vollmondnächten getestet haben“, gibt der Gomaringer „Wild Baker“ zu. Und auch Galileo-Reporterin Funda Vanroy merkt an, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Wirkung des Mondlichts gibt. Andererseits sagt sie: „Ob Vollmondkräfte wirken oder nicht, sei mal dahingestellt. Aber es schmeckt auf jeden Fall superlecker.“

Die „Viewing“-Party in der Bäckerei Schmid – mit Sekt, Gegrilltem und reichlich Lokal-Prominenz – fand für die jungen Wilden freilich ein rasches Ende. Noch in derselben Nacht mussten in der Backstube Vollmondbrote geformt werden, für Lieferungen bis nach Berlin. Ob sich die Mondfinsternis auf die Laibe auswirkte, war gestern allerdings nicht mehr in Erfahrung zu bringen.

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17.06.2011, 12:00 Uhr
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