Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Precious - Das Leben ist kostbar

Precious - Das Leben ist kostbar

Packende Sozialstudie über ein wuchtiges Teenie-Mädchen, das im Harlem der 80er Jahre der Gewalt und Perspektivlosigkeit trotzt.

Jetzt im Kino: Mit 200 Kilo gegen den Rest der Welt - "Precious"

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Jetzt im Kino: Mit 200 Kilo gegen den Rest der Welt - "Precious" --

02:30 min

Precious: Based on the Novel Push by Sapphire
USA

Regie: Lee Daniels
Mit: Gabourey Sidibe, Mo'Nique, Aunt Dot, Paula Patton, Mariah Carey, Lenny Kravitz

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
22.03.2010
  • Klaus-Peter Eichele

Obama hin oder her – auch heute noch ist die Chance eines jungen Afroamerikaners, im Knast zu landen oder an Drogen zugrunde zu gehen, größer als auf eine gut bürgerliche Karriere. Dass diese Tatsache kein Naturgesetz ist, zeigen zwei aktuelle Kinofilme.

Kritik "Blind Side"

Auch Claireece Jones, genannt Precious, hat Glück, wenngleich ganz und gar kein märchenhaftes. Am Ende des beeindruckenden Films von Lee Daniels hat die vier Zentner schwere junge Frau (Newcomerin Gabourey Sidibe) aus dem afroamerikanischen Getto gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen, sich nicht mehr von jedermann herumkommandieren zu lassen, und vielleicht bekommt sie sogar die Chance, aufs College zu gehen.

Das war nicht zu erwarten angesichts ihrer erschütternden Kindheit und Jugend, die der Film teils andeutungsweise, teils mit drastischen Bildern und Dialogen zeichnet. Vom ansonsten unsichtbaren Vater wird sie regelmäßig vergewaltigt und geschwängert; die von Sozialhilfe lebende Mutter behandelt sie aus Eifersucht wie ein Stück Dreck – sicher kein Einzelfall im sozial marginalisierten und mit Drogen überschwemmten New Yorker Stadtteil Harlem der achtziger Jahre.

Einen Weg aus der Hölle scheint es schon wegen ihrer Körpermasse nicht zu geben; beinahe ein Wunder, dass der abgestumpfte und unnahbare Brocken Mensch wenigstens in Gedanken von einem besseren Leben als umjubelte Tänzerin träumt. Die Wende naht allerdings ziemlich unglamourös mit einem Sozialprojekt für verwahrloste Mädchen.

Dort legt eine übermenschlich engagierte Lehrerin mit Engelsgeduld Schicht für Schicht Precious' verschüttete Fähigkeiten frei, und in der quirligen Girlie-Clique erfährt sie erstmals im Leben Mitgefühl und Solidarität. Regisseur Daniels gelingt das seltene Kunststück, dem Zuschauer mit sanftem Emanzipations-Pathos das Herz zu wärmen, ohne an den deprimierenden sozialen Verhältnissen irgendetwas zu beschönigen. Der Monolog, mit dem Precious' Mutter den lebenslangen Missbrauch ihrer Tochter rechtfertigt, zählt vielmehr zum emotional Härtesten, was das Kino in letzter Zeit zu bieten hatte.

Ein zweites Wunder folgt, wenn der anfangs bloß abstoßende Körper der Titelheldin nach und nach in purer Schönheit erstrahlt.

Eine Oase des Realismus im meist überzuckerten Genre des Emanzipationsfilms.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

22.03.2010, 12:00 Uhr | geändert: 28.07.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
02.04.2010

12:00 Uhr

Bornlover schrieb:

Ich weiß nicht, wie Sandra Bullock gespielt hat, aber wohl kaum besser als Sidibe in diesem großen realistischen, humorvollen und sehr anrührenden Film. Das Beste, was ich in diesem Jahr gesehen habe.



 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Mehr Besucher, interessante Diskussionen, zufriedene Gäste Französische Filmtage · Festival mit Happy End
Ulla Steuernagel über die Französischen Filmtage Ein Festival mit Atmo und Debatten
Französische Filmtage Mit dem Kopf woanders
Zuletzt kommentiert
… „ES“ ist ein Kinderfilm für Erwachsene, denn die Helden sind allesamt angehende Teens. Es sind Pubertierende mit all ihren Nöten aus körperlichen Defiziten, großkotzigen Bullies, die die Stadt zu „ihrer“ Stadt erklären, übergriffigen Eltern und vor allem mit einem uralten Schrecken, der der Stadt schon bei der Gründung eingeschrieben wurde: Pennywise. Das alles kommt so fein austariert und bis ins letzte Detail stimmig umgesetzt daher, dass die Kinder dem empfindsamen Zuschauer recht bald ans Herz wachsen, Kinder einer Zeit und Kultur, in der der Horror für Stephen King noch aus dem Kleinstädtischen erwuchs. „ES“ spart nicht an einigen krassen Effekten, ist aber in seinen besten Momenten (und die sind beileibe nicht rar) dort am stärksten, wo es um das scheinbar Nebensächliche und Beiläufige geht: Wenn der Vater von Beverly seiner Tochter etwas zu lange über das Haar streicht, wenn der dicke Ben in der Bibliothek recherchiert und im Hintergrund die Bibliothekarin nicht weicht, wenn Stanley in der Synagoge ein Bild betrachtet und es irgendwann zurückschaut ….. das sind nur ein paar der vielen Szenen, bei denen es / „ES“ dich beklemmend schaudern macht. Chapeau.
Peter Dorn über Es
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular