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Eine Seilbahn über Tübingen?

Podiumsdiskussion in Tübingen zeigte Möglichkeiten und Grenzen des schwebenden Transportmittels auf

Eine Seilbahn ist nicht nur etwas für den Skiurlaub, sondern wird in vielen Städten der Welt für den Nahverkehr eingesetzt.

10.11.2017
  • Gernot Stegert

Reutlingen hat sogar eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Und Tübingen? Eine Podiumsdiskussion am Mittwochabend im Lamm ergab erste Antworten.

Eingeladen hatte der Tübinger Stadtrat Markus Vogt. „Ist eine Seilbahn für Tübingen möglich oder eine absurde Idee?“ fragte er zu Beginn. Als Vertreter der satirischen „Partei“ und des Stammtischs „Unser Huhn“ ist er zwar schon durch viele absurde Ideen aufgefallen. Bei der Seilbahn aber meint er es ernst. Und ist dafür. Entsprechend hatte er vier Experten auf dem Podium, die vor etwa 60 Zuhörern Vor- und Nachteile einer Seilbahn diskutierten.

Günter Troy von Doppelmayr Seilbahnen aus Wolfurt in Österreich, einer der weltgrößten Hersteller, zeigte mit einem Video, wie die sogenannten urbanen Seilbahnen etwa in London oder La Paz für den Nahverkehr eingesetzt werden. Moderne Kabinen können beispielsweise 35 Personen befördern und sind barrierefrei. In einer Stunde können bis zu 10000 Personen (5000 je Richtung) gefahren werden. Das entspreche 100 Bussen oder 2000 Autos.

Jürgen Straub, Professor für Umwelttechnologie und Vorsitzender der Fraktion „Wir in Reutlingen“ (WIR), engagiert sich dort für eine Seilbahn. Mit Teilerfolg: Im Doppelthaushalt 2017/18 hat der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie für 60000 Euro beschlossen. Straub ist begeistert von der „himmlischen Lösung“ in der dritten Dimension, die darunter Platz lasse für Straßen und Fußwege. Eine Seilbahn sei leistungsfähig. Es gebe bei einem Takt von 20 bis 30 Sekunden keine Wartezeiten. Und die Kosten? Sie hängen von der gewählten Seilbahntyp und von der Strecke ab. Grundsätzlich koste sie maximal die Hälfte einer Stadtbahn, sagte Straub.

Max Reichenbach forscht am Karlsruher Institut für Technologie über Seilbahnen im Nahverkehr. „In Städten ist das noch etwas Neues“, sagte er. In Deutschland fahren die einzigen als Nahverkehrsmittel bisher in Koblenz und Berlin. In Hamburg habe ein Bürgerentscheid das Projekt gekippt. Eine Seilbahn sei mittlerweile förderfähig nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.

Udo Michael Wagner hat in Tübingen die Studie „Job-Ticket statt Parkausweis“ über das Uniklinikum geschrieben und arbeitet als Verkehrsforscher in Karlsruhe. Er erinnerte daran, dass in Tübingen die Spitzenzeiten morgens und nachmittags ein Problem sind und die Mühlstraße ein Engpass ist. Diesen könne eine Seilbahn umgehen.

Eine konkrete Trasse stand am Mittwochabend nicht zur Diskussion. Vogt sagte, er sei für eine Direktverbindung vom Hauptbahnhof über das Schloss zum Schnarrenberg. Doch das ist nicht die Lösung für das Tübinger Verkehrsproblem, wie sich in der Diskussion zeigte. Zwar meldeten sich auch viele Befürworter einer Seilbahn zu Wort.

Doch Gerd Hickmann, Grünen-Kreisrat und Leiter der Zentralstelle des Landesverkehrsministeriums, sagte: „Eine Seilbahn ist gut für eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung.“ In Tübingen müssten aber viele Menschen auf viele Punkte verteilt werden: Altstadt, Tal-Uni, Tal-Kliniken sowie Kliniken und Uni auf dem Berg. Ähnlich äußerten sich auch andere im Publikum.

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10.11.2017, 01:00 Uhr
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