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Peta kritisiert Uni Tübingen
Der Rektor der Universität Tübingen, Bernd Engler, hält die Vorwürfe von Peta für unbegründet. Foto: Ulrich Metz
Organisation nennt Tierversuche im Studium unwissenschaftlich

Peta kritisiert Uni Tübingen

Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert den Einsatz von Versuchstieren während des Studiums als "unwissenschaftlich". Der Tübinger Uni-Rektor weist den Vorwurf zurück - Tierversuche seien unverzichtbar.

25.02.2016
  • von MADELEINE WEGNER

Tübingen. Die weltweit größte Tierrechtsorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) ruft die Universität Tübingen nun dazu auf, gänzlich auf Tiere im Studium zu verzichten. "Wir fordern die Verantwortlichen auf, den Tierschutz ernst zu nehmen und die Verwendung von Tieren in Forschung und Lehre gänzlich zu stoppen", sagt Stephanie Kowalski, Tierärztin und Peta-Fachreferentin gegen Tierversuche. Laut Peta würden Millionen von Lebewesen jährlich an deutschen Universitäten für Tierversuche missbraucht und getötet.

Die Organisation bezeichnete Tierversuche als "unwissenschaftlich": Da sich ihre Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen ließen, hätten Experimente mit und an Tieren im Studium keinen Mehrwert - "im Gegenteil, sie vermitteln sogar falsche Lerninhalte". In Zeiten von Computersimulationen, 3-D-Modellen und anderen Alternativmethoden müsse kein Tier mehr für Ausbildungszwecke leiden und sterben.

Die Universität Tübingen weist den Vorwurf der Tierrechtsorganisation Peta zurück. "Ein Studium an der Universität Tübingen orientiert sich an international anerkannten wissenschaftlichen Standards", sagte Uni-Rektor Bernd Engler. "Dazu gehört selbstverständlich, dass Studierende etwa im Fach Biologie mit den grundlegenden Bauplänen des Lebens vertraut gemacht werden, auch durch die Sektion von bereits getöteten Tieren."

Die Uni Tübingen sei eine der bundesweit führenden Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung neuer Antibiotika und Impfstoffe, Tübinger Forscher seien zudem weltweit aktiv in der Bekämpfung gefährlicher Infektionskrankheiten wie Ebola oder Malaria. "Unsere Studierenden werden in den Lebenswissenschaften darauf vorbereitet, in Zukunft an der Entwicklung von lebensrettenden neuen Medikamenten und Therapien mitzuwirken", sagte der Rektor: "Auf diesem Forschungsfeld sind Tierversuche nicht nur wissenschaftlich geboten, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben." In der Forschung sei auf absehbare Zeit entgegen den Behauptungen von Peta ein vollständiger Verzicht auf Tierversuche nicht möglich. Daher könne die Arbeit an Tiermodellen auch aus dem Studium nicht ausgeklammert werden.

Die von Peta angebotene Unterstützung "auf dem Weg zu einer tierversuchsfreien Lehre" habe die Uni Tübingen nach Angaben der Organisation bislang nicht angenommen. Engler betonte jedoch, die Universität sei offen für Vorschläge von Seiten der Studierenden, die zu einem reduzierten Einsatz von Versuchstieren führen könnten. Im Umgang mit Versuchstieren bekenne sich die Uni zum so genannten 3-R-Prinzip ("reduce, replace, refine"). "Reduce" steht dafür, den Einsatz von Versuchstieren soweit möglich reduzieren, "replace" dafür, Tierversuche nach Möglichkeit durch alternative Methoden zu ersetzen und "refine" für eine Verfeinerung der Verfahren, dass weniger Versuche mit einer geringeren Zahl von Tieren notwendig werden.

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25.02.2016, 08:30 Uhr
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