Enthüllung

„Paradise Papers“ offenbaren dubiose Steuergeschäfte

Von AFP/DPA

Neue Dokumente belegen Verbindungen von Prominenten, Politikern und Konzernen in Finanzoasen. Die Bundesregierung begrüßt die Offenlegung.

Berlin. Nach den „Panama Papers“ bringt eine neue Veröffentlichung zu millionenfachen Daten über Steuertricks weltweit Politiker, Prominente und Konzerne unter Druck. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, die dem Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) angehört, geht es um Briefkastenfirmen von einer Anwaltskanzlei auf den Bermudas und einer Firma in Singapur. Das neue Datenleck wurde von den Autoren „Paradise Papers“ getauft. Das Bundesfinanzministerium forderte eine Offenlegung der Dokumente. Ein Sprecher nannte es „hilfreich“, wenn die Informationen aus den „Paradise Papers“ der deutschen Finanzverwaltung „so wie sie sind“ zur Verfügung gestellt würden.

Die insgesamt 13,4 Millionen Dokumente wurden der „Süddeutschen Zeitung“ zugespielt und von einem internationalen Medienkonsortium ausgewertet. Es tauchen die Namen von mehr als 120 Politikern aus fast 50 Ländern auf. Auch zu Geschäftspraktiken einiger Weltkonzerne gebe es Informationen, ebenso zu bekannten deutschen Unternehmern und Firmenerben.

Durch die „Paradise Papers“ würden „Strukturen, Akteure und Nutznießer steuerlicher Parallelwelten“ bekannt gemacht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. „Transparenz ist der Untergang jeder Steueroase.“

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will Steuerschlupflöcher innerhalb der EU schließen. Unternehmen profitierten vom europäischen Wirtschaftsraum und sollten daher auch einen höheren Beitrag für das Gemeinwesen zahlen.

Der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold fordert, dass Steuerberater ihre Steuersparmodelle dem Fiskus transparent machen müssen. „Die Bundesregierung hat das bisher immer abgelehnt. Ich hoffe, dass die Paradise Papers bewirken, dass der Kampf gegen Geldwäsche und Steuerdumping in den Sondierungen ein größeres Gewicht bekommt“, sagte Giegold dieser Zeitung. mg/dpa/afp

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07.11.2017 - 06:00 Uhr