Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Arbeitsplatzabbau bei Siemens in Kilchberg

Palmer und Walter gegen „Symbolpolitik“

Der Tübinger Oberbürgermeister und der Landrat und reagieren auf die Kritik des Siemens-Betriebsratsvorsitzenden Ismayil Arslan: Man habe kaum Einflussmöglichkeiten.

06.05.2017
  • Volker Rekittke

Über die geplante Verlagerung von 337 Arbeitsplätzen ins tschechische Mohelnice hatte der Siemens-Betriebsratsvorsitzende Ismayil Arslan am 1. Mai in Tübingen gesprochen – in Kilchberg würden demnach nur noch 249 Arbeitsplätze bleiben. Die Tübinger Belegschaft werde den Wegfall hunderter Jobs nicht hinnehmen. Arslan kritisierte auch die fehlende Solidarität von Stadt und Kreis. Er hätte sich gewünscht, dass der Tübinger OB Boris Palmer „für unsere Lage halb so viel Interesse gezeigt hätte wie für die Preise von Eiskugeln“. Von der Stadt und auch vom Landkreis habe er bislang kein Wort gehört.

Das TAGBLATT fragte nach: Selbstverständlich habe er mit der Siemens-Geschäftsführung telefoniert und sich informieren lassen, so OB Palmer. Es handele sich jedoch um eine rein privatwirtschaftliche Entscheidung: „Es gibt keine Einflussmöglichkeit der Stadt.“ Beim Thema Eispreise sei das anders, da verlange das Kartellamt von der Stadt eine Stellungnahme. Der Siemens-Betriebsrat habe sich auch nicht an die Stadt gewandt. Palmer: „Wenn die Erwartung die sein sollte, dass ich von Siemens fordere, die Arbeitsplätze in Tübingen zu erhalten, dann habe ich mich in der Tat bewusst dagegen entschieden.“ Denn: „Ich kann die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen nicht beurteilen, daher wäre solch eine Forderung wohlfeil.“ Entscheidungen dieser Art seien in einer sozialen Marktwirtschaft Entscheidungen der Unternehmen. Die Politik setze Rahmenbedingungen: „Wir haben als Stadt da unser Bestes getan. Seit zehn Jahren halten wir ein Grundstück für Siemens zur Betriebserweiterung vor.“ Mehrere Siemens-Geschäftsführer hätten immer wieder darauf gedrängt. Palmer: „Am Ende fiel trotzdem eine Entscheidung gegen Tübingen. Das muss die Stadt respektieren.“ Dass die Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze kämpfen, verstehe sich von selbst. „Persönlich wünsche ich ihnen Glück und Erfolg. Die Stadt kann dabei aber nicht Partei sein.“

„Unsere Einflussmöglichkeiten auf die wirtschaftlichen Entscheidungen der Betriebe sind äußerst gering“, sagt auch Landrat Joachim Walter. Der Kreis könne allenfalls vermittelnd tätig werden, jedoch: „An mich ist deswegen noch niemand herangetreten“, weder von Seiten des Siemens-Betriebsrats noch der Gewerkschaft. Walter: „Symbolpolitik in Form von Solidaritätsbekundungen – im sicheren Bewusstsein, dass man nichts tun kann – halte ich nicht für ehrlich.“

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

06.05.2017, 01:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular