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Eine Ehrung von Mahmoud Abbas

Palästinenserpräsident zeichnete Felicia Langer aus

Beim Besuch von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas in Berlin erhielt die Tübinger Menschenrechtsanwältin Felicia Langer am gestrigen Dienstag eine hohe palästinensische Auszeichnung.

18.01.2012

Tübingen / Berlin. Im Gepäck zu seinem ersten offiziellen Besuch bei Bundespräsident Christian Wulff und Gesprächen mit der Bundeskanzlerin, dem Außenminister und Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte Abbas den palästinensischen „Orden für besondere Verdienste“ für Felicia Langer. Die Preisverleihung fand gestern Abend außerhalb des offiziellen Besuchsprogramms in einem Berliner Hotel statt.

Die 81-jährige Israelin Felicia Langer, die seit über 20 Jahren in Tübingen lebt und inzwischen auch deutsche Staatsbürgerin ist, setzte sich in ihrer aktiven Zeit als Rechtsanwältin in Israel viele Jahre für die Rechte der Palästinenser ein: Sie verteidigte Gefangene in den besetzten Gebieten vor israelischen Militärgerichten und erhob unermüdlich ihre Stimme gegen Unrecht, das Palästinensern zugefügt wurde: Enteignungen von Land, Inhaftierungen, Deportationen. Einer ihrer Mandanten war der Bürgermeister von Nablus im Westjordanland.

Nachdem es ihr in Israel zunehmend schwerer und zuletzt unmöglich gemacht wurde, ihre Tätigkeit als Anwältin von Palästinensern und israelischen Kriegsdienstverweigerern auszuüben, übersiedelte Felicia Langer mit ihrem Mann Mieciu, einem Überlebenden des Holocaust, nach Tübingen, wo bereits ihr Sohn lebte. Von hier aus schrieb und redete sie mit mehreren Büchern, bei Kundgebungen und in Vorträgen weiter an gegen die israelische Siedlungspolitik, den Grenzwall gegen die Palästinensergebiete, die israelische Militäraktion im Gaza-Streifen 2009.

Während Felicia Langer in Israel und auch in Deutschland vielfach angefeindet wird als Unterstützerin von Gegnern Israels, sieht sie sich selbst als eine Vermittlerin zwischen Friedenskräften auf beiden Seiten. Auch in ihrer gestrigen Dankesrede anlässlich der Ordensverleihung wiederholte sie gegenüber Israel den Vorwurf der „Apartheid“-Politik; sie betonte aber auch die Rolle des Rechts, das von vielen Palästinensern als friedliches Mittel zu einer gerechten Lösung des Konflikts gewählt worden sei. Langer zeigte sich zuversichtlich, dass das palästinensische Volk nach der Unesco auch als Mitglied der Vereinten Nationen anerkannt werde. Ein Antrag der Palästinensischen Regierung auf Vollmitgliedschaft in der Uno blieb im vergangenen Jahr chancenlos.

Seit sie 1990 mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt wurde, erhielt Felicia Langer zahlreiche weitere Auszeichnungen; darunter den Bruno-Kreisky-Preis für Menschenrechte (1991) und das Bundesverdienstkreuz (2009).upf

Palästinenserpräsident zeichnete Felicia Langer aus
Felicia LangerBild: Metz

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18.01.2012, 12:00 Uhr
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