Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Gut verpackte Gabenbringer im Jubiläumsjahr

Osterei-Museum in Erpfingen zeigt Verpackungseier

Das Ostereimuseum in Erpfingen feiert sein 20-jähriges Bestehen. Die Sonderausstellung zum Jubiläum widmet sich einer formvollendeten Verpackung: dem Papp-Ei.

26.02.2013
  • von ANGELIKA BRIESCHKE

Erpfingen. Sie wolle für das Jubiläumsjahr mit der Sonderausstellung eine „breitere Zielgruppe“ ansprechen, sagt die Leiterin der Ostereimuseums, Anna Barkefeld. Deswegen hat sie sich für das Thema Verpackungseier entschieden. Eier als (Geschenk)-Verpackung – damit könnten auch Männer mehr anfangen als zum Beispiel mit Keramikeiern oder filigraner Ostereimalerei, meint sie.

Anne Barkefeld hat dafür den Esslinger Hobbysammler Jürgen Pintscher gewinnen können, der seit 20 Jahren Ausstellungen rund um die beiden großen christlichen Feste – Ostern und Weihnachten – organisiert. Pintscher sammelt vor allem „Gabenbringer“. Sein persönlicher Liebling ist dabei der Weihnachtsmann, von dem er über 3 000 Exemplare besitzt. „Die größte Sammlung Europas“, sagt er. Pappeier hat er nicht ganz so viele: Etwas über 300 Stück. Davon sind nun seit Freitag rund 150 im Ostereimuseum unter dem Titel „Gut verpackt“ zu sehen. Die Exponate der Pappeier-Sammlung von Pintscher, der von Beruf Maler und Dekorateur ist, reicht bis ins Jahr 1910 zurück. Viele dieser Eier hat er auf Flohmärkten erstanden, vor allem im Osten Deutschlands. „Es war ein Glück, dass die Wende gekommen ist“, sagt er. Einfach, weil dort noch „viele schöne alte Sachen“ zu haben waren. Die durchaus Marktwert haben: Für sein ältestes Pappei aus dem Jahr 1910 hat Jürgen Pintscher 300 Mark gezahlt.

Zu den 150 Pappeiern aus der Sammlung Pintscher hat das Ostereimuseum auch einige wenige besondere Gegenstände beigesteuert: mit Seide überzogene, handbemalte Einzelstücke, die zum Teil über 100 Jahre alt sind oder Postkarten vergangener Ostertage, auf denen Pappeier zu sehen sind. Die Sonderausstellung ist in acht Hochvitrinen in den beiden Erdgeschoss-Räumen des Museums aufgebaut. Dabei haben Barkefeld und Pintscher die Pappeier verschiedenen Themenbereichen zugeordnet wie „Flower Power“, „Gold und Glitzer“ oder „Landidylle“ – je nachdem, was für Motive auf den Eiern zu sehen sind. Die Ausstellung erzählt aber auch etwas über die Produktion der Geschenkkartons in Eierform.

Die Verpackungseier sind nämlich nur mit viel Handarbeit herzustellen. Allein schon für das dickere Papier, aus dem der Papp-Rohling gemacht wird, braucht es zehn bis zwölf Produktionsschritte. Und die Motivbilder aus Papier, die auf den Rohling geklebt werden, müssen von Hand eingeschnitten werden, damit sie sich der Eiform genau anpassen. Eine der wichtigsten Produktionsstätten von Pappeiern ist die Firma Nestler aus dem Erzgebirge, die neben Osterei-Kartons Schultüten und Papp-Weihnachtskugeln zum Befüllen herstellt.

Fülleier sind eine ideale Verpackung für Ostergeschenke. Die kleinen, bunten Kartons lassen sich längs in der Mitte auseinanderklappen und haben ein mitunter überraschendes Innenleben: Schokoladeneier, Holzosterhasen, Schmuckstücke, Miniaturspielzeug, Krawatten, Parfüm oder auch einfach Geld – was man seinen Lieben an Ostern eben so schenken mag. Die wohl bekanntesten Vorgänger der Papp-Eier sind die Überraschungseier, die Carl Fabergé im 19. Jahrhundert für den russischen Zarenhof anfertigte. Aus edlen Materialien wie Porzellan, Gold und Edelsteinen hergestellt, waren diese Einzelstücke nicht für Kinder gedacht, sondern als raffinierte Geschenk-Verpackungen für die Dame des Herzens.

Osterei-Museum in Erpfingen zeigt Verpackungseier
Der Hobbysammler Jürgen Pintscher mit einem Verpackungsei aus den 1930er-Jahren. Bilder: Agentur

Osterei-Museum in Erpfingen zeigt Verpackungseier

Die Sonderausstellung „Gut verpackt“ ist das ganze Jahr über zu sehen. Die Öffnungszeiten des Museums sind bis 20. Mai Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag von 11 bis 17 Uhr. Vom 21. Mai bis zum 3. November ist das Museum nur sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
Eintrittspreise: Erwachsene 4 Euro, Kinder 2, 50 Euro, Rentner und Studierende 3 Euro.
Bis zum 1. April ist im Museum ein österlicher Kunstmarkt aufgebaut, bei dem auch verschiedene Kunsttechniken vorgeführt werden wie russische Lackkunst, Fräsen oder Occhispitze ums Ei.
Die meisten Mitmach-Veranstaltungen sind im März und rund um Ostern: Malkurse, Schokoladenhasen gießen, Eier bemalen, Gebildbrote backen, Lesungen und und und. Informationen unter www.sonnenbuehl.de.
Das große Museumsfest zum 20. Geburtstag wird am 15. September sein.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

26.02.2013, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Heute meist gelesen
Wirtschaft im Profil


In der aktuellen Ausgabe des Business-Magazins Wirtschaft im Profil : Der Sport zwischen Skandalen und Vorfreude auf die Fußball-EM und Olympia.
Neueste Artikel
Bildergalerien
Videos
Sie haben Fragen zu unserem neuen Bezahlsystem? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.
Single des Tages
date-click

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-0
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Zum Kontaktformular