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Feuilleton

Opern-Rarität beim Rossini-Festival

Für Volker Tosta hat sich ein Wissenschaftlertraum erfüllt, er hat eine Oper wiederentdeckt: Peter Joseph von Lindpaintners "Sizilianische Vesper".

22.07.2015
  • MARTIN ROEBER, DPA

Bad Wildbad Volker Tosta führt ein Doppelleben. Der Mathematiker und Musikwissenschaftler aus Stuttgart arbeitet in der IT-Branche. In seiner Freizeit ist der 58-jährige Schatzgräber auf der Suche nach vergessenen Opern. Sein Spezialgebiet: das 19. Jahrhundert bis zu Wagners Lebensende. In Archiven und Bibliotheken stöbert er nach Programmzetteln, Noten, Kritiken. So hat er schon Editionen von Werken des Komponisten Joseph Joachim Raff vorgelegt. Auch die Aufführung von Albert Dietrichs Oper "Robin Hood" geht auf sein Konto. Tostas neuester Streich: Peter Joseph von Lindpaintners Revolutionsoper "Il vespro siciliano - Die sizilianische Vesper". Da nicken Verdi-Fans, denn auch der hat den Stoff vertont.

Den Komponisten Lindpaintner (1791-1856) kennt heutzutage kaum einer. Dabei gehört er zu den wichtigen Persönlichkeiten des Musiklebens des 19. Jahrhunderts. 40 Jahre lang leitete er die Stuttgarter Hofoper. Als Dirigent war er hoch geschätzt. Felix Mendelssohn Bartholdy schrieb: "Der Lindpaintner ist glaub' ich jetzt der beste Orchesterdirigent in Deutschland."

Auch als Komponist war Lindpaintner erfolgreich. 21 Bühnenwerke hat er vorgelegt, darunter eine Vampir-Oper. Seine "Sizilianische Vesper", 1843 in Stuttgart uraufgeführt, ist eine Revolutionsoper. Sie verherrlicht die Erhebung gegen die französische Herrschaft in Sizilien unter Karl I. am Ostermontag 1282. Im Gegensatz zu Verdis Fassung gibt es ein Happy-End. Die Uraufführung war ein rauschender Erfolg, auch bei der Kritik. Die "Sizilianische Vesper" trat ihren Siegeszug durch die wichtigsten Opernhäuser an. Heute ist sie vergessen.

Dass sich das nun ändert, ist das Verdienst von Volker Tosta. Für die Aufführung bei den Rossini-Festspielen in Bad Wildbad hat sich Intendant Jochen Schönleber für die Fassung in italienischer Sprache entschieden. Konzertante Aufführungen finden morgen, 23. Juli, und am Samstag, 25. Juli, statt. Ob das Publikum wieder reagiert wie bei der Uraufführung? Lindpaintner schrieb einst seinem Freund, dem Klarinettisten Heinrich Bärmann: "Schlechtes Wetter, übervolles Haus, von der Ouvertüre an fast alle Nummern mit Enthusiasm applaudiert, die ritterliche Romanze da capo gerufen - am Schlusse herausgerufen - dies die Resultate des ersten Abends. Dein überglücklicher Peter."

Infos http://www.bad-wildbad.de/rossini/

Opern-Rarität beim Rossini-Festival
Volker Tosta durchforstet Archive nach Opern aus dem 19. Jahrhundert. Foto: dpa

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22.07.2015, 12:00 Uhr
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