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Online- vs. Einzelhandel
Bild: Flickr
Die Wachablösung läuft

Online- vs. Einzelhandel

13.07.2017
  • Patrick Bertels

Früher ging man am Wochenende für den Einkaufsbummel in die Innenstadt und flanierte durch Fußgängerzonen und Kaufhäuser. Was heute vielerorts noch möglich ist, wird aber immer weniger nachgefragt, denn immer mehr Menschen kaufen im Internet ein. Der Online-Handel wird immer besser und ausgeklügelter, hält aber auch seine ganz eigenen Fallstricke für Käufer bereit.

Eindeutige Tendenz

„Einmal hin, alles drin“ – mit diesem Slogan wirbt die Einzelhandelskette Real seit geraumer Zeit. Vergleicht man dann das dort erhältliche Sortiment mit Online-Händlern wie Platzhirsch Amazon, scheint dieses Versprechen doch reichlich übertrieben. Gab es anfangs beim heute weltweit größten Internetversandhändler lediglich Bücher, kann man dort heutzutage alles vom Bleistift über Schmuckstücke bis zum Winterreifen kaufen, vom Angebot an digitalen Services ganz zu schweigen. Selbst frische Lebensmittel bekommt man mittlerweile innerhalb von zwei Stunden an die Haustür geliefert – sofern man in Berlin oder Potsdam wohnt. Und das, was man nicht bei Amazon findet, bekommt man bei anderen Anbietern. Was es auch ist, es ist nur lediglich einen Mausklick oder Fingerzeig entfernt und wird oft in kürzester Zeit frei Haus geliefert.

Das Internet ist der ultimative Tante-Emma-Laden des 21. Jahrhunderts, ein Spielzeugladen, in dem man sich alles sofort anschauen und liefern lassen kann. Kein Wunder, dass der klassische Einzelhandel, der weder vom Sofa aus zu erreichen ist noch ständig jeden erdenklichen Artikel auf Lager hat, immer mehr Marktanteile verliert: Prognosen zufolge könnte innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre die Hälfte aller Einzelhandelsunternehmen verschwinden. Gleichzeitig verzeichnet der E-Commerce Jahr für Jahr zweistellige Wachstumsraten

Licht und Schatten

Auf den ersten Blick scheint das zu bedeuten: Alles, was früher in Bezug auf den privaten Wareneinkauf galt, ist überholt und ändert sich – das stimmt aber nicht ganz. Während der Vertriebsweg übers Internet natürlich ein anderer ist als der über den Gang ins Ladengeschäft, haben manche Gewissheiten aus den Blütezeiten des stationären Einzelhandels nach wie vor Bestand.

Denn der größte Vorteil des Wareneinkaufs über das Internet ist gleichzeitig einer der größten Nachteile: das schiere Überangebot an Waren, Dienstleistungen und Anbietern macht es zwar möglich, alles jederzeit günstig zu bekommen – nur wo soll man mit der Suche beginnen, wer hat die kürzesten Lieferzeiten, die beste Qualität, den niedrigsten Preis?

Zwar gibt es Vergleichsportale zuhauf, jedoch ist für den Ottonormalverbraucher meist nicht ersichtlich, ob auch alle relevanten Anbieter/Produkte miteinander verglichen werden – und auch, ob der als „günstigster Preis“ angepriesene Preis wirklich das beste Angebot darstellt, ist längst nicht garantiert: Vorsicht ist geboten, das gilt auch für beliebte Hilfsmittel zur Kaufentscheidung wie Produkttests und Kundenbewertungen: Auch hier wird fleißig getäuscht und gefälscht, um Kunden anzulocken oder Provisionen einzustreichen.

Wem kann man also überhaupt noch glauben, wenn das Netz nur so vor arglistigen Finsterlingen wimmelt, die nur an das Geld des Kunden wollen? Ganz einfach: Freunden, Verwandten, Bekannten, also Menschen, deren Empfehlungen Gewicht haben “Social Selling“ nennt sich der Ansatz, der sich das zunutze macht. Man könnte aber auch „Mundpropaganda 2.0“ dazu sagen, denn natürlich holt man sich Empfehlungen heute eher aus als vertrauenswürdig erachteten Online-Communitys oder sozialen Netzwerke als auf Onkel Werners Geburtstag im Kreise der Familie.

Trotzdem ist es doch schön zu wissen, dass so etwas Altmodisches wie eine persönliche Empfehlung auch im gesichtslosen Prozess des Online-Einkaufs noch seinen Platz hat – den Charme eines Tante-Emma-Ladens wird das Internet aber trotzdem nicht erreichen können.

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13.07.2017, 11:02 Uhr
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