Steueroasen

Oasen für Konzerne

Von HAJO ZENKER

Europäische Steuersünder haben es generell schwerer als früher.

Das Ende des Bankgeheimnisses, Steuer-CDs, Informationsaustausch, verschärfte Selbstanzeigeregeln haben Wirkung gezeigt. Wer jedoch besonders stark sprudelnde Geldquellen hat und sich auf Steueroasen in aller Welt spezialisierte Kanzleien leisten kann, dem wird weiter viel Steuervermeidung geboten.

Milliardenschwere Konzerne dagegen müssen nicht unbedingt auf die Kaimaninseln. Wenn es um das Anlocken von Großkonzernen geht, vergessen diverse Staaten jeden Anstand. Noch immer gelten etwa in Holland, Irland oder Luxemburg für Konzerne paradiesische Regeln. Wer als Politiker nach den „Paradise Papers“ – zu Recht – auf diverse Eilande zeigt, muss den Kampf gegen Steuerflucht auch in Europa forcieren – innerhalb der 27 Länder, die in der EU verbleiben, genauso wie in den Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien, das nicht nur den berühmt-berüchtigten Kanalinseln eng verbunden ist, sondern generell mit Steuerwettbewerb gedroht hat. So lange hier nichts Entscheidendes passiert, wird es noch diverse Enthüllungen über „Steuersparmodelle“ geben.


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07.11.2017 - 06:00 Uhr