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No Turning Back

No Turning Back

Charakterstudie in Echtzeit: Ein Mann versucht während einer 80-minütigen Autofahrt, am Telefon sein Leben zu ordnen.

Jetzt im Kino: Famose One-Man-Show an der Freisprechanlage - "No Turning Back"

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Jetzt im Kino: Famose One-Man-Show an der Freisprechanlage - "No Turning Back" --

01:41 min

Locke
USA

Regie: Steven Knight
Mit: Tom Hardy, Ruth Wilson, Andrew Scott

- ab 0 Jahren

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30.06.2014
  • Dieter Oßwald

Ein Mann fährt im Auto durch die Nacht und telefoniert die ganze Zeit – und das bisschen Handlung soll abendfüllend sein? Tatsächlich funktioniert die minimalistische Idee von Regisseur und Autor Steven Knight, der früher für David Cronenberg („Tödliche Versprechen“) und Stephen Frears („Kleine schmutzige Tricks“) Drehbücher geschrieben hat, erstaunlich gut.

Sein Roadmovie der etwas anderen Art erzählt, wie der Held dem Neuanfang in seinem Leben entgegen fährt und immer mehr Trümmer seiner bisherigen Beziehung und seines Jobs hinterlässt. Ivan Locke hat wichtige Termine. Am Abend wird der Familienvater sehnsüchtig von Frau und Söhnen erwartet. Am nächsten Morgen soll der Bauleiter den Guss eines Hochhaus-Fundaments mit 218 Betonmischern logistisch stemmen. Beide Termine wird der sonst so zuverlässige Ivan überraschend sausen lassen. Denn Herr Locke hat noch eine wichtigere Verabredung: Im fernen London kommt in dieser Nacht sein uneheliches Kind zur Welt.

Auf seiner Fahrt über die Autobahn muss der Held immer neue prekäre Anrufe entgegennehmen. Die hysterische Hochschwangere fordert eine Liebeserklärung. Seine anfangs noch ahnungslose Gattin verlangt die Scheidung. Der tobende Chef droht mit Kündigung. Zunächst hat Locke alles souverän im Griff. Mit ruhiger Stimme strukturiert er die Probleme, ist um passende Lösungen nicht verlegen. Je näher er seinem Ziel in London kommt, desto massiver wird er jedoch mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert. Dabei wird der Zuschauer gleichsam zum Beifahrer und Komplizen des an der Freisprechanlage zappelnden Helden.

Damit dieses eigenwillige Konzept funktioniert, bedarf es unbedingt eines außergewöhnlichen Darstellers, der mit dem hierzulande eher unbekannten Briten Tom Hardy („Inception“) gefunden wurde. Ein echter Casting-Glücksgriff, denn dieser bärtige Softie im biederen Baumwoll-Pullover bietet eine schauspielerische Meisterleistung. Leinwandpräsent und charismatisch lässt er die Figur psychologisch präzise zwischen trotzigem Stolz und leiser Verzweiflung, Einfühlungsvermögen und Verletztheit schwanken.

Psychodrama in Echtzeit mit Tom Hardy als grandiosem Alleinunterhalter.

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30.06.2014, 12:00 Uhr | geändert: 23.07.2014, 12:00 Uhr

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Hm, der Film lässt eher kalt, eine Mischung aus zu gewollt und zu distanziert. Das Zielpublikum sind eher die Brexit-Briten die historisch-verquast von Nolan vermittelt bekommen sollen dass mit einer stiff upper lip und nationaler Einheit eine Schlacht zwar verloren gehen kann, der Krieg aber gewonnen wird. Am Ende sind alle Helden. Rule Britannia, we'll be back.
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