Internet

Netzportale zur Gesundheit als erste Anlaufstelle

Von DPA

Das Internet ist für viele ein Rechercheinstrument, wenn es um die Gesundheit geht. Das Problem: Viele schauen sich nur die bei der Suche am höchsten aufgelisteten Webseiten an.

"Die Toptreffer sind aber keine Garantie, dass die Seiten auch aktuelle und ausgewogene Inhalte zu einem Thema liefern", erläutert Klaus Koch vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Stiftung Warentest hat vor einigen Jahren große Gesundheitsportale im Internet getestet. Gunnar Schwan hat das Projekt damals geleitet. Gute Gesundheitsseiten zeichnet aus: "Sie müssen ausgewogen und aktuell berichten und transparent sein", sagt er. Es sollten immer mehrere Behandlungsoptionen beschrieben werden. Unter einem Text sollten Angaben zum Autor und seiner Qualifikation stehen. Es lohnt sich auch ein Blick auf das Datum der Veröffentlichung. "Ein Text sollte nicht älter als zwei Jahre sein", sagt Schwan. Falls doch, müsse ein Vermerk darunter stehen, dass die beschriebenen Inhalte noch dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen.

Die Experten nennen zwei Siegel, die eine Orientierung bieten: das Hon-Siegel der Schweizer Health on the Net Foundation und das afgis-Siegel vom Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem. Die Zertifikate geben einen Anhaltspunkt für Verlässlichkeit.

Warentester Schwan warnt davor, sich nur auf einem Portal zu informieren. "Man sollte immer mehrere Webseiten zu einem Thema lesen." Damit bekommt man eher ein ausgewogenes Bild und kann Widersprüche bei den Angaben aufdecken und bewerten.

Während und nach der Recherche stellt sich noch eine andere Frage: Wie kann man Informationen einordnen? Die Experten sehen in ihnen in der Regel nur eine Ergänzung zum Rat des Arztes. "Sie helfen, um sich auf den Termin beim Arzt vorzubereiten, um gezielter nachfragen zu können", sagt Gretje Stelzenmüller von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


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14.05.2016 - 06:00 Uhr