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Mit der Landespolitik unzufrieden

Nach den Streiks: Studentenvertreter fordern mehr Mitbestimmung

Sie haben wochenlang Hörsäle besetzt und für ein besseres Studium gestreikt: Zum Semesterende ziehen die meisten Studenten eine positive Bilanz der Proteste - allerdings nur mit Blick auf Reaktionen ihrer Unis.

16.02.2010
  • JULIA SCHWEIZER, DPA

Stuttgart Nach den Streiks im vergangenen Jahr werden fast überall an den Unis die Forderungen diskutiert. Der Wunsch nach einem weniger straffen Stundenplan wurde von einigen Unis bereits umgesetzt, wie eine Umfrage ergab. Unzufrieden zeigten sich die Studenten dagegen mit der Politik. Eine kritische Diskussion mit der Landesregierung sei ausgeblieben. Weitere Proteste schlossen die meisten Studentenvertreter daher nicht aus.

Die Hauptkritik richtete sich auf die Umstellung des Studiums auf die neuen Abschlüsse. Dies habe zur Verschulung und zu großer Stoff- und Prüfungsdichte geführt. An fast allen Unis seien aber mittlerweile Gremien eingerichtet worden, um die Studiengänge zu verschlanken. Ein weiterer Dorn im Auge waren den Studenten die Anwesenheitspflicht, die es vielen erschwert, sich ihr Studium durch Nebenjobs zu finanzieren; das Rektorat der Pädagogischen Hochschule Heidelberg hat eine Abschaffung empfohlen, in Tübingen wurde die Pflicht mittlerweile ganz und in Karlsruhe teilweise abgeschafft. Dort können als Folge der Proteste die Studenten zum Teil auch frei die Module wählen, die zum Abschluss nötig sind.

Zu mehr Flexibilität trägt nach Studentenangaben ebenfalls bei, dass die Studienzeitbeschränkungen aufgehoben und viele Einzelprüfungen durch Modulprüfungen ersetzt worden sind. Auch in Stuttgart-Hohenheim sollen für die Bachelor-Studenten ungünstige "künstliche Prüfungsfristen" gestrichen werden, um so ein längeres Studium zu ermöglichen. Zudem sollen Studenten sich dort für ein Masterstudium auch zum Sommersemester bewerben können.

Mehr Erfolge hatten sich die Studenten bei der Mitbestimmung erhofft: "Die Universität muss deutlich demokratisiert werden", fordert etwa Georg Gottleuber vom Arbeitskreis Studentenvertretung der Uni Ulm. Fast alle Studenten hatten sich im Streik für die Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft mit Finanzhoheit und politischem Mandat ausgesprochen.

Sie haben jetzt einen hochkarätigen Mitstreiter: Hans-Peter Liebig, Rektor der Uni Hohenheim und Vorsitzender der Hochschulrektorenkonferenz im Südwesten, sagte gestern: "Die Mitwirkungsrechte der Studenten am Hochschulleben müssen gestärkt werden." Er forderte, die unabhängigen Studentenvertretungen wieder einzuführen.

Wissenschaftsminister Peter Frankenberg sieht das anders: Er ließ mitteilen, studentische Mitbestimmung sei zwar unverzichtbarer Bestandteil der Willensbildung an Hochschulen. Einer verfassten Studierendenschaft bedürfe es aber nicht. "Es gibt schon jetzt vielfältige Mitbestimmungsrechte für Studierende, die aufgrund von Wahlen legitimiert sind." Den Dialog mit den Studenten suchte die Universität Tübingen und gründete einen "Runden Tisch". "Wir fühlen uns ernst genommen", sagte Daniel Kneip von der Fachschaftenvollversammlung. Das bestätigten Vertreter weiterer Hochschulen. Enttäuscht zeigten sich die Studenten von der Landespolitik. Sie habe Themen wie die Abschaffung der Studiengebühren "zum Großteil ignoriert", heißt es in Karlsruhe. Kritik kam auch aus Tübingen. Dort habe die Uni zwar signalisiert, das Betreuungsverhältnis und die Zahl der Studenten pro Professor verbessern zu wollen. Man könne dies aber nicht allein stemmen, und das Land wolle nicht mehr Geld geben.

Den Bologna-Kongress der Landesregierung Anfang März bezeichneten mehrere Studentenvertreter als "Farce, mit der die Öffentlichkeit besänftigt werden soll".

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16.02.2010, 12:00 Uhr
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