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Tüftler und Macher

Munter-Macher

Süße OaseMit „stummen Verkäufern“ fing es an, 25 Jahre später ist die „Süße Oase“ in Dettenhausen ein Full-Service- Unternehmen für die Kaffeeversorgung – vor allem in mittelständischen Betrieben. Knapp zehn Jahre nach der Betriebsgründung im Februar 1992 übernahm der heutige Geschäftsführer Oliver Lachenmann das Geschäftsmodell von seinem Bruder, der andere Pläne verfolgte.

17.02.2017
  • TEXT: Birgit Pflock-Rutten|FOTOS: Anne Faden

Peu à peu eroberte die Süße Oase in den Anfangszeiten mit ihren Süßwaren-Boxen die Büros: in Tübingen und Reutlingen ebenso wie in Stuttgart, Karlsruhe, München oder Frankfurt. Die Kundengewinnung funktionierte über Kaltakquise vor Ort. Auch wenn sich Oliver Lachenmann dabei Absagen einhandelte wie „des brauche mer ned, da werden wir nur dick“ oder „ das ist uns zu amerikanisch“, erwies sich das Geschäftsmodell als sehr erfolgreich. Über 2000 Boxen waren im Einsatz, rund 1,2 Millionen Schokoriegel pro Jahr wurden verkauft.

Dennoch, der kleine Betrieb musste sich ständig neu erfinden. „In München gab es damals 13 Mitbewerber. Es war uns klar, dass wir uns weiterentwickeln müssen“, erinnert sich Lachenmann. So stellte er die ersten Süßwarenautomaten auf. Sie konnten mit einer größeren Auswahl bestückt werden – und sie waren auch sicherer. Schließlich erfolgte bei den bisherigen Papp-Boxen der Münzgeldeinwurf auf Vertrauensbasis.

Außerdem entschied sich Lachenmann damals, sich auf Kunden in der Region zu beschränken. „Wir waren ja Tag und Nacht unterwegs“. Auch wenn die Süße Oase heute noch Kunden in München betreut, sind die meisten der rund 400 Auftraggeber aus der näheren Umgebung, darunter viele mittelständische Unternehmen.

Einstieg in den Kaffeeservice

„Macht ihr eigentlich auch Kaffee?“, fragte ein Kunde in den Anfangsjahren der Süßen Oase. Zwar war die Kaffeeversorgung für Geschäftskunden damals schon ein umkämpfter Markt, dennoch stieg Lachenmann in den Kaffeeservice ein. Neben den Süßigkeiten standen bald die ersten Kaffeemaschinen. „Meist war es eine Sekretärin, die sich um alles kümmern musste, sie hat dann einfach die Kaffeemaschine dazugebucht“, erzählt der Geschäftsführer. Die Mitarbeiter nahmen an technischen Schulungen teil, bis heute entwickeln sie sich ständig weiter –entsprechend der Entwicklungen im Kaffeemarkt.

Auch die Kunden wurden im Laufe der Jahre anspruchsvoller. Viele Mitarbeiter haben einen Kaffeevollautomaten zuhause, und so soll’s im Büro auch schmecken. Bei den ersten Automaten, die die Süßen Oase aufstellte, wurde die Kaffeespezialitäten noch mit Milchpulver erzeugt, die Kunden wollten dann aber lieber Frischmilch. Seit rund acht Jahren ist sein Unternehmen daher Vertragspartner eines Schweizer Premiumanbieters für Kaffeevollautomaten. Und sogar eine eigene Kaffeemarke hat die Süße Oase geschaffen – den Schönbuch-Kaffee, geschmacklich entwickelt nach italienischem Vorbild.

Gesund gewachsen

Der moderne Neubau in der Stellestraße ist bereits die vierte Adresse der Süßen Oase in Dettenhausen. Begonnen hat alles in einer Garage in der Friedrichstraße. Aus Platzgründen mietete sich der Betrieb dann in einer Halle ein. Als diese dem Neubau weichen musste, erfolgte der Umzug in die Bachstraße. Als der Vermieter, eine Bank, die Räumlichkeiten selber benötigte, tat sich das Grundstück in der Stellestraße auf.

Das Team der Süßen Oase umfasst mittlerweile neben Geschäftsführer Oliver Lachenmann neun weitere Mitarbeiter. Darunter auch seine Frau Jutta, die er vor über 19 Jahren im Stubbai-Tal kennenlernte. Nach der Geburt der beiden Kinder stieg die ehemalige Versicherungsfachfrau in den Betrieb ihres Mannes ein. Sie managt das Büro und ist für die Kundenbetreuung sowie die Mitarbeitereinteilung zuständig.

Die Kunden der Süßen Oase könnten auch im Großhandel bestellen. „Sie schätzen aber den Service aus einer Hand. Viele haben seit Jahren zuverlässig die gleichen Ansprechpartner“, erzählt Betriebsleiter Stephan Neubrand, selbst auch schon seit rund 20 Jahren im Betrieb.

Von Anfang an war die Süße Oase von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig. Während der letzten Wirtschaftskrise mussten viele kleine Aktiengesellschaften und Jungunternehmer wieder aufgeben oder verzichteten in schwierigen Zeiten zuerst auf Annehmlichkeiten wie den Kaffeeautomaten. Ein Einbruch von rund 30 Prozent war die Folge. „Auch das vergangene Jahr war stressig“, sagt Oliver Lachenmann. Aufgrund von Firmenschließungen gab es mehrere Kündigungen. „Aber auch in Zeiten, in denen man von der Auftragslage her am Limit ist, muss man sich Neueinstellungen gut überlegen“, betont er. Die Personalplanung ist ein Spagat für einen kleinen Betrieb. Nicht nur Familie Lachenmann muss zwei Kinder ernähren. Auch die Mitarbeiter sind Familienväter, und Oliver Lachenmann sieht sich in der Verantwortung, nicht einfach nach Wirtschaftslage zu kündigen und einzustellen. Sein Vorteil: „Wir sind gesund gewachsen.“

Auch der Kaffeesatz wärmt

Zu den Aufgaben der Servicemitarbeiter gehört es auch, die Tresterbehälter der Kaffeeautomaten zu leeren. Den Kaffeesatz bringen sie mit zurück nach Dettenhausen – und dort wird damit das Firmengebäude beheizt. Betriebsleiter Neubrand brachte seinen Chef auf diese Idee, der sich dahinterklemmte und das ungewöhnliche Projekt in die Praxis umsetzte. In den Räumen ist es immer warm, nur in den vergangenen frostigen Winterwochen wurde mit Pellets zugeheizt. „Das Heizsystem hat sich bewährt“, freut sich der Geschäftsführer. Spätestens hier wird klar: In der Rolle als Pionier fühlt sich Oliver Lachenmann wohl.

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17.02.2017, 01:00 Uhr
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