Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Mr. Nice

Mr. Nice

Verfilmung der Autobiografie von Howard Marks, der in den siebziger Jahren Weltchampion der Haschisch-Schmuggler war.

Jetzt im Kino: Er war der Weltmeister der Dope-Dealer - Rhys Ifans ist "Mr. Nice"

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Jetzt im Kino: Er war der Weltmeister der Dope-Dealer - Rhys Ifans ist "Mr. Nice" --

01:51 min

GB

Regie: Bernard Rose
Mit: Rhys Ifans, Chloë Sevigny, David Thewlis, Omid Djalili

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
20.06.2011
  • Klaus-Peter Eichele

Anders als der Bankräuber, genießt der Drogendealer keine besondere kulturelle Wertschätzung. Howard Marks ist die Ausnahme. Vielleicht liegt’s daran, dass der Brite zeit seiner kriminellen Karriere fast nur mit Haschisch gehandelt hat. In seiner Glanzzeit, den siebziger Jahren, soll er zehn Prozent des Weltmarkts kontrolliert haben. Nach zehn Jahren Haft schrieb er 1996 seine Autobiografie, die in Großbritannien zum Millionenseller gedieh.

Warum das Pamphlet von Regisseur Bernard Rose jetzt verfilmt wurde, bleibt allerdings rätselhaft. Irgendeinen Grund, warum man diesen Typen näher kennenlernen sollte, liefert der inhaltlich dünne Streifen nicht. Sicher: der aus dem walisischen Hinterwald stammende Oxfordzögling (gespielt von Rhys Ifans) war ein schillernder Sunnyboy, der mit Charme und Cleverness zugleich die IRA und den britischen Geheimdienst für seine Zwecke instrumentalisieren konnte.

Doch statt solche interessanten Aspekte zu vertiefen, prescht der Film hyperaktiv von einem kriminellen Manöver zum nächsten, ohne dass sich die Treibjagd zu einer stimmigen Erzählung verdichten würde. Derart zerfleddert, verschafft er weder Einblicke ins internationale Drogenbusiness, noch erhellt er Marks‘ Charakter, noch bietet er auch nur ein Minimum an Krimi-Spannung. Die Schlaglichter aufs Privatleben zeitigen nur Mitleid mit der als Ehe-Heimchen völlig unterforderten Chloë Sevigny.

Zum Trost fährt Regisseur Rose immerhin einiges an Schauwerten auf: Schauplatzwechsel im Schweinsgalopp, adrett arrangierte Seventies-Accessoires, optisch reizvolle psychedelische Schlieren. Viel zu kurz kommt leider der (buchstäbliche) Knaller des Films: David Thewlis mit seiner irrwitzigen Karikatur eines Psychopathen von der IRA. Terroristen (und Bankräuber) sind eben die besseren Kino-Kriminellen

Die angebliche Strahlkraft des Drogen-Popstars entpuppt sich als mattes Funkeln.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

20.06.2011, 12:00 Uhr | geändert: 13.07.2011, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Kuba zu Gast beim Cine Latino Die Zukunft hinter sich gelassen
Am Mittwoch startet das Filmfest Cine Latino Wahlkampf mit Thriller-Qualität
Mit Baby ging es langsamer voran Videotagebuch einer Reise um die Welt
Zuletzt kommentiert
...  Der beste Film, den ich seit langem gesehen habe: Unterschiedliche Protagonisten versuchen jeder auf seine Art, sich durch das Menschenaffentum zu schlagen. Sie tun das mit Witz, Einfallsreichtum und Zusammenhalt. Zunächst will ihnen das auch gelingen, dann werden Ihnen doch zu viele Steine in den Weg gelegt. Die Aufnahmen der einzelnen Szenen sind grandios, die Musik ist spitze, und die Handlung ist bitter-böse-humorvoll. Gut fand ich die Szene, als der Typ bei der Polizei sitzt und die seine Finger anbscannen und seine Hand in einen Scanner legen. Und dann das Geräusch von diesem absurden Gerät in die Stille des Kinosaals hinein, super! Oder der Bulle, dessen Finger wie eine blinde Krähe über der Tastatur kreist, bevor sie dann gnadenlos zuschlägt
Herr Gscheitle über Die andere Seite der Hoffnung
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Michael Ballhaus ist im Alter von 81 Jahren gestorben Der Zauberer mit der Kamera
TV-Zeitreise ins Berlin des Kalten Kriegs Romeo im Dienste der Stasi
Interview mit „Charité“-Regisseur Sönke Wortmann „Ich probiere gerne mal was Neues“
Deutscher Filmpreis: Acht für die Blumen „Toni Erdmann“ ist bei den Nominierungen zweiter Sieger

Was halten Sie vom TüBus-Flatrate-Vorschlag der Stadtverwaltung?

1479 abgegebene Stimmen
Neue Trailer
Neueste

Kino Suche im Bereich
nach Begriff