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Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

Berührende Geschichte eines Mannes, der beruflich die Angehörigen einsam Verstorbener ausfindig macht.

Jetzt im Kino: Der Tod ist sein treuer Begleiter - „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“12.09.2015

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Jetzt im Kino: Der Tod ist sein treuer Begleiter - „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ --

02:18 min

Still Life
GB

Regie: Uberto Pasolini
Mit: Eddie Marsan, Joanne Froggatt, Karen Drury

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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01.09.2014
  • von Klaus-Peter Eichele

Endet das Leben mit dem Tod? Mister May ist nicht dieser Ansicht. Für den mausgrauen Mann mit den traurigen Augen ist erst dann alles vorbei, wenn dem Toten eine würdige Beerdigung zuteil geworden ist. Damit auch einsam Verstorbene in diesen Genuss kommen, fahndet der Angestellte der Londoner Stadtverwaltung akribisch in Briefen und Fotoalben nach Hinterbliebenen, die dem Heimgegangenen die letzte Ehre erweisen könnten. Meistens ist er aber dann doch der einzige, der zur Aussegnung auf dem Friedhof erscheint und dem Pfarrer oder Rabbi einen Zettel mit der Grabrede zusteckt.

Die Hartnäckigkeit bei der Recherche macht den Trauer-Arbeiter freilich zum Opfer des Effizienzwahns seines Vorgesetzten, der die Ein-Mann-Abteilung im Keller des Sozialamts kurzerhand wegrationalisiert. Bis zu seiner Entlassung bleiben May noch drei Tage für seinen letzten Fall: Ein allein stehender Nachbar, mit dem er nie ein Wort gewechselt hat, hat sich in seiner Wohnung totgesoffen. Bald ergeben sich Anhaltspunkte, dass dieser Kerl nicht immer so einsam war, wie er gestorben ist: Es gibt einen Ex-Busenfreund, eine Ex-Geliebte und sogar eine Tochter, denen er aber allen übel mitgespielt hat. Wird es May trotzdem gelingen, sie zur Beerdigung des alten Scheusals zu lotsen?

Mit ausgefeilt stimmungsvollen Bildern und Einschüben skurriler Komik (letzteres vor allem dank Hauptdarsteller Eddie Marsan) schildert der britische Regisseur Uberto Pasolini (nicht verwandt mit Pier Paolo) den Alltag dieses Engels der Verstorbenen, der selber alles andere als ein Günstling des Schicksals ist. Denn May, der in einer tristen Sozialsiedlung mehr vegetiert als lebt, hat weder Familie noch Freunde und würde im Fall seines eigenen Dahinscheidens wohl selber beiläufig verscharrt werden. Die Toten, deren Bilder er nach Dienstschluss daheim in ein Album klebt, sind gleichsam seine Familie.

Doch ausgerechnet bei seinem letzten Auftrag ergibt es sich, dass May erstmals nicht nur den Tod verwaltet, sondern unversehens mit dem Leben Bekanntschaft macht – so intensiv, dass einmal sogar ein Strahlen das Gesicht dieses notorischen Trauerkloßes erfüllt.

Anrührende Trauer-Arbeit macht Mr. Mausgrau zum heimlichen Helden der Kinosaison.

Spielplan

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01.09.2014, 12:00 Uhr | geändert: 30.07.2015, 12:00 Uhr

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08.10.2014

12:00 Uhr

Tori Fan schrieb:

Einer der schönsten und traurigsten Filme des Jahres. Essential Viewing



29.09.2014

12:00 Uhr

wt schrieb:

lullt einen ein bißchen ein in der engstirnigen und traurigen Beschaulichkeit dieses Alltagslebens mit dem kleinen Hoffnungschimmer, um dann plötzlich zuzuschlagen -grandios und trotzdem deprimierend



06.09.2014

12:00 Uhr

Tanja schrieb:

Kein Gute-Laune-Film, aber dafür wohltuend ruhig. Lange Einstellungen wie Bühnenbilder oder Stilleben. Hat mir sehr gefallen.



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Ich habe den Film anders erlebt als Herr Eichele. Filmisch unschöne Mittel habe ich so nicht wahrgenommen. Natürlich kommt das Thema nicht ohne graphische Aufnahmen aus, um die brutalen Auswirkungen der Massentierhaltung auf Mensch, Tier & Umwelt aufzuzeigen, doch sind diese keinesfalls unschöner als was man aus dem täglichen Fernsehen gewohnt ist. Der Film schafft einen sehr guten Überblick und bringt gut ausbalanciert die Fakten einerseits (seitens internationaler Experten) und persönliche, authentische Geschichten von Einzelpersonen andererseits zusammen ...  
Matthias Wehner über Hope For All
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