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Mouton

Mouton

Ein 17-Jähriger findet nach der Flucht vor seiner alkoholkranken Mutter sein Glück - bis eine fatale Nacht alles ändert.

Frankreich

Regie: Marianne Pistone und Gilles Deroo
Mit: David Merabet, Michael Mormentyn, Cindy Dumont, Benjamin Cordier

- ab 18 Jahren

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07.10.2013
  • von Klaus-Peter Eichele

Teilnahmslos steht der Teenager vor der Tür, während drinnen über seine Zukunft verhandelt wird. Aus seinem früheren Leben erfahren wir nichts, aber so betrunken, wie seine Mutter im Büro der Sozialarbeiterin herumpöbelt, kann man es sich ungefähr ausmalen. Doch alles Opponieren bleibt vergeblich: Der Mutter wird das Sorgerecht entzogen, und Mouton (Das Schaf), wie der Junge genannt wird, bekommt eine zweite Chance in einem freundlicheren sozialen Umfeld.

Und die packt der 17-Jährige entschlossen beim Schopf. In seinem neuen Job als Küchenhilfe in einem Ferienhotel am Meer stellt er sich sehr geschickt an. Bald sieht man den am Anfang so verschlossenen Burschen mit neuen Freunden herumalbern und beim Knutschen mit einer hübschen Kellnerin. Alles deutet auf die erfolgreiche soziale Eingliederung eines Problemjugendlichen und filmisch auf ein happy endendes Sozialmärchen hin – bis das Regie-Duo Marianne Pistone and Gilles Deroo in nur wenigen Sekunden und mit schockierender Rigorosität die Hoffnung buchstäblich abschlachtet. Doch das ist noch nicht das Ende der Zumutungen.

Denn obwohl Mouton die Attacke überlebt, erfahren wir über sein weiteres Schicksal nichts. Stattdessen zeigt der in Locarno als bestes Regie-Debüt ausgezeichnete Film, wie das Leben im Dorf, als ob nicht viel gewesen wäre, weitergeht, wie dieser nette Kerl allmählich aus der Erinnerung seiner Freunde und Bekannten entschwindet. Das Leben, könnte die Botschaft lauten, verläuft eben nicht nach dem Drehbuch eines Erbauungsfilms, sondern ist ein Sammelsurium banaler Zufälle und manchmal auch grausamer Willkür.

Für Fans von Feelgood-Filmen ist das natürlich nichts. Wer die präzisen Sozialstudien der Brüder Dardenne („Rosetta“, „Der Sohn“) und die pessimistischen philosophischen Filmtraktate Bruno Dumonts („L’humanité“) schätzt, ist in diesem künstlerisch bislang wertvollsten Beitrag des Filmtage-Nachwuchswettbewerbs jedoch bestens aufgehoben.

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07.10.2013, 12:00 Uhr | geändert: 03.11.2013, 12:00 Uhr

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Auch ich finde diesen Film ausnehmend klasse, deutlich besser als z.B. Toni Erdmann, der - warum auch immer- überall gehyped wird. "SMS für dich" bringt das Thema "Verlust eines geliebten Menschen und das weitere Leben danach" sehr gut rüber, nicht zuletzt mit einem Augenzwinkern, das sich nicht nur am ironisch-verschmierten Lippenstift der Protagonistinnen zeigt.  Die interessanten Filme sind immer noch die im konträren Meinungen, deshalb: unbedingt ansehen! 
Elli Emann über SMS für dich
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