Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Mother!

Mother!

Psychoschocker von Darren Aronofsky („Black Swan“) über ein  Pärchen, das in einem Landhaus vom Grauen heimgesucht wird.

Mother!

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

USA 2017

Regie: Darren Aronofsky
Mit: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Michelle Pfeiffer

115 Min. - ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
11.09.2017
  • Dorothee Hermann

Es ist ein typisches Spukhaus: außen verwinkelt, drinnen labyrinthisch, und so abgeschieden gelegen, dass im Ernstfall keine Hilfe zu erwarten ist. Es ist das Domizil eines ungleichen Paars: Sie (Jennifer Lawrence) versucht, das Gebäude in schlichter Gediegenheit zu restaurieren, selbst hergestellte Wandfarbe inklusive. Dabei scheint sie immer deutlicher eine Frau aus der Bauzeit des Hauses (zirka 1890) zu verkörpern.

Ihr deutlich älterer Mann (Javier Bardem) ist ein nach Bewunderung süchtiger Erfolgsautor, der aber kaum mehr etwas zu Papier bringt. Beide namenlos bleibenden Figuren stimmen in keiner einzigen Äußerung, in keiner einzigen Handlung überein, halten aber eisern am gemeinsamen Leben fest (das ja erst beginnt), während sie einander beargwöhnen.

In der gereizten Atmosphäre wirkt ein unerwartetes Klopfen an der Tür, als warte draußen ein unaussprechlicher Horror - während doch drinnen längst nichts mehr in Ordnung ist. Alles, was geschieht, scheint zumindest für die Frau (und den Zuschauer) noch eine zweite Ebene, eine Realität des Schreckens, zu besitzen. US-Regisseur Darren Aronofsky („Black Swan“) lässt es geschickt in der Schwebe, ob der Horror begründet oder nur eingebildet ist. Abrupte Schnitte verstärken die Dimension des Unberechenbaren, als müsste man stets mit einer Art Falltüreffekt rechnen.

Der da Einlass begehrt, ist ein Fremder (Ed Harris), der sich ohne Umstände im Haus breitmacht. Während die junge Frau es kaum fassen kann, dass ihr Mann den Typen mit dem Ekelhusten tatsächlich für die Nacht aufgenommen hat, schneit auch noch dessen Frau herein (gekonnt dämonisch: Michelle Pfeiffer). Sie kommt nicht aus der Vergangenheit, sondern verkörpert offensiv die neue Unverfrorenheit der Trump-Ära - was der Hausherr gegenüber seiner Frau mit herablassend verharmlost.

Das Motiv der feindseligen Eindringlinge wird noch gesteigert, als, nach einem vergleichsweise ruhigen Zwischenspiel, eine ganze Horde Fans das Haus des Schriftstellers stürmt. Für das höllische Finale gilt dann: je mehr, desto blutiger.

Aufwühlender Horrorschocker, der geschickt offen lässt, ob das Grauen von innen oder von außen kommt.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.09.2017, 08:23 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Mother!





Wir bitten Sie, sachlich zu diskutieren und respektvoll miteinander umzugehen. Bitte kommentieren Sie mit Klarnamen und verzichten Sie auf externe Links. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen und Nutzer zu sperren. Genauere Regeln fürs Kommentieren finden Sie in unserer Netiquette .

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
20.000 Euro Preisgeld für herausragendes Programm Rottenburger Kino im Waldhorn zweitbestes Lichtspeilhaus bundesweit
Filme aus der arabischen Welt Tausende Besucher bei Tübingen Filmfestival
Nachruf · Klaus-Peter Eichele Ein Weltbeobachter und Romantiker
Arabisches Filmfestival Eine Kindheit im Iran
Über Punk-Rock aus Reutlingen 30 Jahre Sumpfpäpste in einem Dokumentarfilm
Arabisches Filmfestival mit weiblicher Handschrift Auftakt mit einer Reise durch den Irak
Zuletzt kommentiert
… „ES“ ist ein Kinderfilm für Erwachsene, denn die Helden sind allesamt angehende Teens. Es sind Pubertierende mit all ihren Nöten aus körperlichen Defiziten, großkotzigen Bullies, die die Stadt zu „ihrer“ Stadt erklären, übergriffigen Eltern und vor allem mit einem uralten Schrecken, der der Stadt schon bei der Gründung eingeschrieben wurde: Pennywise. Das alles kommt so fein austariert und bis ins letzte Detail stimmig umgesetzt daher, dass die Kinder dem empfindsamen Zuschauer recht bald ans Herz wachsen, Kinder einer Zeit und Kultur, in der der Horror für Stephen King noch aus dem Kleinstädtischen erwuchs. „ES“ spart nicht an einigen krassen Effekten, ist aber in seinen besten Momenten (und die sind beileibe nicht rar) dort am stärksten, wo es um das scheinbar Nebensächliche und Beiläufige geht: Wenn der Vater von Beverly seiner Tochter etwas zu lange über das Haar streicht, wenn der dicke Ben in der Bibliothek recherchiert und im Hintergrund die Bibliothekarin nicht weicht, wenn Stanley in der Synagoge ein Bild betrachtet und es irgendwann zurückschaut ….. das sind nur ein paar der vielen Szenen, bei denen es / „ES“ dich beklemmend schaudern macht. Chapeau.
Peter Dorn über Es
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
„Es ist ein großes Puzzle“ Hochklassige Miniserie an vier Abenden
Jean Rochefort ist gestorben Mit Schalk, Charme und Schnauzbart
Stephen Kings „Es“-Verfilmung Es ist zum Fürchten
Harry Dean Stanton mit 91 Jahren gestorben Ein Gesicht, das alles erzählt
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular