Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Freiburg

Mordprozess um Hussein K. um drei Monate verlängert

Der Freiburger Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K.

09.11.2017
  • dpa/lsw

Freiburg. wird neuen Planungen zufolge bis mindestens Frühjahr 2018 dauern. Das Landgericht Freiburg ordnete am Donnerstag neun weitere Verhandlungstage an. Ein Urteil würde demnach Mitte März gesprochen werden. Es könne aber auch später sein, sagte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk. Grund sei die umfassende Beweisaufnahme. Ursprünglich terminiert war das Urteil für den 8. Dezember. Begonnen hatte der Prozess Anfang September.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober vergangenen Jahres in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Sie war nachts alleine mit dem Fahrrad unterwegs, als sie Opfer des Verbrechens wurde. Der Fall löste - noch vor dem Anschlag des Tunesiers Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt - Debatten über die deutsche Flüchtlingspolitik aus.

In dem Prozess geht es auch um die Frage, wie alt der vor der Jugendkammer angeklagte Flüchtling wirklich ist. Dies kann bei einer Verurteilung Auswirkungen auf die Strafhöhe haben.

Er selbst hatte behauptet, zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen zu sein. Zum Prozessauftakt Anfang September gab er jedoch zu, gelogen zu haben und älter zu sein. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für mindestens 22 Jahre alt. Mehrere Gutachten stützen dies. Folgt das Gericht dieser Einschätzung, wäre Erwachsenenstrafrecht und somit eine lebenslange Haftstrafe sowie Sicherungsverwahrung möglich.

Am Donnerstag, dem nunmehr elften Verhandlungstag, stellte ein technischer Gutachter die Ergebnisse seiner Untersuchungen vor. Er sagte, dem Mord sei ein gezielter Angriff vorausgegangen. Die mit einer normalen Geschwindigkeit von 15 km/h auf dem Fahrrad fahrende Studentin sei durch einen bewussten Griff in den Lenker ihres Rades gestoppt worden. Sie selbst habe den Angreifer wegen der Dunkelheit nur sehr spät bemerken können. Der Täter jedoch habe das ankommende Fahrrad schon aus rund 400 Metern Entfernung sehen können. Er stand abseits des Weges im Dunkeln in der Nähe einer Laterne. Von dort aus hatte er freie Sicht auf den langen, gerade verlaufenden, gut beleuchteten Radweg. Die Studentin aber hatte in die dunkle Ecke hinter der Laterne nicht sehen können.

Der Gutachter widersprach damit den Angaben des Angeklagten. Dieser hatte ausgesagt, er habe am Wegesrand auf dem Boden gesessen und aus einem Reflex heraus gegen das Fahrrad der Frau getreten.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Dann sollen eine weitere Sachverständige sowie Zeugen aussagen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.11.2017, 14:09 Uhr | geändert: 09.11.2017, 14:40 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular