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Modekonzern Hugo Boss ist optimistischer zum Jahresende
Modemarke Hugo Boss. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv dpa/lsw
Metzingen

Modekonzern Hugo Boss ist optimistischer zum Jahresende

Der Modekonzern Hugo Boss macht bei der Sanierung Fortschritte.

02.11.2017
  • dpa/lsw

Metzingen. Mehr Besucher und steigende Umsätze in den eigenen Läden sorgen bei dem Unternehmen zum Jahresende hin für mehr Zuversicht. «Wir sind auf einem guten Weg, unsere Ziele für 2017 zu erreichen oder in Teilen sogar zu übertreffen», sagte Boss-Chef Mark Langer am Donnerstag in Metzingen (Kreis Reutlingen). Insbesondere in Großbritannien und China laufe es gut, erstmals seit zwei Jahren trage auch in den USA der eigene Einzelhandel wieder zum Wachstum bei.

Für 2017 traut sich der Edelschneider nun in lokalen Währungen ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Bereich zu. Bislang war Hugo Boss von einer weitgehend stabilen Entwicklung ausgegangen. Wegen des wieder stärkeren Euro behielt der Konzern seine Ergebnisprognose bei. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) wird auf Vorjahresniveau erwartet.

Die Aktien des Bekleidungsherstellers kletterten am Donnerstag auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Zuletzt gewannen Boss-Papiere an der MDax-Spitze knapp 6 Prozent auf 79,65 Euro. Damit kosten sie nun so viel wie zuletzt Ende 2015.

Hugo Boss hat eine harte Zeit hinter sich. Der Modekonzern war im vergangenen Jahr durch die Flaute in der Textilbranche sowie durch hausgemachte Fehler unter Druck geraten. In der Folge musste fast der komplette Vorstand gehen. Die Marke wurde neu positioniert und etliche Läden dicht gemacht. Inzwischen trägt der Umbau Früchte. «Nach zwei rückläufigen Jahren haben sich die Besucherzahlen wieder stabilisiert», sagte Langer.

Konzernweit stiegen die Erlöse im dritten Quartal um ein Prozent auf 710,7 Millionen Euro. In lokalen Währungen lag der Zuwachs bei 3 Prozent. Hugo Boss hatte an der Marken- und Preisstrategie gefeilt und die zum Teil großen Unterschiede beim Preis ausgeglichen. Das bringt dem Konzern insbesondere in China wieder mehr Kunden, wo ein Boss-Anzug im Vergleich zu Europa früher deutlich teurer war. Auch sein Geschäft in den USA musste der Konzern neu aufstellen, wo Rabattschlachten unter Großhändlern an der Tagesordnung sind.

Einen Kurwechsel hatte Langer bei der Damenmode eingeleitet. Unter seinem Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs wurde dieses Segment stark gefördert. Das neue Management will den Konzern wieder auf seine Wurzeln in der Männerwelt konzentrieren. Aufwendige Werbekampagnen, Modeschauen und Investitionen in weitere digitale Angebote bremsten Hugo Boss beim Gewinn. Solche Dinge gehörten zum Geschäft eines Modekonzerns, kosteten aber auch viel Geld, räumte Langer ein. Das operative Ergebnis ging um ein Prozent auf 142,9 Millionen Euro zurück. Auch der Nettogewinn stagnierte bei gut 80 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

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02.11.2017, 13:58 Uhr | geändert: 02.11.2017, 13:00 Uhr
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