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Mitte Ende August

Mitte Ende August

Zwei Männer, zwei Frauen, ein Sommer und ein Haus: Liebsfilm frei nach Goethes "Wahlverwandtschaften"

Beziehungsdrama frei nach Goethe - "Mitte Ende August"

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Beziehungsdrama frei nach Goethe - "Mitte Ende August" --

02:15 min

Deutschland

Regie: Sebastian Schipper
Mit: Marie Bäumer, Milan Peschel, Anna Brüggemann, André Hennicke

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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27.07.2009
  • Peter Ertle

Eine Klarstellung vorneweg: „Mitte Ende August“ ist mitnichten die moderne Fassung von Goethes „Wahlverwandtschaften“. Es tauchen lediglich ähnliche Motive auf. Hanna (Marie Bäumer) und Thomas (Milan Peschel) renovieren ein altes Haus auf dem Land. Endlich zu zweit. Aber dann stößt Thomas’ Bruder Friedrich (André Hennicke) dazu. Und Hannas Patentochter Augustine (Anja Brüggemann).

Jetzt hätte man gerne gesehen, warum die Anziehungsverhältnisse sich verändern, der Film zeigt aber nur das wie. Dass die einen etwas kindsköpfiger sind, lieber Kaffee trinken und auch mal bei McDonalds essen, während die anderen etwas ernster, Teetrinker und Gesünderesser sind – das allein kann’s ja wohl nicht sein.

Ein weiteres Problem kommt hinzu: Niemand der vier ist einem so richtig sympathisch. Das war zwar auch in „Alle anderen“ so, mit dem dieser Film blöderweise immer verglichen wird, aber „Alle anderen“, dem um Längen besseren Film über auch (zwei) Mittdreißiger, gereicht dies zur Ehre, hier dagegen kommt es erschwerend hinzu. Ach könnte man wenigstens so richtig mit jemand mitleiden!

Glücklicherweise gibt es ein paar gelungene Sequenzen. Etwa wie Friedrich Hanna erzählt, welcher Blick ihm an seiner Ex-Frau besonders gefiel, woraufhin Hanna später ihren Thomas fragt, was ihm eigentlich an ihr besonders gefalle. Da werden Linien aufgenommen, da entsteht eine Geschichte, da bekommen die Figuren: Persönlichkeit.

Das gelingt zu selten. Das Misstrauen einer allzu stimmigen, prallen Kinogeschichte gegenüber führt hier zu einem krud-zarten Realismus, der ästhetisch interessant sein mag, aber wenig überzeugend eingesetzt wird. Richtig ärgerlich aber ist der ratlos-konservative Schluss. Richtige Jammerlappen, diese Mitdreißiger, denkt man sich, verlässt das Kino und freut sich ausnahmsweise mal, dass man schon älter ist.

Spielplan

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27.07.2009, 12:00 Uhr | geändert: 02.09.2009, 12:00 Uhr

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Hm, der Film lässt eher kalt, eine Mischung aus zu gewollt und zu distanziert. Das Zielpublikum sind eher die Brexit-Briten die historisch-verquast von Nolan vermittelt bekommen sollen dass mit einer stiff upper lip und nationaler Einheit eine Schlacht zwar verloren gehen kann, der Krieg aber gewonnen wird. Am Ende sind alle Helden. Rule Britannia, we'll be back.
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