Knapp 18000 Besucher kamen

Mitreißende Beats und viel Sonnenschein brachten die KuRT-Besucher ins Schwitzen

Hunderte tanzten, klatschten und johlten begeistert, als Jamaram am Freitagabend das ehemalige Bruderhaus-Gelände beschallten. Die Münchner Band gehörte für viele Besucherinnen und Besucher zu den Höhepunkten des zehnten KuRT-Festivals.

Mitreißende Beats und viel Sonnenschein brachten die KuRT-Besucher ins Schwitzen

Reutlingen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Mit ihrer spritzigen Mischung aus Reggae, Soul, Salsa und Balkanbeats heizten sie dem vorwiegend jungen Publikum ordentlich ein. Eröffnet hatte das Festival der Reutlinger Rapper Drnkn. Es folgten Miwata mit seiner gefühlvollen Mischung aus Reggae und Hip Hop sowie die Berliner Punkband Smile and Burn.

Inzwischen füllte sich das Festivalgelände – eine lange Schlange bildete sich am frühen Abend vor dem Einlass. Nach dem fulminanten Auftritt von Jamaram betrat Großstadtgeflüster die Bühne. Mit tanzbarem Elektropop brachte die Berliner Band mit ihrer frechen Sängerin Jen Bender die Menge in Bewegung. Den ersten Festival-Abend beschloss Rapper Maeckes, den viele Besucher geradezu sehnsüchtig erwartet hatten. Selbst eine technische Panne zu Beginn des Auftritts tat der Begeisterung keinen Abbruch. Nicht nur eigene Songs präsentierte der Stuttgarter Sänger. Auf die Ohren gab es unter anderem auch den Ohrwurm „Ventilator“ von seiner Band Die Orsons.

Den zweiten Festival-Tag eröffnete die Punkband Deface. Auch am Samstag war allerdings nachmittags noch nicht so viel los. Doch schließlich strömten die Massen doch noch aufs Festivalgelände. Am frühen Abend betrat der Hamburger Kobito die Bühne. Er erklärte dem Publikum, was „Zeckenrap“ ist: gegen Nazis und Flüchtlingshetze, gegen das Abfinden mit den bestehenden Verhältnissen. In seinem Song „The Walking Deutsch“, benannt in Anlehnung an eine bekannte Zombie-Serie, setzt er sich etwa mit „Pegida“ auseinander: „Spucken Blut, voller Wut, denn sie sind das Volk; werden mehr, kommen näher – The Walking Deutsch. Totgeglaubt, voller Staub, sie sind wieder stolz; stehen auf, werden mehr – The Walking Deutsch“.

Auf Kobito folgte der Rapper Sierra Kid, der sich nach dem ersten Song erstmal den Pulli auszog: „Ich habe noch nie auf einer so heißen Bühne gestanden.“ Es war schon fast 20 Uhr, aber die Sonne brannte immer noch. Das hielt die jungen Hip Hop-Fans freilich nicht davon ab, fleißig die Arme im Rhythmus auf und ab zu bewegen und mit den Köpfen zu nicken. Danach kam der Berliner Rapper Megaloh, der sich selbst als „Rap-Dinosaurier“ bezeichnete. „Nicht alle Rapper haben ne dicke Hose, manche müssen jeden Morgen aufstehen und ganz normal zur Arbeit gehen“, so der Musiker, der für einen bekannten Paketauslieferer arbeitet.

Den Abschluss machte SSIO, ebenfalls Deutschrapper aus Berlin. Erstmals ging das Festival in diesem Jahr bis Mitternacht. Aber auch danach war noch nicht Schluss. Hunderte feierten an beiden Abenden auf den Aftershow-Parties im franz. K zu Elektrobeats, unter anderem von Traumwelt. koe/Bilder:Haas


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10.07.2016 - 20:00 Uhr