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Mit Rekord auf Oscar-Kurs
Sieben Golden Globes für Musical „La La Land“

Mit Rekord auf Oscar-Kurs

Das Musical „La La Land“ hat sieben Preise abgeräumt, „Moonlight“ wurde als bestes Drama ausgezeichnet, „Toni Erdmann“ ging leer aus.

10.01.2017
  • MAGDI ABOUL-KHEIR

Los Angeles. Sieben Golden Globes für einen Film – was das Musical „La La Land“ am Sonntagabend geschafft hat, das hat es in mehr als 70 Jahren noch nie gegeben. Denn bei der glanzvollen Gala im Beverly Hilton Hotel, bei der die Auslandspresse in Hollywood ihre Film- und Fernseh-Auszeichnungen verleiht, gibt es im Gegensatz zu den Oscars üblicherweise keine Preis-Regen. Denn es sind weniger Kategorien, und die Gold-Statuen werden meist im Gießkannen-Prinzip vergeben.

Doch in diesem Jahr hat Damien Chazelles Meisterwerk so richtig abgeräumt. Der 31-Jährige selbst holte die Globes für die beste Regie und das beste Drehbuch, ebenso bekam Komponist Justin Hurwitz zwei Preise (für die beste Musik und den besten Filmsong, die melancholische Ballade „City of Stars“), die beiden Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling siegten, und natürlich gewann „La La Land“ die Trophäe in der Kategorie „Beste Komödie/Bestes Musical“.

Nur der Haupt-Preis, den Globe für das beste Filmdrama, den konnte „La La Land“ natürlich nicht gewinnen – in der Kategorie war das Musical ja nicht vertreten. Dieser Preis ging an „Moonlight“, die Geschichte eines homosexuellen Schwarzen, der in Miami unter heftigen Bedingungen aufwächst.

Was bedeutet das nun für die Oscars? „La La Land“ ist nun der ganz große Favorit. Der wunderschöne Film, der das Musical-Genre kunstvoll reflektiert und zugleich eine bittersüße Geschichte über Lebensträume und die Liebe zu erzählen weiß, wird gewiss für viele Oscars nominiert und liegt bei den Buchmachern jetzt weit vorn. Außerdem liebt Hollywood Filme über Hollywood. Doch „Moonlight“ könnte trotzdem eine Rolle spielen: Der Film wird von den Kritikern gefeiert, zudem hat die Oscar-Akademie in Sachen afroamerikanisches Kino einiges gutzumachen.

Das könnte sie in diesem Jahr durchaus tun, denn es gibt weitere hoch gelobte Werke schwarzer Filmemacher: Denzel Washingtons Theater-Adaption „Fences“ und „Hidden Figures“ über afroamerikanische Mathematikerinnen, die maßgeblich am Nasa-Weltraumprogramm mitgearbeitet haben. Bei den Globes spielten die beide Filme allerdings keine Rolle.

Noch ein Streifen, den Oscar- Auguren bislang auf der Rechnung hatten, ist das aufwühlende Familiendrama „Manchester by the Sea“. Hauptdarsteller Casey Affleck gewann jetzt den Globe als bester Hauptdarsteller in einem Drama und gilt auch als sicherer Oscar-Kandidat, aber darüber hinaus scheint der Film wenige Chancen zu haben.

Leer ging am Sonntagabend Maren Ades „Toni Erdmann“ aus. Die deutsche Vater-Tochter-Tragikomödie, die in Cannes bejubelt worden war und beim Europäischen Filmpreis dominiert hatte, galt als Favorit in der Kategorie „bester nicht-englischsprachiger Film“. Dieser Preis ging aber nach Frankreich: an Paul Verhoevens „Elle“, die Geschichte eines Vergewaltigungsopfers. Isabelle Huppert gewann zudem den Globe als beste Drama-Hauptdarstellerin. Die 63-jährige Französin, eine der Großen des europäischen Kinos, kann sich jetzt Hoffnungen auf ihre erste Oscar-Nominierung machen.

„Elle“ wird „Toni Erdmann“ aber bei den Oscars nicht in die Quere kommen. Den Akademie-Juroren war Verhoevens Film zu kontrovers: Er hat es nicht auf die neun Titel umfassende Shortlist geschafft. Maren Ades Film gilt also weiterhin als Oscar-Favorit in dieser Kategorie.

Am 24. Januar wird man schon etwas mehr wissen. Dann werden die endgültigen Oscar-Nominierungen bekanntgegeben.

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10.01.2017, 06:00 Uhr

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...  Der beste Film, den ich seit langem gesehen habe: Unterschiedliche Protagonisten versuchen jeder auf seine Art, sich durch das Menschenaffentum zu schlagen. Sie tun das mit Witz, Einfallsreichtum und Zusammenhalt. Zunächst will ihnen das auch gelingen, dann werden Ihnen doch zu viele Steine in den Weg gelegt. Die Aufnahmen der einzelnen Szenen sind grandios, die Musik ist spitze, und die Handlung ist bitter-böse-humorvoll. Gut fand ich die Szene, als der Typ bei der Polizei sitzt und die seine Finger anbscannen und seine Hand in einen Scanner legen. Und dann das Geräusch von diesem absurden Gerät in die Stille des Kinosaals hinein, super! Oder der Bulle, dessen Finger wie eine blinde Krähe über der Tastatur kreist, bevor sie dann gnadenlos zuschlägt
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