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Mit Giftpfeilen und Tiefstaplern
Zurück in der Bundesliga: Center John Bryant (rechts, gegen Tigers-Co-Trainer Aleksandar Nadjfeji 2015) spielt für Gießen. Bild: Ulmer
Die Lage der Liga

Mit Giftpfeilen und Tiefstaplern

Die Trainer sind sich einig: Bamberg und Bayern sind die Top-Favoriten. Göttingens Coach hält den Ligaverbleib für „vielleicht unmöglich“ – was die Teams hoffen und bangen lässt.

28.09.2017
  • Moritz Hagemann

Neue Stars hat die Basketball-Bundesliga bekommen, die Favoriten sind aber gleich geblieben. Wie sich die 18 Teams in der kommenden Saison aufteilen könnten.

Das Titelduell

Es ist das Duell zwischen Brose Bamberg und dem FC Bayern München. Die Münchner sind die Herausforderer, gewannen zuletzt ein Testspiel gegen Bamberg beim Turnier in Zadar (Kroatien) mit 71:58. In schöner Regelmäßigkeit fliegen die Giftpfeile zwischen den deutschen Top-Teams hin und her. Sie werden sicherlich nicht weniger, weil sich Bayerns Ex-Kapitän Brice Taylor im Sommer den Bambergern angeschlossen hat, bei denen es im Sommer einen Umbruch gab. Bayerns Vorteil: Sie müssen nicht noch 30 Spiele in der Euroleague absolvieren.

Die erweiterte Spitze

Ulm und Berlin – die üblichen Verdächtigen. Die Ulmer konnten ihre vielen, namhaften Abgänge mit bekannten Namen ersetzen. Bei Alba Berlin sitzt ein Guru auf der Trainerbank: Der 70-jährige Aito Garcia Reneses hat zum ersten Mal Spanien verlassen und will nach neun Meistertiteln und Olympia-Silber 2008 mit dem Heimatland in Deutschland für Furore sorgen. Ulm hat bis auf Da’Sean Butler alle Ausländer-Plätze neu besetzt – aber hochkarätig. Gegangen ist auch Ex-Tiger Augustine Rubit, der schon länger weg wollte. Er spielt künftig für Meister Bamberg. Igor Jovovic, Trainer des Mitteldeutschen BC, ist der einzige, der neben Bayern und Bamberg mit Ulm einen weiteren Titelkandidaten nennt. Aber: „Ganz Deutschland würde sich über eine Überraschung freuen“, sagte Oldenburgs-Trainer Mladen Drijencic der „Deutschen Presse-Agentur“.

Das Playoff-Rennen

Fünf Teams machen sich große und sicherlich nicht unberechtigte Hoffnungen: Oldenburg, Bayreuth, Bonn, Ludwigsburg. Und Würzburg. Dort wächst unter Dirk Bauermann, dem erfolgreichsten deutschen Trainer aller Zeiten, ein interessantes Projekt heran. Doch es gibt auch Druck vom Hauptsponsor, der Erfolg für seine Mittel sehen möchte. Platz 14 wie in der Vorsaison wird nicht reichen. Eine Wundertüte ist Ludwigsburg unter Trainer John Patrick, der gerne während der Saison munter die Spieler austauscht. Unsere These: Ludwigsburg hat aus dem genannten Quintett die schlechtesten Karten.

Das erweiterte Mittelfeld

Zeit für die Tübinger Tigers: Die Playoff-Kandidaten sind finanziell wie sportlich noch einen Schritt weiter. Aber: Sollten diese Klubs patzen und bei Teams wie Tübingen läuft’s wie geschmiert, dann ist der Sprung unter die besten acht Teams möglich. Dasselbe gilt für Frankfurt mit einem Vier-Millionen-Etat, die während der Saison normalerweise oft nachrüsten und so die nächste Wundertüte sind. Trainer Gordon Herbert hat jedoch die Playoffs als klares Ziel ausgegeben. Zu unterschätzen ist auch Giessen nicht: Erfolgstrainer Denis Wucherer ist zwar zu Zweitligist Köln gegangen, doch die Verpflichtung von Center John Bryant war eine Ansage. Viele Schlüsselspieler sind weg, einige Fragezeichen dafür da. Ex-Tiger Mauricio Marin spielte eine gute Vorbereitung, war zum Beispiel gegen Bayreuth (72:96) mit 21 Punkten der Topscorer.

Die Teams mit Sorgen

Für die „Oldie“-Fabrik Jena wird das zweite Jahr sicherlich nicht einfach. Ein ähnlicher Höhenflug wie in der Vorsaison, als Jena mal an den Playoff-Plätzen kratzte, ist nicht mehr zu erwarten. Julius Wolf wird nach einer Rücken-Operation noch bis Dezember ausfallen. Auch Bremerhaven muss sich eher nach unten orientieren, tritt auch nur mit fünf Ausländern an. In den vergangenen fünf Jahren war Platz 11 schon das höchste der Gefühle. In Göttingen sagt Coach Johan Roijakkers über den Klassenverbleib: „Es wird schwierig, vielleicht unmöglich, aber wir versuchen es!“ Viel wird auf den neuen Leader Michael Stockton ankommen, Sohn der Basketball-Legende John Stockton, der Ex-Tiger Jesse Sanders (Benfica Lissabon) ersetzt.

Die Kellerkinder

Sind die beiden Aufsteiger Mitteldeutscher BC und Rockets Gotha. Der MBC ist personell schon schwer gebeutelt: Bei Forward Sergio Kerusch (28) wurde während der Vorbereitung ein Tumor im Hoden festgestellt. Und Kapitän Malte Schwarz brach sich den Finger. Gotha geht dagegen einen unüblichen Weg: junge deutsche Talente sollen’s richten. Und Dane Watts, der Ex-Tübinger, der allerdings mit einer Knieverletzung die ersten Spieltage verpassen wird. Wobei die „Thüringer Allgemeine“ von einem Drei-Millionen-Etat schreibt – mehr als Tübingen hat. Das dritte Team im Abstiegskampf: Die Braunschweiger Löwen, die es ohne die Hagener Insolvenz schon in der Vorsaison getroffen hätte.

Umfrage

Basketball-Bundesliga

Was geht für die Walter Tigers in ihrer 14. Spielzeit in Folge in der Basketball-Bundesliga?
23%
23%
Der Knoten platzt: Erstmals in der Vereinsgeschichte erreichen die Tigers die Playoff-Endrunde.
54%
54%
Alle Jahre wieder: Die Tübinger landen auf einem Platz im Mittelfeld.
23%
23%
Diesmal erwischt es die Tigers: In dieser Saison steigt Tübingen ab.
82 abgegebene Stimmen

Auf sie ist zu achten: Die Stars der Liga

Ein Blick auf die interessanten Personalien der Klubs:

John Bryant (USA/Gießen): Nach Stationen in Valencia und Monaco zurück in der Bundesliga. In Deutschland wurde der 30-Jährige 2012 und 2013 zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt, später gewann er mit Bayern die Meisterschaft. Das große Fragezeichen ist seine Fitness: In Valenica wurde er wegen Übergewichts entlassen.

Jared Cunningham (USA/München): Der 26-Jährige bringt es auf 84 Einsätze in der NBA. Zuletzt spielte er allerdings in China, legte durchschnittlich 34 Zähler pro Partie auf und machte für Jiangsu in einem Spiel sogar mal 74 Punkte.

Daniel Hackett (Italien/Bamberg): Vom Euroleague-Vizechampion Piräus gekommen, hatte sich der 29-Jährige über viele Jahre in Italien einen Namen gemacht. Ohne seine Fußverletzung im vergangenen Dezember wäre eine Verpflichtung wohl utopisch gewesen.

Luke Harangody (USA/Ulm): 70 NBA-Spiele, 62 Euroleague-Einsätze – Ulms neuer Big Man kennt die ganz großen Wettbewerbe. „Das Unmögliche möglich gemacht“, habe der Klub mit der Verpflichtung des 29-Jährigen, sagte Ulms Manager Thomas Stoll.

Aleksej Nikolic (Slowenien/Bamberg): Vor zwei Wochen wurde der 22-Jährige Europameister mit Slowenien. Machte im Finale gegen Serbien (93:85) vier Punkte. Seit 2015 ist er in Bamberg, spielte aber oft im Farmteam oder saß auf der Tribüne. Schafft er nun den Durchbruch? Der Vertrag läuft bis 2019.

Robin Benzing (Deutschland/Würzburg): Mit seiner Ulmer Vergangenheit wird er in Tübingen auf wenig Gegenliebe stoßen, doch der Dreijahresvertrag des 28-Jährigen in Würzburg ist eine Ansage. Spielte zuletzt zwei Jahre in Saragossa, empfahl sich mit einer starken EM als Kapitän für höhere Aufgaben.

Luke Sigma (USA/Berlin): Spanischer Meister mit Valencia zuletzt. Und vor allem hat der 28-Jährige einen ganz berühmten Vater: Jack Sigma, zwischen 1979 und 1985 in Diensten der Seattle SuperSonics siebenmaliger NBA-All-Star.

Isaac Bonga (Deutschland/Frankfurt): 17 Jahre jung und schon einige BBL-Einsätze. Sein Weg in die NBA scheint vorgezeichnet. Er besitze Dinge, die man nicht lehren kann, sagt Gordon Herbert, Frankfurts Trainer. Selbstbewusst ist Bonga auch schon. Sein Saisonziel? „Starting Point Guard“, sagte er „basketball.de“. Dieses Talent sollte man einfach verfolgen.

Reggie Redding kritisiert Donald Trump

Der ehemalige TübingerReggie Redding, seit der Vorsaison beim FC Bayern München, hat US-Präsident Donald Trump gegenüber dem „Sport-Informations-Dienst“ kritisiert: „Ich könnte mir vorstellen in Deutschland zu bleiben, bis Trump abgetreten ist. Wenn Deutschland mich haben will, bleibe ich so lange hier.“ Der 29-Jährige habe zuletzt „einige verrückte Sachen“ von Trump gehört.

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28.09.2017, 01:01 Uhr
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