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Plastik maschinell

Minister Schmid bei Firma Spritzgussa in Wannweil

Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) hat gestern Wannweil besucht. Dort schaute er sich nach einem Ortsrundgang die Firma Spritzgussa an, die Plastikverpackungen herstellt.

25.01.2013
  • von Matthias Reichert

Wannweil. Ein richtiges Familienunternehmen: Inhaber und Geschäftsführer Franz Stelzer will sich mit über 70 Jahren zurückziehen. Die Nachfolger: Stelzers Tochter Ulrike Hamann, derzeit Prokuristin, übernimmt den kaufmännischen Part. Chemiker Jochen Bartl, bisher Produktionsleiter, wird technischer Chef. Das Unternehmen entstand Ende der 60er-Jahre in Metzingen. Bald übernahm es Stelzer – als studierter Theologe und Volkswirt ein Quereinsteiger in der umkämpften Branche. Erst wollte er in Metzingen anbauen, doch dann wurde er 2003 auf die Produktionsräume in Wannweil aufmerksam; Spritzgussa zog in die Kirchentellinsfurter Straße.

Dort hat der Betrieb heute rund 15 000 Quadratmeter Lager- und Produktionsfläche. Spritzgussa muss große Mengen für saisonale Liefer-Spitzen lagern. Mit Barcodes sind alle Abläufe jahrelang nachvollziehbar. Der Plastikspezialist ist im Land ein führender Anbieter für hochwertige, dünnwandige Spritzgussteile. Die Kunden sind zu 80 Prozent Konzerne der Lebensmittel-, Verpackungs-, Kosmetik-, und Pharmabranche. Auch Spielkarten sind in Spritzgussa-Behälter verpackt. „Die sind von uns, egal, wo Sie sie kaufen.“ Typische Produkte sind Deckel für Cremetiegel, Tee- und Kaffeedosen, Pralinenschachteln.

Spritzgussa hat 40 Stamm-Mitarbeiter. Mit hohem Aufwand hat der Betrieb zuletzt stark automatisiert, „weil die Personalkosten uns die Kalkulation auseinanderschneiden“, so der Inhaber. „Der Weg geht gnadenlos weiter.“ Teils bedient ein Mann jetzt fünf Maschinen und setzt auch die Kartons auf Paletten. Es gibt eine eigene Entwicklungsabteilung in Wannweil, für schwierige Aufträge macht der Formbau Werkzeuge auch selbst. Die Firma sucht händeringend Fachkräfte, Allrounder mit guten Englischkenntnissen.

Auch die Zulieferer sind Konzerne. „Recycelte Waren sind wegen unserer Abläufe und Anforderungen nicht geeignet“, so Stelzer. Spritzgussa mache „fünf bis zehn Millionen Euro“ Umsatz im Jahr, sagte er dem TAGBLATT. Minister Schmid fragte nach den Energiekosten. Die betragen acht Prozent des Umsatzes. Stelzer: „Allein 2013 zahlen wir für die Abgabe 140 000 Euro. Das übernimmt kein Kunde.“ 38 Prozent der Kosten sind für Material, 21 Prozent für Personal. Schmid erkundigte sich nach Energie-Einsparung – doch die sei mit hohen Investitionen verbunden, beschied ihn Bartl.

Minister Schmid bei Firma Spritzgussa in Wannweil
Mit Schutzkleidung in der Produktion: Minister Nils Schmid, Produktionschef Jochen Bartl, CDU-Rat Alfred Allgaier, Bürgermeisterin Anette Rösch (von links).

Bei einem Rundgang durch Wannweil zeigte Bürgermeisterin Anette Rösch dem Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid das vorgesehene Gebiet für den zweiten Abschnitt der Ortskernsanierung. Wie berichtet, will sich die Gemeinde künftig mit dem Raum zwischen Bahnhofstraße, Eisenbahnlinie, Schillerstraße und Echaz befassen. Ein erster Antrag auf Aufnahme ins Landessanierungsprogramm scheiterte 2012. Doch jetzt hatte der SPD-Minister den für die Sanierungen zuständigen Ministerialdirektor Dieter Haberkorn dabei, der sich die Pläne wohlwollend anhörte.

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25.01.2013, 12:00 Uhr
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