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Geschliffene Geschäftsidee

Messer von der Alb nach ungarischem Geheimrezept

Janosch Vecernjes hat beschlossen, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Nun stellt der 30-Jährige mit seinem Vater auf der Alb Messer her. Nach einer kaufmännischen Ausbildung entschied er sich Mitte 20 für das traditionelle Handwerk.

18.02.2013
  • Siri Gögelmann

Bernloch. Blitzschnell schneidet Janosch Vecernjes eine Zwiebel in winzige Würfel. Dabei liegt ihm das glänzende Messer bequem in seiner Hand. Die Klinge ist rasiermesserscharf. „Die Form von diesem Filiermesser habe ich extra entwickelt“, erzählt der junge Selbstständige – „eine Art Universalmesser für die Küche“. Das Besondere daran sei die Handhabung und die Mechanik. „Ich koche selbst sehr gerne und habe mir eben überlegt, wie das noch mehr Spaß machen kann.“

Vor ein paar Jahren ist Janosch Vecernjes in die Messerherstellung eingestiegen. Gemeinsam mit seinem Vater Karolj fertigt der 30-Jährige in Bernloch auf der Schwäbischen Alb vor allem Küchenmesser an. Daneben hat er auch Metzger- und Taschenmesser im Sortiment. Jedes von ihnen ein handgefertigtes Unikat – vollständig von ihm und seinem Vater hergestellt.

Für die Produktion von zehn „Albmessern“ braucht Janosch Vecernjes etwa eine Woche. Es wird geschmiedet oder geflext, geschliffen, erhitzt und gehärtet. Im Gegensatz zur industriellen Produktion fertigen die Vecernjes ihre Klingen von Hand. „Daher kommt auch die besondere Härte unserer Messer“, erklären die beiden.

Den Griff kann sich jeder Käufer aus einer Auswahl von Hölzern aus Indien, Mexiko und anderen Ländern der Welt selbst aussuchen. Zudem können sich Kunden ihren Messergriff auch aus eigenem Holz, zum Beispiel von Obstbäumen oder Rosenstöcken aus dem Garten, schnitzen lassen.

Das Ergebnis der Arbeit sind liebevoll und mit Leidenschaft hergestellte „Albmesser“. „Unsere Messer sind richtig scharf, sodass man sich damit rasieren könnte“, stellt Janosch Vecernjes fest. Mit Stolz erzählt sein Vater von der Pließtmaschine aus den 50er-Jahren, die er in Ungarn erworben und mit auf die Schwäbische Alb gebracht hat. „Damit machen wir den ganz besonderen Feinschliff, den bekommt man anders gar nicht hin.“

Ob sie sich schon mal geschnitten hätten? Vater und Sohn lachen: „so zwei-, dreimal die Woche“. „Die Haut wird irgendwann richtig fest“ erklärt Vecernjes-Senior und zeigt seine Hände. „Ein glatter Schnitt verheilt aber viel schneller“, ergänzt sein Sohn.

Für die Herstellung der scharfen „Albmesser“ „braucht man Übung und Erfahrung“, betont Janosch Vecernjes‘ Vater – und die haben die beiden in den letzten 20 Jahren reichlich gesammelt. Sein erstes „Messer“ stellte Janosch Vecernjes mit sieben Jahren aus Holz her. Die Leidenschaft für die Messer-Produktion hat der in Gomaringen aufgewachsene Janosch Vecernjes von seinem Vater Karolj, der schon als Kind dem Schmied begeistert zugeschaut hat. Vecernjes-Junior arbeitete nach einer kaufmännischen Ausbildung in einem Investment-Büro in Reutlingen. Dabei war der junge Mann „ziemlich im Stress und das Handy immer an.“ Entspannen konnte er sich nur beim Angeln und Messermachen in seiner Freizeit.

Mitte 20 entschied sich der junge Vecernjes, nochmal von vorne anzufangen, und sattelte vom Kaufmann zum Handwerker um. In die Kunst der Messerherstellung wurden er und sein Vater von zwei ungarischen Messermeistern eingeführt. Wenn diese den beiden ihre Geheimnisse von vier Generationen verraten, darf sonst niemand in der Werkstatt sein. Und nach dem erfolgreichem Schmieden „bekommt dann jeder einen selbst gebrannten Schnaps“, berichtet der junge Vecernjes.

Seit Herbst 2011 ist sein Albmesser beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. „Jetzt kann es so richtig losgehen“, freut sich Janosch Vecernjes.

Messer von der Alb nach ungarischem Geheimrezept
Vater und Sohn bei der Arbeit: Mit Leidenschaft stellen Karolj (rechts) und Janosch Vecernjes in Bernloch rasierklingenscharfe Messer her. Bild:Haas

Mit einer besonderen Kollektion seiner „Albmesser“ wird Janosch Vecernjes am Freitag, 1. März, auch auf der Gründermesse Neckar-Alb in der Reutlinger Stadthalle vertreten sein. Im Messebereich, bei Vorträgen und Workshops erhalten Gründer, Firmen und interessierte Besucher Informationen zu Gründung und Betriebsübernahme. Zudem stellen junge Firmen ihre Geschäftsideen vor. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt Reutlingen unter www.reutlingen.de/gruendermesse.

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18.02.2013, 12:00 Uhr
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