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„Mehr als ein schöner Traum“
Jurist und Bestseller-Autor: Bernhard Schlink. Foto: dpa
Literatur

„Mehr als ein schöner Traum“

„Der Vorleser“ machte Bernhard Schlink weltberühmt. Als Autor und Jurist stellt er sich der Frage der Gerechtigkeit.

25.11.2017
  • SANDRA KOLB

Ulm. Ulm. Es strahlt etwas Ruhiges und Beständiges aus, wie Bernhard Schlink hinter dem Rednerpult steht. Der Jurist, Bestsellerautor und aktuelle Humboldt-Gastprofessor der Universität Ulm rückt langsam seine Brille zurecht und blickt auf: „Gerechtigkeit ist kein schöner Traum, sie kann erkannt und verwirklicht werden.“

Der Rechtsgelehrte Schlink war in den späten 80ern und frühen 90ern durch seine Krimi-Trilogie über den Privatdetektiv Gerhard Selb ein namhafter Autor geworden. Und mit seinem 1995 erschienenen Roman „Der Vorleser“ wurde er dann weltberühmt: Die Geschichte über die Liebe eines Teenagers zu einer ehemaligen KZ-Aufseherin wurde in 55 Sprachen übersetzt, verkaufte sich millionenfach. 2008 wurde das Buch mit Kate Winslet verfilmt, die dafür einen Oscar bekam. Auch die literarischen Werke des 73-Jährigen handeln oftmals von Recht und Gerechtigkeit.

Geprägt durch seine Kindheit im Pastorenhaus und durch seine Studienzeit inmitten der 68er-Bewegung, wollte auch Schlink die Gesellschaft mitverändern – und wurde Jurist. In seiner Heimatstadt Heidelberg promovierte er, arbeitete dann in Bonn und Frankfurt als Juraprofessor und lehrt bis heute an der Berliner Humboldt-Universität Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie.

In Ulm spricht Schlink ganz in der Rolle des Juristen: Wissenschaftlich legt er dar, wie Gerechtigkeit erreicht werden kann – indem Ungleichheiten begründet und vermittelt werden müssen. So braucht die Ungleichbehandlung von Opfern politischer Verfolgung und Wirtschaftsflüchtlingen Argumente – gibt es diese nicht, dann ist sie ungerecht.

Dass er komplexe Themen auch leicht verständlich aufbereiten kann, beweist Schlink als Autor: In „Der Vorleser“ wirft er beispielsweise die Frage auf, wie seine Hauptfigur Hanna Schmitz für ihre Verbrechen, die sie im Dritten Reich begangen hat, bestraft werden soll. Und wie sollen die Kinder mit ihren Eltern umgehen, wenn diese in der Nazi-Zeit Schuld auf sich geladen haben?

Schlink geht es um das Verzeihen, ohne zu vergessen, um das Erinnern als moralische Pflicht – und um das stete Ringen um Gerechtigkeit. Sandra Kolb

Info Am 12. Januar erscheint der neue Roman von Bernhard Schlink mit dem Titel „Olga“ beim Diogenes-Verlag.

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25.11.2017, 06:00 Uhr
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