Kinderbetreuung

Mehr Platz für die Rappelkiste

Von Martin Zimmermann

Einen zusätzlichen Kindergarten-Neubau in der Remmingsheimer Ortsmitte beschloss der Gemeinderat Neustetten.

Weil 2016 in Neustetten ein Geburtenrekord verzeichnet wurde, reichen die Kindergartenplätze in den bestehenden Gruppen in Remmingsheim sowohl für Kinder unter, als auch für jene über drei Jahren nicht mehr aus. In Nellingsheim und Wolfenhausen gibt es noch Plätze. Damit die Remmingsheimer Eltern ihre Kinder nicht in die Nachbardörfer bringen müssen, beschäftigte sich der Gemeinderat am Montag mit drei Erweiterungsmodellen an verschiedenen Standorten.

Erörtert wurden zunächst ein Neubau oder Anbau bei der Schule und zwei Varianten beim Standort Wettegärtle in der Ortsmitte. Den Neubau an der Schule mit einer gemeinsamen Mensa für Kindergarten- und Schulkinder verwarf der Gemeinderat, weil die Erweiterung der Grundschule zur Ganztagsschule noch nicht unmittelbar ansteht und man sich dort keine Optionen für die Schulentwicklung verbauen wollte.

Teure Lösung

So blieb der Standort Wettegärtle. Hier war die Frage, ob man die bestehende „Rappelkiste“ (also die Kinderkrippe) durch einen Anbau oder Neubau auf drei Gruppen erweitern könne. Anhand der Pläne zeigte sich, dass sowohl ein Anbau als auch ein Abriss und Neubau des Kindergartens nur Platz für eine zusätzliche Gruppe bringen würde. Zudem ginge bei dieser Lösung Außenfläche verloren, die man den Kindern jedoch als Spielfläche erhalten wollte.

Deshalb entschied sich der Gemeinderat für die teuerste Lösung: den Erhalt der „Rappelkiste“ und einen zusätzlichen Neubau für zwei Gruppen auf einem bislang kaum genutzten Vorplatz. Bürgermeister Gunter Schmid favorisierte diese Variante. Alles andere sei nichts Halbes und nichts Ganzes und die Rappelkiste sei ein saniertes Gebäude. Auch Falko Breuning sagte: “Wir können nicht die Rappelkiste vor einigen Jahren aufwändig sanieren und jetzt wieder plattmachen.“

Mit dieser Variante habe der Kindergarten alle räumlichen Möglichkeiten, um auch in Zukunft genügend Betreuungsplätze für Kinder über und unter drei Jahren anzubieten. Bürgermeister Schmid kündigte an, dass der Gemeinderat in naher Zukunft einen Termin mit den Erzieherinnen machen werde, um Anregungen aufzunehmen, die in die Planungen mit einfließen sollen.

Nach vorläufigen Schätzungen könnte der Kindergarten-Neubau etwa eine Million Euro kosten. Fertig sein soll er Mitte 2019. Wie viele Betreuungsplätze dann genau benötigt werden, ist für die Gemeinde nicht so leicht zu planen. „Wir betreuen Kinder ab dem Alter von einem Jahr. Wenn wir über 2019 reden, dann reden wir also auch von Kindern, die noch gar nicht geboren sind“, sagte Schmid.

Mittlerweile glaube er, dass der Geburtenrekord von 2016 einmalig gewesen sei, denn im ersten Halbjahr 2017 habe es erst 19 Geburten in Neustetten gegeben, davon 13 in Remmingsheim, eine in Nellingsheim und fünf in Wolfenhausen. Dennoch freue man sich bei der Gemeinde über Nachwuchs und könne diesem nun auch eine passende Betreuung anbieten, sagte Schmid.


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03.08.2017 - 01:00 Uhr