Umwelt

Mehr Klimaschutz

Von ST/sg

Die Stadtwerke unterstützen eine gemeinsame Erklärung von 51 Firmen.

Gemeinsam mit weiteren 50 Firmen und Verbänden von A wie Adidas bis Z wie Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie unterstützen die Stadtwerke Tübingen eine von der Stiftung 2°, Germanwatch und dem Verein B.A.U.M. initiierte Erklärung. Sie fordern – auch vor dem Hintergrund der Koalitionsverhandlungen – den Klimaschutz zur zentralen Aufgabe zu machen. Sie richten einen Appell an die zukünftige Bundesregierung, das Pariser Klimaabkommen konsequent umzusetzen.

„Die Geschwindigkeit des globalen Klimawandels hat zugenommen“, sagt SWT-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. „Es ist daher fraglos notwendig, dass auch die Geschwindigkeit bei der Umsetzung unserer Klimaziele in Deutschland an Fahrt aufnimmt. Wir als kommunales Stadtwerk arbeiten seit vielen Jahren daran.“ Wiebecke weiter: „In unserem Engagement werden wir nicht nachlassen und mit gutem Beispiel vorangehen. Nur, wenn möglichst viele Unternehmen in verschiedensten Sektoren – etwa Energiebranche, Verkehr, Wohnungsbau – ebenso agieren, hat Deutschland eine Chance, die Klimaschutzziele bis zum Jahr 2050 zu erreichen.“

Die Erklärung benennt fünf Handlungsfelder. Zunächst müsse die Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 zum Modernisierungsprogramm für Deutschland werden. Dazu braucht es Planungssicherheit und eine verbindliche Bestätigung der Pläne im Koalitionsvertrag. Für Zwischenziele wie die Sektorziele 2030 seien rasche Umsetzungspläne und konkrete Maßnahmenpakete ein erster Schritt.

Energiewende und Wärmewende bräuchten einen Schub, etwa durch ein Anheben der Ausschreibungsmengen bei den Erneuerbaren Energien und zusätzliche Anstrengungen beim Stromsparen. Als wesentlich wird ein verlässlicher und sozialverträglicher Ausstieg aus der Kohleverstromung genannt. Kohlekraftwerke seien ohenhin ungeeignet als Ersatz für Erneuerbare Energien, weil sie erst nach fünf Tagen hochgefahren seien, sagte SWT-Geschäftsführer Achim Kötzle dem TAGBLATT. Geeignet sei als Reserve für Sonne und Wind Gas. Der dritte Geschäftsführer Winfried Kannenberg sagte: „Ohne Gaskraftwerke wird es in Zukunft nicht gehen.“

Deutschland und EU müssten jetzt konsequent in die Verkehrswende einsteigen, heißt es in der Erklärung weiter. Grundlage sei eine verkehrsmittelübergreifende und klimafreundliche Mobilitätsstrategie für Deutschland: deutliche Stärkung des Schienenverkehrs und des kommunalen Nahverkehrs, Beschleunigung von Infrastrukturausbau und -modernisierung, verstärkte Nutzung emissionsarmer Antriebe und Treibstoffe, Ausbau der Elektromobilität.


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09.11.2017 - 01:00 Uhr