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Handball: Neuhausens Co-Trainer Florian Vollmer und seine besondere Beziehung zu Tübingen

„Mehr Heimspiel geht nicht“

Heimspiel für den Handball-Bundesligisten TV Neuhausen heute (19.45 Uhr) gegen den SC Magdeburg. Ein echtes Heimspiel auch für TVN-Co-Trainer Florian Vollmer, der nur etwa fünf Kilometer weg von der Tübinger Paul-Horn-Halle wohnt.

21.12.2012
  • von Tobias Zug

Neuhausen. In Tübingen hat er Sport und Mathematik studiert. In Hirschau hat er zu Studienzeiten gelebt, seit einigen Jahren wohnt Florian Vollmer im Tübinger Stadtteil Bühl. Und seit dieser Saison trägt sein Heimatverein, der TV Neuhausen, in der Tübinger Paul-Horn-Halle seine Bundesliga-Heimspiele aus. Mit dem Ur-Neuhausener Vollmer als Co-Trainer. „Mehr Heimspiel geht nicht“, sagt der 38-Jährige.

Seit drei Jahren assistiert Vollmer dem Cheftrainer Markus Gaugisch. Kennengelernt haben sie sich schon früher. Viel früher: In der C-Jugend-Verbandsauswahl haben sie schon zusammen gespielt. „Seither können wir uns ganz gut leiden“, sagt Vollmer. „Gaugi“ nennt er den TVN-Coach. Mit ihm spielte er beim VfL Pfullingen zusammen, beim TV Neuhausen, wo Vollmer, der 2003 mit HBW Balingen-Weilstetten den Aufstieg in die Zweite Bundesliga geschafft hatte, auch seine Spielerlaufbahn beendete. „Ich wollte vom Handball aber nicht ganz weg“, sagt Vollmer, „als klar war, dass ’Gaugi’ Trainer wird, hat sich das angeboten, hier als Co-Trainer einzusteigen.“

Mit Markus Gaugisch verbindet ihn auch der Geburtsjahrgang (1974) und der Beruf: Beide sind Lehrer; Gaugisch am Dußlinger Karl-von-Frisch-Gymnasium, Vollmer am Progymnasium in Rosenfeld und teilweise am Gymnasium Balingen. Mit vollem Lehrauftrag, weshalb Vollmer im Schnitt nur zwei Mal die Woche im Training sein kann.

Sechs bis sieben Einheiten haben die Neuhausener an normalen Wochen, die Vormittagseinheiten leitet dann der in Mössingen wohnende sportwissenschaftliche Berater Axel Kromer. Bis auf Alexander Trost, der als Kaufmann arbeitet, sind auch da im Normalfall alle Spieler dabei, da diese Studenten, Schüler oder Auszubildende sind. Als ehemaliger Außenspieler kümmert sich Vollmer in den Einheiten oft um diese Spieler, der frühere Rückraumspieler Gaugisch legt dann sein Hauptaugenmerk auf die Position, die er einst gespielt hat.

Wo sie wieder vereint sind: „Wie er gucke auch ich mir gar nicht so genau die Tabelle an.“ Die besagt nach 17 Spieltagen, dass der Aufsteiger, der Dorfverein mit dem kleinsten Etat aller Bundesligisten (etwa 800 000 Euro) einen Nichtabstiegsplatz belegt. Zum Vergleich: Den zweitkleinsten Etat hat Mitaufsteiger TuSEM Essen mit etwa 1,7 Millionen Euro – und der ist abgeschlagen Letzter.

„Zurücklehnen geht aber nicht“, sagt Vollmer, „es sind jedoch keine Floskeln, wenn wir sagen, überall wo wir mithalten können oder gar was holen, ist eine Sensation!“ Auch gegen den heutigen Gegner SC Magdeburg. „Wenn wir da einen Punkt oder gar zwei holen, das wäre eine Riesensensation!“, sagt der TVN-Co-Trainer. Zumal nach dem kräftezehrenden Spiel und Sieg am Dienstag gegen Gummersbach.

TVN-Geschäftsführer Dieter König spricht denn auch von einem „Bonusspiel“. In dem die Neuhausener wieder auf eine Stimmung wie am Dienstag hoffen. „Die Zuschauerzahlen spiegeln ja deutlich wieder, dass in Tübingen die Handball-Bundesliga und Neuhausen angenommen werden“, sagt Vollmer, „das sind ja nicht immer nur 2000 Neuhausener, die da kommen.“

„Mehr Heimspiel geht nicht“
Kennen sich seit der C-Jugend: Neuhausens Co-Trainer Florian Vollmer (links) und Cheftrainer Markus Gaugisch. Bild: Franke

„Die genießen das Erlebnis Bundesliga und steigen direkt wieder ab.“ Sagte Kult-Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar vor der Saison in einem Interview auf handball.de über den TV Neuhausen. In seiner Kolumne auf sport1.de „muss ich jetzt Abbitte leisten“, schreibt Kretzschmar: „Neuhausen hat absolut das Zeug und die Mentalität, die Liga zu halten.“ Allerdings muss TVN-Trainer Markus Gaugisch gegen Kretzschmars Ex-Klub SC Magdeburg definitiv auch auf Dominik Eisele verzichten, der sich gegen Gummersbach verletzte. „Die Personaldecke ist sehr eng, aber wir versuchen alles“, sagt Gaugisch. Im Hintergrund arbeitet der TVN derzeit an der Umsetzung seiner GmbH, auch verhandelt Geschäftsführer Dieter König mit der Stadt Tübingen wegen der Heimspiele in der Paul-Horn-Arena. „Wenn wir in der Ersten Liga bleiben, führt wohl kein Weg dran vorbei, in Tübingen zu bleiben“, sagt er.

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21.12.2012, 12:00 Uhr
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