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„Eigentlich ein kleines Wunder“

Markus Weiß-Latzko über seine Marathon-Bestzeit

Vom Tempomacher im Stich gelassen, musste Markus Weiß-Latzko 33 Kilometer alleine im Wind rennen. Trotzdem schaffte der 28-jährige Tübinger in Frankfurt eine neue Bestzeit: 2:18,06 Stunden für die 42,195 Kilometer.

30.10.2012

TAGBLATT: Herr Weiß-Latzko, was tut Ihnen heute alles weh?

Markus Weiß-Latzko (28): Vor allem die Oberschenkel vorne. Aber es ist nicht mehr so schlimm wie nach meinen ersten beiden Marathons.

Wie lief das Rennen?

Angepeilt war eine Zeit um die 2:15 Stunden, also 3:12 Minuten pro Kilometer. Ich hatte einen Tempomacher, Marcus Schöfisch aus Erfurt. Die ersten drei Kilometer waren wir perfekt im Tempo, dann wurde es etwas zu langsam, bei der 5-Kilometer-Marke 15 Sekunden zu langsam. Da wurde ich das erste Mal etwas nervös, aber er hat gesagt, dass er alles im Griff hat. Nach neun Kilometern musste Schöfisch dann schon aussteigen, eigentlich sollte er den Halbmarathon laufen, aber er hat es irgendwie vom Kopf her nicht gepackt. Ab Kilometer neun war ich dann komplett alleine, weil ich die Gruppe um Sören Kah, den schnellsten Deutschen nicht mehr erreichen konnte. Ich wollte die Norm für die WM laufen, 2:17 Stunden. Bei Kilometer 30 war ich gerade noch auf Kurs, habe nochmal gedrückt und alles versucht. Aber ich musste schon eineinhalb Stunden mutterseelenallein im Wind laufen, mehr war nicht drin. Ich habe nicht dramatisch viel verloren, aber es hat sich eben summiert auf 66 Sekunden im Ziel.

Überwiegt der Ärger über die verpasste Norm oder die Freude über die Bestzeit?

Die Freude überwiegt ganz klar. Ich habe aus den Bedingungen das Optimale gemacht. Beim Marathon muss die erste Hälfte angenehm rollen. Wenn man sich da schon an Problemen aufreiben muss, ist es eigentlich ein kleines Wunder noch Bestzeit zu laufen. Die Rennsituation war total ungünstig, ich bin 33 Kilometer allein gerannt, deshalb bin ich stolz auf mich – irgendwas muss ich im Training richtig gemacht haben.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Im Juni hatte ich eine Beuger-Verletzung, konnte erst ab Juli wieder richtig trainieren. Mitte August begann die Marathon-Vorbereitung, elf Wochen hohe Umfänge. Die langen Dauerläufe wurden immer länger, bis maximal drei Stunden und immer größere Anteile im Renntempo. Ich habe Steigerungen trainiert, um im ermüdeten Zustand noch mal zuzusetzen. In der Spitze hatte ich 250 Kilometer pro Woche, im Schnitt waren es so 210.

Wie lassen sich solche Umfänge beruflich vereinbaren?

Ich habe im Juli mein Jurastudium beendet und habe nur nebenher am Lehrstuhl gearbeitet, zwei, drei Tage die Woche. Jetzt möchte ich aber promovieren.

Wie geht es jetzt weiter?

Im November mache ich vier Wochen Pause, um die Akkus aufzuladen. Über den Winter möchte ich an meiner Schnelligkeit feilen, was im Sommer aufgrund der Verletzung nicht möglich war. Und im Frühjahr werde ich auf jeden Fall einen Angriff starten auf die 2:17 Stunden. Ich weiß noch nicht genau, wo ich den Marathon laufen werde, aber ich will zur WM nach Moskau!

Fragen von Hansjörg Lösel

Markus Weiß-Latzko über seine Marathon-Bestzeit
Moskau als Fernziel: Im Frühjahr startet Markus Weiß-Latzko den nächsten Angriff auf die WM-Norm. Den Tübinger Kreisrekord im Marathon hat er schon jetzt sicher.

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30.10.2012, 12:00 Uhr
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